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07.11.2007, 16:10 von angieProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Arbeitsrecht

Hallo,

ich weiß, hier ist nicht die Abteilung für Arbeitsrecht, aber hier tümmeln sich gewiss viele Juristen rum, und vielleicht kann mir jemand weiterhelfen...
Ich schilder einfach den Fall kurz und hoffe auf Antwort.
Vor ein paar Jahren, ich war bereits sieben Jahre aus dem Steuerrecht draußen, bot mir eine Zeitarbeitsfirma nen Job bei einer Rechtsanwältin an. Ich gab offen zu, dass ich nicht mehr so auf dem Laufenden bin, aber der Zuständige der Zeitarbeitsfirma meinte es sei doch kein Problem, ich könne mich da schnell wieder einlesen (so nahm ich also den Vorstellungstermin an und war erfolgreich- ich konnte sofort anfangen) Naja, ich hatte bisher ja auch nebenher Löhne gemacht...so wusste ich damals auch ziemlich gut Bescheid.
Die Rechtsanwältin stellte jedoch ihr System von Lexware auf Datev um und wollte daher jemanden, der sich in Datev gut auskennt...so ihre Rede. Zwei Monate später kündigte die Rechtsanwältin mir wieder, da ich beim Einrichten der Löhne angeblich versagt habe...was heißt aber versagt...sie richtete erst ziemlich spät Datev ein, Ihr Mann hat das selbst installiert, wie sich dann herausstellte fehlte eine Teilinstallation, und ich bekam leider zusätzlich auch niemanden von Datev, der vielleicht mal vorbeigeschaut hätte, um den einen oder andern Tipp zu geben...so legte ich also die Mandantenstammdaten aller Mandanten so gut es ging an, bis ein mitarbeitender angestellter Rechtsanwalt meinte, man könne doch die Mandantennummern ganz anders einteilen. Das bedeutete, alle ursprünglichen Mandantennummern löschen und über Nummernzusammenhang neu festlegen...was dann völlig verständlicherweise in einem Fiasko endete. Als sie mir kündigte, bot ich ihr an, die gleiche Stundenzahl für 250 Euro bei ihr tätig zu sein. Ich dachte so schnell fände ich eh nichts und falls doch könne ich ja wechseln - es gefiel mir ganz einfach in der Kanzlei. So nutzte sie mich noch fast ein zusätzliches Jahr zu ihrem Vorteil aus...was mich irgendwann natürlich störte und ich kündigte...
alles kein Problem...aber nun lädt mich das Amtsgericht als Zeuge ein, um dabei mitzuwirken, herauszufinden ob das letzte Gehalt für die Zeitarbeitsfirma gerechtfertigt wäre...(die Rechtsanwältin weigert sich zu zahlen, da ich die zugesagte Kenntnis nicht vorgewiesen hätte)
Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll bei der Anhörung.
Wie tritt man in solch einem Falle auf, und wer ist nun eigentlich im Recht!?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.
Angie
Alle 28 Antworten
09.12.2007, 13:42 von Cora
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Was ist bei uns schon gerecht?

Und die Rechtsprechung schon gar nicht.

Warum machst du dir eigentlich so viele Gedanken? Das belastet nur und die Leute, um die du dir hier Gedanken machst, sind ja schließlich Profis und wissen wie der Hase läuft.
09.12.2007, 01:46 von angie
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Danke @johanni für die Anteilnahme.

Zitat:
Du hast in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet, dann dürftest Du auch mitgekriegt haben, dass dort ganz gewaltig Recht gedehnt wird!!


Ich hab die Rechtsanwaltskanzlei nie so mitgekriegt...
Sicher wurde in der Pause mal über den einen oder anderen hergezogen...wie das halt oft so gemacht wird....

Ich find´s ganz einfach total ungerecht...

Da hat niemand wirklich ´ne Ahnung...und dann wird verhandelt.

Und dann noch total ungerecht. Es wird wohl noch einige Zeit

dauern, bis ich neutral über diese Verhandlung denke.
08.12.2007, 11:56 von johanni
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Zitat:
Aber es macht mich etwas traurig. Hätte der Anwalt, der die Zeitarbeitsfirma vertrat, überhaupt etwas gesagt...der saß einfach nur da.


Da gibt es zwei Möglichkeiten, entweder war sein Schriftsatz so fundiert, dass er nichts mehr sagen brauchte, oder er war ganz einfach und das ist nicht selten, unfähig!!

Zitat:
Hätte ich ihn denn verteidigen sollen???


Wieso, Du bist doch bloß Zeugin gewesen und hast " nur" die Wahrheit gesagt!!

Ohne bei dieser Verhandlung gewesen zu sein, ist es schier unmöglich, hier eine Wertung abzugeben!

Zitat:
Sie hatte ihn verklagt wegen arglistiger Täuschung!
Weil ich angeblich den DatevLohn nicht perfekt beherrscht hab


Wenn Du so unqualifiziert gewesen wärst, warum hat sie Dich dann zu einem " hungerlohn" weiter beschäftigt?

Kann nicht glauben, dass hier die Anwältin gewinnen wird!!

Was ich abernicht verstehen kann, immer führst Du wieder an, Dein Gewissen!! Du hast in einer Rechtsanwaltskanzlei gearbeitet, dann dürftest Du auch mitgekriegt haben, dass dort ganz gewaltig Recht gedehnt wird!!

Wenn Du nun die Wahrheit gesagt hast, ist doch alles gut!!

Johanni
08.12.2007, 00:29 von angie
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Am Nikolaustag war die Verhandlung.

Wenn der Herr von der Zeitarbeitsfirma verliert, kann er auf den mit der Anwältin vertraglich vereinbarten Betrag für meine Leistung für den Monat Februar, den er ja einklagen wollte, verzichten.
Zusätzlich darf er dann noch 5 Tausend zahlen für angebliche Kosten, die der Rechtsanwältin angeblich durch meine unperfekte Leistung entstanden sind, sozusagen Schadensersatz.

Sie hatte ihn verklagt wegen arglistiger Täuschung!
Weil ich angeblich den DatevLohn nicht perfekt beherrscht hab.

In der Verhandlung hat sich die Rechtsanwältin durch ne Kollegin verteidigen lassen. Die Fragen waren sehr geschickt eingefädelt.
Ich hab die Wahrheit gesagt.
Aber es macht mich etwas traurig. Hätte der Anwalt, der die Zeitarbeitsfirma vertrat, überhaupt etwas gesagt...der saß einfach nur da.
Hätte ich ihn denn verteidigen sollen???
Mit etwas mehr Redegewandtheit, hätte man da sicher was machen können.
Irgendwie ärgert es mich.
08.11.2007, 14:02 von Cora
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Hallo

verstehe das Problem nicht ganz:

die Kanzlei wird dich nicht mehr beschäftigen

das ist doch wohl Fakt.

Also brauchst du keine "Rücksicht" zu nehmen.

Meine Erfahrung vor Gericht: die Wahrheit sagen, so lange sie einen selbst nicht belastet und keine weitschweifigen Antworten geben wenn man nur mit JA oder NEIN antworten kann.

Auch wenn man entsprechend qualifiziert und vorgebildet ist, sollte einem jeder Arbeitgeber eine gewisse Einarbeitungszeit gewähren, denn nicht in allen Firmen wird die gleiche Arbeit auf dieselbe Art und Weise ausgeführt.

Und wenn man dein Angebot für 250 € weiter zu arbeiten angenommen hat, kannst du wohl soooo unqualifiziert nicht gewesen sein.

Also mach dir keinen Kopp und großartig Gedanken was vor Gericht sein könnte...es kommt in der Regel so wie so anders.
08.11.2007, 14:00 von Jobo
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Hallo Angie,
kurz nochmal zum Verständniss:

Du arbeitest zwei Monate lang über eine Zeitarbeit bei der Anwältin. Dein Gehalt kommt von der Zeitarbeit.

Dann arbeitest Du 12 Monate bei der Anwältin, hast Du da einen Vertrag ? Wer hat Dich bezahlt ? Wurden entsprechende Anmeldungen durchgeführt?

Du Kündigst nach 14 Monaten,hast Du die Papiere (Zeugniss, Soz. Anmeldung von der ANwältin bekommen ?

stimmt das so ?
Jobo
08.11.2007, 12:16 von angie
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Aber wie man sieht...Dummheit wird bestraft...
08.11.2007, 12:12 von angie
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Zitat:
Dann bitte rechne Dir mal selber aus wie hoch die Differenz zu dem Gehalt und der dann gezahlten 250 Euro sind!!
Und wenn das kein Eigeninteresse ist,verstehe ich die Arbeitswelt nicht mehr!!


Sie hatte wusste zum Zeitpunkt meiner Kündigung nichts von meinem Gehaltsvorschlag...lach...es war mein Gehaltsvorschlag. Ich wollte einfach bleiben.
08.11.2007, 11:34 von johanni
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Zitat:
Vielleicht solltest Du die Sache ganz nüchtern betrachten, wird Dich die Anwältin einstellen, wenn Du Dich auf Ihre Seite schlägst?


Wie sollte das gehen, mit einer Aussage, sie hat dort nicht mehr gearbeitet? Würde nicht den Tatsachen entsprechen

Ausserdem, was ist das für ein Arbeitgeber, der nicht bereit ist, eine Einarbeitung zu unterstützen? Bei der nächsten Gelegenheit wäre wieder Schluß!!

Was mich nur so stutzig macht, einerseits Kündigung wegen mangelnder Qualifikation ( könnte mir vorstellen, dass bei der Umstellung eines neues Systems eine Schulung notwendig ist und wenn diese nicht gewährt wird, hier vielleicht das Arbeitsgericht die Sache anders sehen würde)
und andererseits gleiche Ausübung der Tätigkeit dann zum Spottlohn!!

@
Zitat:
angieIch kann mich noch genau daran erinnern. Als ich der RA vorschlug, ob ich nicht bleiben könnte, meinte sie, dass sie nicht wisse, ob das ginge, da eine Übernahme lt. Vertrag erst nach 6 Monaten möglich sei, aber sie versuche, das so für mich zu drehen, dass ich bleiben könne...(damit tat sie mir einen Gefallen! und das zählt, sie hat nicht aus Selbstsucht gehandelt- mehr zählt für mich nicht).


Dann bitte rechne Dir mal selber aus wie hoch die Differenz zu dem Gehalt und der dann gezahlten 250 Euro sind!!
Und wenn das kein Eigeninteresse ist,verstehe ich die Arbeitswelt nicht mehr!!

Johanni
08.11.2007, 11:30 von angie
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Zitat:
Es ist durchaus normal, dass man in einem neuen Job nicht alles auf Anhieb kann. Wenn Du Dich nicht genügend unterstützt gefühlt hast, dann sag das, wenn man Dich fragt.
Danke, Taliesin...

Zitat:
Sei Dir selbst die Nächste und achte darauf, dass Du Dich morgens im Spiegel noch anlächeln kannst.


Mir ist es wichtig, die Wahrheit nicht zu verdrehen, gerade dann hätte ich im Nachhinein ein Schuldbewußstsein.

Ich kann mich noch genau daran erinnern. Als ich der RA vorschlug, ob ich nicht bleiben könnte, meinte sie, dass sie nicht wisse, ob das ginge, da eine Übernahme lt. Vertrag erst nach 6 Monaten möglich sei, aber sie versuche, das so für mich zu drehen, dass ich bleiben könne...(damit tat sie mir einen Gefallen! und das zählt, sie hat nicht aus Selbstsucht gehandelt- mehr zählt für mich nicht).

08.11.2007, 11:24 von Taliesin
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Hallo Angie

Meines Wissens hat eine Übernahme eines Leiharbeiters nichts mit irgendwelchen Fristen zu tun. Bei uns im Betrieb gibt es viele Leiharbeiter, die sogar länger als ein Jahr beschäftigt sind und immer noch auf eine Übernahme hoffen. Die 6-Monats-Frist war früher mal gültig, wurde in letzter Zeit aber abgeschafft. Was sollte den Arbeitgeber davon abhalten, einen Leiharbeiter schon nach einem Monat fest zu übernehmen?

Vielleicht solltest Du die Sache ganz nüchtern betrachten, wird Dich die Anwältin einstellen, wenn Du Dich auf Ihre Seite schlägst?
Wird Dich die Firma bei einem anderen Kunden einsetzen?

Sei Dir selbst die Nächste und achte darauf, dass Du Dich morgens im Spiegel noch anlächeln kannst. Es ist durchaus normal, dass man in einem neuen Job nicht alles auf Anhieb kann. Wenn Du Dich nicht genügend unterstützt gefühlt hast, dann sag das, wenn man Dich fragt.

nur meine Meinung, nichts Fundiertes

Gruß
Tali
08.11.2007, 11:21 von angie
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Lieber johanni!!!

Recht ist nicht immer Gesetz!!

Die Rechtsanwältin hat den Vertrag gekündigt! Ich war wieder frei von jeglichem Arbeitsverhältnis!!
Der Vertrag war g e l ö s t !! Ok?

Ich habe aber den Vorschlag gemacht, doch noch bleiben zu dürfen...und blieb.
Das hatte nichts mehr mit der Vereinbarung zu tun, welche die Zeitarbeitsfirma mit der RA getroffen hatten.
Hätte dies damit zu tun gehabt, hätte der Zeitarbeitsfirma binnen einer zweiwöchigen Frist (od.so)zugestanden die Kündigung anzufechten (und falls sie das getan hat binnen dieser Frist, und zwar NUR dann, stünden der Zeitarbeitsfirma zusätzliche Zahlungen zu, ansonsten nicht).
08.11.2007, 11:20 von johanni
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Hallo Dernie,

Zitat:
Uuuuuhhhh - Vorsicht!!! No, das ist nicht so. Man muß immer die Wahrheit sagen. Man kann aber die Aussage verweigern, wenn man sich selber belasten würde. Das ist ein himmelweiter Unterschied...


Stimmt und das meinte ich mit: Kann das sein!!

Johanni
08.11.2007, 11:16 von Dernie
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@johanni:

Zitat:
Hierzu fällt mir noch ein, dass man nur die Wahrheit sagen muß, wenn man sich nicht selbst belastet! Kann das sein??


Uuuuuhhhh - Vorsicht!!! No, das ist nicht so. Man muß immer die Wahrheit sagen. Man kann aber die Aussage verweigern, wenn man sich selber belasten würde. Das ist ein himmelweiter Unterschied... .

Selbst eine uneidliche Falschaussage ist strafbar.

Gruß,
Dernie
08.11.2007, 11:12 von johanni
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Zitat:
Es geht vielleicht garnicht um die beiden Monate, sondern um viel länger...


Schön, dass Du nun den Sachverhalt erkennst


Zitat:
Sollte ich mich nun auf die Seite der Rechtsanwältin schlagen um ihr so hohe Kosten zu ersparen?


Also wirklich, nun verstehe ich Dich beim besten Willen nicht mehr! Was hier die Rechtsanwältin versucht, ist m.M.n. nicht in Ordnung!!

Man sagt vor Gericht die Wahrheit und nur die WAHRHEIT!!

Hierzu fällt mir noch ein, dass man nur die Wahrheit sagen muß, wenn man sich nicht selbst belastet! Kann das sein??

Johanni
08.11.2007, 11:03 von angie
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Danke vielmals,

ohne darüber zu reden, wäre ich nicht darauf gestoßen.
Das ändert für mich natürlich gravierend meine Sichtweise.
Es geht vielleicht garnicht um die beiden Monate, sondern um viel länger...
Sollte ich mich nun auf die Seite der Rechtsanwältin schlagen um ihr so hohe Kosten zu ersparen?
08.11.2007, 10:57 von angie
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Hallo Johanni,

na Steuerrecht 1, Wirtschaft 1, Rechnungswesen 1, Datev Fibu 1, aber Datev Lohn wurde nicht getestet.
Man kann in der Theorie noch so gut sein, in der Praxis aber versagen.
Im Datev Lohn kann man sehr viel verkehrt machen. Und mir fehlte sicherlich die Routine. So hielt mich sicherlich auch das ein oder andere Mal die Bearbeitung des Fehlerprotokolls auf, was bei ner routinierten Angestellten, die nicht die letzten sieben Jahre weg war, mitnichten kein Problem dargestellt hätte.
Trotz alledem, reichen meine Anwesenheit und mein unroutiniertes Wissen aus, um die Auszahlung der vertraglichen Vereinbarungen zu gewährleisten?

....aber du bringst mich auf ganz andere Gedanken...
Ich arbeitete ja nur zwei Monate für die Zeitarbeitsfirma...danach hat mich die Anwältin garnicht übernommen, sondern mir ja gekündigt, für meine Übernahme in die Kanzlei hätte ich ca. 6 Monate über die Zeitarbeitsfirma laufen müssen....vielleicht geht der Rechtsstreit ja über diese Summe....die Zeitarbeitsfirma rief auch viel später noch immer wieder bei mir durch, wie lange ich denn nun tatsächlich noch bei der Anwältin gearbeitet hätte....
08.11.2007, 10:39 von johanni
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Hallo Angie,

Zitat:
mein Zeugnis ist ein Einserzeugnis. Was rechtfertigt das, wenn man versagt hat?


Bitte verstehe mich nicht falsch, aber wenn Du ein Einserzeugnis bekommen hast, kannst Dunicht versagt haben!!

Warum glaubst Du, dass Du versagt haben solltest? Völlig unglaubwürdig, denn dann hätte das Arbeitsverhältnis nicht weiter bestanden!! Und genau deshalb wird offenbar das Arbeitsgericht beteiligt. Die Anwältin hat Dich mit 250 bezahlt und offenbar fordert die Agentur den vereinbarten Preis. Nun versucht die Anwältin diese Kosten nicht zu zahlen.
Und als Hauptargument offenbar, Deine nicht vorhandene Qualifikation. Wieso wolltest Du am Wochende noch mal hin? Und wieso wollte sie Deine Mithilfe nicht? Vielleicht aus dem Grunde, den ich vorstehend geschildert habe.
Ich komme sogar auf den gedanken, dass vielleicht zwischenzeitlich andere Personen an Deinen Daten nachgearbeitet haben.

Könntest Du mal aus Deinem Zeugnis auszugshalber die sehr gute Benotung reingeben? Vielleicht auch unter PN??

Johanni
08.11.2007, 10:22 von angie
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Danke für den lieben Zuspruch, Johanni,

mein Zeugnis ist ein Einserzeugnis. Was rechtfertigt das, wenn man versagt hat? Versagt hab ich ja, offensichtlich...ich wollte am letzten Wochenende mit meinen Kindern in die Kanzlei fahren, aber da rief sie schon an, und beteuerte, dass sie das ganze nun selbst in die Hand nehmen würde...sie gab mir nicht mehr mal die Chance es zu vollenden- das ist die Wahrheit.
Aber es gibt hier viele Wahrheiten, insofern bedauere ich auch, dass ich es nicht geschafft habe, denn einen halben Monat hatte ich Zeit, und ein routiniertes Händchen hätte es auch schaffen können, das ist z.b. auch eine Wahrheit, ich kann für mich und gegen mich reden...das ist das Problem...ich bin gleichzeitig für mich und gegen mich.
08.11.2007, 10:06 von johanni
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Hallo Angie,

so ganz verstehe ich Dein Problem nicht.

Es ist doch so, dass wenn das Buchungssystem umgestellt wird, hierzu auch eine entsprechende Einarbeitungszeit gehört. Auch meine ich , dass Datev auch eine Hotline hat, die in Anspruch genommen werden kann. Dieses wurde Dir offenbar auch Kostengründen nicht gewährt.

Wenn Du nun tatsachlich so unqualifiziert gewesen wärest, warum hat dann Arbeisverhältnis dann weiterhin für einen " Hungerlohn" bestanden??

Ich glaube, Du wurdest ganz einfach ausgenutzt bzw. Deine Situation!! Wie sieht denn Dein Zeugnis aus??
Zitat:
aber nun lädt mich das Amtsgericht als Zeuge ein, um dabei mitzuwirken, herauszufinden ob das letzte Gehalt für die Zeitarbeitsfirma gerechtfertigt wäre...(die Rechtsanwältin weigert sich zu zahlen, da ich die zugesagte Kenntnis nicht vorgewiesen hätte)

Und genau hier liegt für den ehemaligen Arbeitgeber " das Haar in der Suppe!

Ganz ruhig und sachlich nur die Wahrheit sagen.

Zitat:
denn ich will nicht einfach nur "kaltblütigen" nach Gesetz vertreten werden, sondern mir geht es wirklich darum, niemand zu benachteiligen. Auch nicht mich selbst.


Vor gericht gelten aber un einmal diese Spielregeln und wen willst Du dann benachteiligen, wenn Du nur die Wahrheit sagst?
Johanni
08.11.2007, 10:00 von angie
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...wobei mich vielleicht die Ansicht von Beschäftigten aus dem steuerlichen Bereich mehr interessiert als von Rechtsanwälten, denn ich will nicht einfach nur "kaltblütigen" nach Gesetz vertreten werden, sondern mir geht es wirklich darum, niemand zu benachteiligen. Auch nicht mich selbst.
08.11.2007, 09:39 von angie
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Aber wie ich mich auch vorbereite auf diesen Termin. Die Rechtsanwälting könnte mich mit einem Satz locker unter den Tisch kehren, indem sie mein moralisches Denken trifft:

"Man hat mich betrogen, denn ich habe Perfektionismus erwartet und das wurde nicht erfüllt, vielmehr wurde versagt."

Ist es nicht wie bei einem Werkvertrag, wie mit einem Schrank, den man in Auftrag gibt, und der die gewünschten Eigenschaften nicht erfüllt? ---> Minderung, od. dergleichen...

Oder beinhaltet ein Angestelltenverhältnis nicht die unbedingte Erfüllung der zugesicherten Eigenschaften?
08.11.2007, 09:25 von Jobo
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Zitat:
sehr gut auf den Gerichtstermin vorbereiten

und am besten lügen, dass sich die Balken biegen, damit die Unglaubwirklichkeit so richtig manifestiert wird.
08.11.2007, 08:32 von Augenroll
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Hallo Angie,

Zitat:
Dies ist ein Grund, zu kündigen, aber ist es ein Grund, das vereinbarte Gehalt nicht zu bezahlen??


Genau so sehe ich das auch.

Ich würde auch zur Zeitarbeitsfirma halten und mich sehr gut auf den Gerichtstermin vorbereiten (zusammen mit der Zeitarbeitsfirma und möglichst deren Anwalt)

Oben rechts auf dieser Seite gibt es einen Reiter "Personal und Arbeitsrecht", da gibt es auch ein Forum!

Beste Grüße AR
08.11.2007, 08:30 von andreasM
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Vermietet diese Rechtsanwältin auch eine oder mehrere Whg bzw. Häuser?

AM
08.11.2007, 08:21 von angie
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Danke Jobo,

mir war Eure Meinung wichtig. Ich bin so am Wanken. Man kann beide Seiten begünstigen, weil es auf die Auslegung und den Standpunkt ankommt, und ich selbst, die ich ja Ursache des Ganzen bin, letztlich wohl durch meine Aussage entscheide, ob das Glas halb leer oder voll ist.
Nach sieben Jahren ist es einfach nicht leicht, wieder reinzukommen. Zwar hatte ich für mich privat Aufträge, aber in einer Kanzlei unterzukommen ist nach sieben Jahren dennoch m.E. nicht leicht. Ich müsste dem Vermittler der Zeitarbeitsfirma dankbar sein. Er hat mir einen Job vermittelt, und er hat seine Sache ziemlich gut gemacht, denn er hat mich zusätzlich noch gecoacht ein paar Stunden. Klasse!
Ich hab mich auch echt reingehängt mit unbezahlten Überstunden, usw. aber ob meine Leistung der vereinbarten Summe für die Zeitarbeitsfirma gerecht war, wage ich zu bezweifeln.
Dies ist ein Grund, zu kündigen, aber ist es ein Grund, das vereinbarte Gehalt nicht zu bezahlen??

Ich möchte einfach nur Euere subjektive Meinung hören, denn ich weiß, dass die Ansichten darüber sicherlich auseinandergehen. Und für mich ist es besonders schwer, da ich einerseits selbstbewusst auftreten möchte, andererseits aber auch kritisch genug mirgegenüber. Ich weiß in dieser Sache einfach nicht, was richtig ist.

Gruß,
Angie
07.11.2007, 23:49 von Jobo
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Hallo Angie,
mache das was ich auch jedem Anderen Zeugen vor Gericht raten würde. Antworte auf die Fragen nach besten Wissen und Gewissen, solltest du Dich mit Aussagen selbst zu irgend einer Staftat belasten, so darfst Du schweigen.
Jobo
07.11.2007, 20:08 von jaegermeister
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Falsches Forum hier. Versuche es doch mal bitte hier http://www.recht.de unter Arbeitsrecht.

MFG Jägermeister
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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