> zur Übersicht Forum
27.12.2007, 11:17 von RontorProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Anwaltskosten
Hallo

kann ich von meinen Ex-Mietern die Anwaltskosten, die durch den Briefwechsel der Anwälte enstanden sind, zurückverlangen?

Wäre schön wenn mir jemand dazu eine Antwort geben kann.

Gruß

Rontor
Alle 13 Antworten
29.12.2007, 13:11 von citade
Profil ansehen
"geht man vor Gericht - auch bei 100%-iger Klarheit über den Sachverhalt nie sicher sein kann wie ein Richter entscheidet"

Zu mir hat ein Anwalt gesagt:"Es kommt immer darauf an, ob der Richter Mieter oder Vermieter ist"

Soviel zu unserer Rechtsprechung! citade
28.12.2007, 14:39 von Rontor
Profil ansehen
Danke für eure Ausführungen.

Ich werde mich nun wohl doch auf den Vergleich einlassen.
Natürlich nur wenn er für mich einigermaßen akzeptabel ist.

Eigentlich liegt das nicht in meiner Natur, wenn man dann aber vor Gericht nicht zu 100% Recht bekommt, ist die Suppe teurer als die Brocken.

Ich bin froh wenn ich das Objekt 2009 endlich steuerfrei verkaufen kann.

Dann gibt es in meinem Leben keine Mieter mehr.

einen guten Rutsch in 2008
wünscht euch allen

Rontor

28.12.2007, 13:03 von Rita
Profil ansehen
Zitat:
Bei dem Rechtsstreit geht es um Instandhaltungskosten wie abgerissene und abgefressene Tapeten, zerkratzte sowie durch Hundefäkalien beschädigte Holzfussböden, angenagtes Holzwerk


Dann handelt es sich nicht um Instandhaltungskosten sondern einen Schadensersatz-/beseitigungs-Anspruch wegen Beschädigung! Klingt eigentlich nach "klarer Sache". Ich tendiere aber auch eher zu außergerichtlicher Einigung, weil man eben nie weiss, wie ein Richter entscheiden würde - und bekanntlich neigen die Richter zur "Mieterbegünstigung".

Zitat:
und nicht durchgeführte Wartungen der Heizung bzw Warmwasserboiler.

Sehe ich ebenso problematisch wie meine Vorredner > "direkte Übertragung auf Mieter" = i.d.R. unwirksam.
Zudem: wenn durch die Unterlassung geschuldeter Leistungen kein Schaden entstanden ist, besteht natürlich auch kein Schadensersatzanspruch.
Worauf bezieht sich dann die Forderung? Ggfs. nur auf Nacherfüllung? Also eher nicht wirklich wert, darum vor Gericht zu streiten?

Ein außergerichtlicher Vergleich ist eine freiwillige Einigung der Parteien, d.h. es ist immer ein Risikospiel, auf was sich der "Gegner" einlässt. Verlangen kann man natürlich auch da Schadensersatz PLUS Ersatz der verursachten Kosten/Auslagen (Rechtsanwalt) ...
Selbst der Richter kann noch einen gerichtlichen Vergleich vorschlagen > i.d.R. schlägt der Richter dann auch vor, dass jeder seine Kosten/Auslagen selbst trägt - aber auch da kann man durchaus noch verhandeln.

Wenn eine gerichtliche Klage unausweichlich scheint, würde ich allerdings von vorneherein auf eine problematische Forderung verzichten, um (hoffentlich) zu 100% Recht zu bekommen. Denn wenn man per Urteil nur anteilig "Recht" bekommt, werden eben auch die Kosten/Auslagen im Verhältnis des Obsiegens/Unterliegens geteilt.
27.12.2007, 20:17 von Sommer
Profil ansehen
Versuche, das außergerichtlich zu lösen - Gerichte sind unberechenbar.

Die Beschädigungen der Tapete und Böden sind eindeutig Mietersache wenn eben durch dessen "unsachgemäßen Gebrauch" entstanden - davon gehe ich mal aus anhand der Schilderung (da durch Tiere verursacht).

Diese Wartungssache würde ich als "dynamische Größe" mit in die Verhandlung einbringen da dies von manchen Gerichten gerne gekippt wird (wenn Du die Wartung beauftragst und Dir das über BK-Abrechnung zurückholst, geht das in Ordnung - wenn aber der Mieter sowas beauftragen soll, wird das gerne von den Gerichten gekippt da der Mieter grundsätzlich keine Arbeiten an vermieterseitigem Eigentum beauftragen kann sofern nicht unmittelbarer Bedarf/Notfall vorliegt...geht einfach auch um die Haftungsfrage wenn der Handwerker Mist baut). Das würde ich ihm also im Zweifelsfalle nachlassen aber bei den anderen Punkten laß ihn auf Granit beißen...und laß die Schäden durch einen vereidigten Sachverständigen festhalten!!! Das ist wichtig im Falle eines Rechtsstreites!

S.
27.12.2007, 17:37 von frischebrise
Profil ansehen
Hallo,

offenbar ist die Beweissicherung - und die ist in diesem Fall äußerst wichtig - vorhanden.

Nun sollte man sich die Frage stellen, kann ein Richter anhand dieser Fakten klar Rückschlüsse auf die Schäden führen.
Braucht es evtl. noch einen SV vom Gericht aus. ( Kosten ca. 400 Euro )

Wurden bei den erneuerten Schäden die Zeitwertanteile ( Neu für alt ) berücksichtigt. (siehe Afa)
Wenn hier nicht klar dem Richter schon die Bewertungen vorliegen, ist er/sie und wird er/sie einen Vergleich anstreben.

Die derzeitige Rechtsprechung wird den Mieter bevorteilen, davon ist auszugehen.

Meiner Meinung nach, einen außergerichtlichen Vergleich anstreben, weil dabei auch der Mieter eher das Gefühl hat, einen Vorteil erlangt zu haben.

Bei einem Urteil, wird er einer späteren Zahlungspflicht durch Stundung, Mahnung alle Register der Verschleppung ziehen und es dem VM möglichst so schwer als möglich machen.

Klug sein und seine Nerven schonen. Geht halt nicht anders in diesem hochentwickelten Rechtsstaat.

27.12.2007, 15:20 von Cora
Profil ansehen
Zitat:
Wie sieht das denn bei einer ausgerichtlichen Einigung, auf die es momentan von Mieterseite her angestrebt wird, aus??


Hallo

dann hängt es von eurem bzw. dem Verhandlungsgeschick des Anwalts ab, nach dem Motto: wir können auch vor Gericht gehen und dann zahlt ihr alles plus Gerichtskosten.

Ansonsten hält man es nach dem Motto: lieber der Spatz in der Hand...

Recht hat man auf vieles, nur - ob man es bekommt ist die Frage.
Leider ist es so, dass die meisten "Beklagten" immer damit rechnen, dass eine gütliche Einigung angestrebt wird, da der Kläger froh ist überhaupt etwas zu bekommen.

Leider ist es aber auch so, dass man - geht man vor Gericht - auch bei 100%-iger Klarheit über den Sachverhalt nie sicher sein kann wie ein Richter entscheidet.

Hat man also genügend Geld, Zeit und Nerven kann man diesen Weg wählen - ansonsten s.o.
27.12.2007, 15:10 von Dernie
Profil ansehen
Zitat:
Wie sieht das denn bei einer ausgerichtlichen Einigung, auf die es momentan von Mieterseite her angestrebt wird, aus??


Dann hat man keinen Anspruch auf Erstattung seiner Kosten, kann diese aber dennoch versuchen einzufordern oder am besten Mit-Gegenstand der Vereinbarung machen.

Gruß,
Dernie
27.12.2007, 14:55 von Rontor
Profil ansehen
Danke Cora

für die Schilderung.

Die Forderungen entsprechen den Tatsachen, welche die Ex-Mieter gerne zu deren Gunsten verändern würden.

Wie sieht das denn bei einer ausgerichtlichen Einigung, auf die es momentan von Mieterseite her angestrebt wird, aus??

LG

Rontor

27.12.2007, 14:07 von Cora
Profil ansehen
Hallo

der Schilderung nach sind die Forderungen durch einen Anwalt begründet worden. Die Frage ist nun, ist die Forderung rechtens und sind die Mieter zur Zahlung bereit?!

Wenn nein, muss entweder Mahnbescheid oder Klage eingereicht werden. Im MB kann man die Anwaltskosten mit aufführen.
Bei einer Klage kommt es auf das Urteil an.
Erkennt der Richter die Angelegenheit für rechtens und spricht er ein Urteil zugunsten des VM, muss der Beklagte alle Kosten tragen.
27.12.2007, 12:30 von Rontor
Profil ansehen
Hallo

wenn ich also bis vor das Gericht gehe und Recht bekomme, kann ich auch die Anwaltskosten einfordern.

Bei dem Rechtsstreit geht es um Instandhaltungskosten wie abgerissene und abgefressene Tapeten, zerkratzte sowie durch Hundefäkalien beschädigte Holzfussböden, angenagtes Holzwerk und nicht durchgeführte Wartungen der Heizung bzw Warmwasserboiler.

Die Mieter sind der Meinung das es sich hier um Renovierungsarbeiten handelt also Vermietersache sei.

Meiner Meinung nach sind das alles Instandsetzungsmaßnahmen welche die Mieter zu tragen haben.

Wartungsintervalle für Heizung/ Warmwasser sind im Mietvertrag festgeschrieben.
Ebenso die Schäden welche durch Tierhaltung enstanden sind.

Bilder vom Objekt sind vor Einzug der Mieter gemacht worden.
Bei Auszug der Mieter sind auch Bilder gemacht worden so das man die Unterschiede bzw Veränderungen/Beschädigungen sehen kann.
Bilder des, mitlerweile entkalkten, Boilers sind ebenso vorhanden. Da war es höchste Zeit das eine Wartung durchgeführt wurde.
Der Fußboden wurde von einem Fachbetrieb abgeschliffen, welche auch eine Zustandsbeschreibung des Bodens vor dem Schleifen zu Papier gebracht hat.
Das Holzwerk wurde ausgebessert bzw ersetzt.
Zeugen über den Zustand des Hauses bei Ein/Auszug der Mieter sind ebenso vorhanden.

LG

Rontor
27.12.2007, 12:22 von Dernie
Profil ansehen
Zitat:
Nein, es sei denn Sie hätten ein rechtskräftiges Urteil! Aber das haben Sie nicht!


Wieder mal Unfug! Natürlich kann ich es zurück verlangen!!! Die Frage ist, ob ich es bekomme..... .
27.12.2007, 11:48 von andreasM
Profil ansehen
Zitat:
kann ich von meinen Ex-Mietern die Anwaltskosten


Nein, es sei denn Sie hätten ein rechtskräftiges Urteil! Aber das haben Sie nicht!

AM
27.12.2007, 11:21 von Mortinghale
Profil ansehen
Wäre schön, wenn man ein wenig mehr vom Sachverhalt erfahren könnte.



Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter