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26.04.2007, 18:53 von prinzregentProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Anlage V Einkünfte aus Vermietung
Wir alle geben ja brav unsere Anlage V zur Vermietung und Verpachtung ab. Auf Seite 2 gibt es den Posten " Verwaltungskosten" 53.

Da hatte ich immer alle anteiligen Verwaltungskosten (Telefon, Handy, Büromaterial, Fahrten zum Objekt, Computer und so weiteren Kleinkram) abgesetzt.

Im Jahr 2003 hat mir das Finanzamt Berlin 2.300 Euro Verwaltungskosten anerkannt.

Das Finanzamt aus W erkennt Null Euronen an. Auch eine einmalige Fahrt von Berlin zum Objekt ( 2.000 km ! und Hotel ) will das Amt nicht anerkennen. Ich dachte alle 10 Jahre dürfte ich als Hausbesitzer mir das Objekt in W mal persönlich anschauen. ( einmalige Fahrt ! )

Wie macht ihr das mit dem Posten Verwaltungskosten. Schreibt ihr alle da NICHTS rein und schenkt ihr eurem Finanzamt die Telefon und Papier und Strom und Computerkosten ? ? ?
Alle 7 Antworten
27.04.2007, 19:04 von Mortinghale
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@Prinzregent

Und im Rahmen der Feststellungserklärung (bzw. jetzt im Einspruch) müßtest Du Deine Verwaltungskosten als "Sonderwerbungskosten" geltend machen.

Sollte das FA diese Sonderwerbungskosten ablehnen, kannst Du mir den Inhalt der Ablehnung ja mal als PN schicken.

27.04.2007, 17:12 von taxpert
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@Mortinghale
Stimmt: keine Nichtigkeit. Antrag auf Widereinsetzung 1 Jahr nach Ergehen des bescheides möglich.

@prinzregent
Ist der Finanzverwaltung bekannt, dass die Beteiligten zerstritten sind, so müsste grundsätzlich eine Einzelbekanntgabe an alle Beteiligften erfolgen.

27.04.2007, 07:05 von zaunkoenig
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Hallo,

@mortinghale
Ich sagte "möglicherweise nichtig". Auch dies ist denkbar.

@all

Die Finanzverwaltung hätte gerne einen Empfangsbevollmächtigten. Dies hat für sie den Vorteil, dass sie lediglich dem Bevollmächtigten einen Steuerbescheid übermitteln braucht. Die Bekanntgabe, die eigentlich gegen jeden Bruchteilseigentümer erfolgen müsste, erfolgt so stellvertretend für alle an den Bevollmächtigten.
Der Bevollmächtigte haftet dann auch gesamtschuldnerisch für Steuerverbindlichkeiten der Gemeinschaft (wobei dies rechtlich äußerst strittig ist), zumindest ist er zunächst Haftungsschuldner.

Wenn der rechtliche Eigentümer gegenüber der Finanzverwaltung erklärt, dass die Empfangsvollmacht nicht mehr für die gesamt Hand gilt, sondern lediglich für die restlichen Bruchteilseigentümer, so ist die Finanzverwaltung an diese Erklärung gebunden und muss einen weiteren Steuerbescheid ausstellen und bekannt geben. Es kommt wieder zur Einzelbekanntgabe.
Voraussetzung ist jedoch die Kenntnis des Widerufs der Empfangsvollmacht bei der Finanzverwaltung.

Hierzu § 183 AO

Zitat:
§ 183 Empfangsbevollmächtigte bei der einheitlichen Feststellung

(1) 1Richtet sich ein Feststellungsbescheid gegen mehrere Personen, die an dem Gegenstand der Feststellung als Gesellschafter oder Gemeinschafter beteiligt sind (Feststellungsbeteiligte), so sollen sie einen gemeinsamen Empfangsbevollmächtigten bestellen, der ermächtigt ist, für sie alle Verwaltungsakte und Mitteilungen in Empfang zu nehmen, die mit dem Feststellungsverfahren und dem anschließenden Verfahren über einen Einspruch zusammenhängen. 2Ist ein gemeinsamer Empfangsbevollmächtigter nicht vorhanden, so gilt ein zur Vertretung der Gesellschaft oder der Feststellungsbeteiligten oder ein zur Verwaltung des Gegenstands der Feststellung Berechtigter als Empfangsbevollmächtigter. 3Anderenfalls kann die Finanzbehörde die Beteiligten auffordern, innerhalb einer bestimmten angemessenen Frist einen Empfangsbevollmächtigten zu benennen. 4Hierbei ist ein Beteiligter vorzuschlagen und darauf hinzuweisen, dass diesem die in Satz 1 genannten Verwaltungsakte und Mitteilungen mit Wirkung für und gegen alle Beteiligten bekannt gegeben werden, soweit nicht ein anderer Empfangsbevollmächtigter benannt wird. 5Bei der Bekanntgabe an den Empfangsbevollmächtigten ist darauf hinzuweisen, dass die Bekanntgabe mit Wirkung für und gegen alle Feststellungsbeteiligten erfolgt.

(2) 1Absatz 1 ist insoweit nicht anzuwenden, als der Finanzbehörde bekannt ist, dass die Gesellschaft oder Gemeinschaft nicht mehr besteht, dass ein Beteiligter aus der Gesellschaft oder der Gemeinschaft ausgeschieden ist oder dass zwischen den Beteiligten ernstliche Meinungsverschiedenheiten bestehen. 2Ist nach Satz 1 Einzelbekanntgabe erforderlich, so sind dem Beteiligten der Gegenstand der Feststellung, die alle Beteiligten betreffenden Besteuerungsgrundlagen, sein Anteil, die Zahl der Beteiligten und die ihn persönlich betreffenden Besteuerungsgrundlagen bekannt zu geben. 3Bei berechtigtem Interesse ist dem Beteiligten der gesamte Inhalt des Feststellungsbescheids mitzuteilen.

(3) 1Ist ein Empfangsbevollmächtigter nach Absatz 1 Satz 1 vorhanden, können Feststellungsbescheide ihm gegenüber auch mit Wirkung für einen in Absatz 2 Satz 1 genannten Beteiligten bekannt gegeben werden, soweit und solange dieser Beteiligte oder der Empfangsbevollmächtigte nicht widersprochen hat. 2Der Widerruf der Vollmacht wird der Finanzbehörde gegenüber erst wirksam, wenn er ihr zugeht.


27.04.2007, 01:31 von prinzregent
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Die Steuererklärung wird von X gemacht. Er ist Rentner und hat 3 kleine Mietshäuser.
26.04.2007, 23:41 von Mortinghale
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@Zaunkoenig

Der Bescheid ist nicht "nichtig", es verlängert sich lediglich die "Einspruchsfrist" (Wiedereinsetzung in den vorigen Stand).

@Prinzregent

Wer hat denn die Steuererklärung gefertigt und abgegeben ?

26.04.2007, 20:25 von prinzregent
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1. Mir gehört ein Anteil von 1/6. Aus diesem Grund wird die Verwaltung von X gemacht. X hat seit 1960 bei "Verwaltungskosten" nichts reingeschrieben. Ich bin der Meinung, Verwaltungskosten sollten in die Steuererklärung rein und mindern ! die Bilanz.

2 Die Fahrt wurde nicht genehmigt, weil ich "nur X besuchen" wolle. So die schriftliche Begründung vom Amt.

3 Mit X liege ich im Streit. Wir reden nur über Rechtsanwalt miteinander. Stopp, auch die Briefe des Anwaltes werden nicht beantwortet.

4 Das Amt von W hat mir eine "Benennung eines Empfangsbevollmächtigten für die Feststellungsbeteiligten" geschickt. Ich will X nicht mehr anerkennen und ich will auch gegen den Steuerbescheid Widerspruch einlegen. Das Amt lehnt den Widerspruch von 2007 ab. Ich sei dazu gar nicht berechtigt.
26.04.2007, 19:08 von zaunkoenig
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Hallo,

mit welcher Begründung hat das Amt denn den Abzug versagt?

(Bei Abweichungen von der Erklärung des Steuerpflichtigen ist die Verwaltung verpflichtet den Grund der Abweichung schriftlich im Bescheid zu erläutern. Eine fehlende Erläuterung kann zur Nichtigkeit des Steuerbescheides führen mit der Folge, dass die Veranlagung noch offen und änderbar ist).

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