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04.09.2007, 08:00 von lysanProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Angemessene Betriebskostenvorauszahlung
Hallo, ich sitze gerade über der Betriebskostenabrechnung und sinniere, wie ich unseren Mieter die Erhöhung ihrer Betriebskostenpauschale am besten rüberbringen kann.
Eine Kollegin bzw. die Hausverwaltungsfirma nimmt für 1 Person in 50 m² satte 178 € Vorauszahlung.
Ich habe ein paar Werte gefunden, die die üblichen Kosten wohl wiedergeben. Das wären 1,20 €/m² für Heizung, 0,20 €/m² für Warmwasserbereitung, Müll ca. 2,50 € pro Person und Trink-+Abwasser ca. 12,50 €/Person - alles monatlich.
Welche Pauschalen setzt ihr an?
Grüße
lysan
Alle 25 Antworten
05.09.2007, 16:24 von Augenroll
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Zitat:
Er sollte mal lieber die 2,50 mit in die Kneipe nehmen, a ist dann hier Ruhe und b der Level past am Stammtisch.


Gehen Sie mal lieber zur Massage, Golfen oder Segeln.

Dann haben wir hier endlich Ruhe.

Wie kann man bloß so extrem seine Freizeit im Forum verschwenden und gleichzeitig vermögend sein? Das ist doch krank!
05.09.2007, 16:19 von Sledge_Hammer
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Zitat:
kassiere Zinsen auf meinem Tagesgeldkonto

Du sparst ja auch auf ein Häuschen und kommst nicht in Versuchung, die 2,50 €, die Du dafür erhältst, sinnlos zu verprasssen.




Er sollte mal lieber die 2,50 mit in die Kneipe nehmen, a ist dann hier Ruhe und b der Level past am Stammtisch.

Gruß S. Hammer
05.09.2007, 16:17 von Augenroll
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Zitat:
Du sparst ja auch auf ein Häuschen und kommst nicht in Versuchung, die 2,50 €, die Du dafür erhältst, sinnlos zu verprasssen.



Kleinvieh macht ja auch Mist.

Es geht mir dabei jedoch hauptsächlich um mein erleichtertes Zurückbehaltungsrecht, was ich ja bei Unklarheiten in der Abrechnung stets in Anspruch nehme.
05.09.2007, 16:14 von Mortinghale
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Zitat:
kassiere Zinsen auf meinem Tagesgeldkonto


Du sparst ja auch auf ein Häuschen und kommst nicht in Versuchung, die 2,50 €, die Du dafür erhältst, sinnlos zu verprasssen.

05.09.2007, 16:01 von Augenroll
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Ich verstehe diese Mieter nicht, die können anscheinend nicht rechnen. Da haben die Vermieter wohl echt Glück gehabt.

Ich zahle so wenig wie möglich voraus, kassiere Zinsen auf meinem Tagesgeldkonto und habe kein Problem die erhöhte Nachzahlung zu leisten. Außerdem kann ich besser das Geld zurückbehalten, falls die Abrechnung fehlerhaft ist.

Ich gebe dem Vermieter doch nich neben der üppigen Miete auch noch zinslosen Kredit.

05.09.2007, 11:57 von Mortinghale
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Zitat:
Das haben die Mieter noch immer verstanden.


Mit solchen Mietern gibt es ja auch keine Probleme.

Nachdem auf frühere Erhöhungen einige Mieter partout nicht reagiert haben, lasse ich es inzwischen komplett.

Und jetzt kommen die Mieter und erhöhen selbständig ihre Vz.

Wahrscheinlich ist das "Erstmaldagegensein" nur ein Reflex.

05.09.2007, 11:01 von Jobo
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Zitat:
Im Zweifelsfall bleibt alles beim Alten


dann es ist nämlich möglich, dem VM vor zu werfen, er habe sich seiner Verantwortung entzogen und somit Schuld auf sich geladen den wirtschaftlichen Schaden vom Mieter nicht fern zu halten.
Warum tappen den so viele Menschen in die Schuldenfalle ?
Weil sie mehr Geld ausgeben, wie sie einnehmen.

Also der VM ist sogar moralisch verpflichtet (mit Moral wird ja hier so gerne argumentiert) die NK so zu berechnen, dass keine Nachzahlung zu erwarten ist.

Und nun zur wirtschaftlichen Betrachtung:

Nehmen wir an, die NK betragen 150 Euro
Bei einer Erhöhung von 10% beträgt die neue NK Vorauszahlung 15 Euro ergibt im Jahr 180 Euro.
Legt man die 15 Euro jeden Monat an kommen im Jahr bei 2% rund 2 Euro Zinsen raus.

Wenn jemand die Nachzahlung über Girokonto finanziert, kommt da eine wesentlich hörer Betrag zusammen. Das ist dann als Schaden für den Mieter zu sehen.

Also bedenkt die Fürsorgepflicht und berechnet die NK Vorauszahlung so, dass der Mieter keinen Schaden hat.
Somit sind 10 % Aufschlag gerechtfertigt.

Jobo
@Augenroll

Zitat:
Im Zweifelsfall bleibt alles beim Alten, also bei der alten Vorauszahlungshöhe. Der Mieter muss hier gar nichts beweisen.

Hab ich kein Problem mit.

05.09.2007, 09:06 von Augenroll
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Gegen eine angemessene und schlüssig begründete Erhöhung der Vorauszahlungen hat doch niemand was.

Aber wer sagt bzw. darf sagen, dass 10% jährliche Erhöhung angemessen sind?

Im Zweifelsfall bleibt alles beim Alten, also bei der alten Vorauszahlungshöhe. Der Mieter muss hier gar nichts beweisen.
04.09.2007, 21:25 von Fixfeier
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Hallo,

hier ist der § 560 Abs. 4 BGB anzuwenden.

Auch wenn es anfangs etwas Arbeit bedeutet, ich habe am PC eine kleine Tabelle angelegt, darin alle Kostenkonten aufgeführt und verteile dort mit den Verteilerschlüsseln des Vorjahres die Kosten die ich anhand klarer Anhaltspunkte für das kommende Jahr erwarte. Das haben die Mieter noch immer verstanden.

Gruß
04.09.2007, 20:59 von Mortinghale
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Na ja, Dedl,

Absatz 4 würde die Situation aber auch nicht direkt klären.
Absatz 2 Satz 2 wird allgemein so ausgelegt, daß die Vz zwar zu niedrig, aber auf keinen Fall zu hoch angesetzt werden dürfen.
Schließlich soll dem Vermieter die Chance bleiben, die Zwölfmonatsfrist zu seinem Nachteil zu verpassen.

04.09.2007, 20:53 von dedl
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Zitat:
...§ 556 Abs. 2 Satz 2 BGB könnte dem Steigerungszuschlag entgegenstehen.

Warum sollte er?

Solange die Höhe der Forderung angemessen, d.h. von beiden Seiten nachvollziehbar ist? Nur dann würde M ja zahlen, ansonsten würde er widersprechen und u.U. lieber nachzahlen. Außerdem gibts ja noch Absatz 4.
04.09.2007, 20:41 von Marschall
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Zitat:
Nehmen Sie doch die einfach die Istkosten.

ISTKOSTEN? Bei einer Vorauszahlung? Also zukünftige Kosten!

Kommen Sie nochmal bei mir vorbei und wollen aus meiner Kloschüssel saufen...
04.09.2007, 20:36 von Mortinghale
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Ich will jetzt nicht unbedingt den Advocatus diaboli spielen, aber ich befürchte, § 556 Abs. 2 Satz 2 BGB könnte dem Steigerungszuschlag entgegenstehen.

04.09.2007, 20:26 von Jobo
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@ Kiovar

perfekte Antwort, mit solchen Beiträgen gewinnt das Forum wieder an Substanz.
Danke
Jobo
04.09.2007, 17:07 von Kiovar
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Zitat:
Hallo, ich sitze gerade über der Betriebskostenabrechnung und sinniere, wie ich unseren Mieter die Erhöhung ihrer Betriebskostenpauschale am besten rüberbringen kann


Tatsächlich ist es so, dass eine Pauschale nicht erhöht werden kann... sollten Sie allerding die Vorrauszahlung meinen, dann ist eine angemessene Erhöhung jederzeit sinnvoll und angebracht. Eine Steigerung von 10- 20% kann aufgrund des vergangenen Jahre und der Prognose durchaus angenommen werden. (Vergangenheitswerte: siehe Stat. Jahrbuch)

Ausgehend von den Ist-Werten des abgelaufenen Abrechnungszeitraumes würde ich mit einer xx%-Steigerung rechnen und die Vorrauszahlung anpassen.

@augenroll & andreasM

Zitat:
Solch eine Steigerungsrate kann aber nicht so einfach angenommen werden. Es muss schon genau nachgewiesen werden, was sich wieviel verteuert haben soll. Es wird ja nicht immer und zu jederzeit alles teurer. Und schon gar nicht pauschal 10%! (Löhne und Mieten steigen ja auch nicht 10 % pro Jahr) Wie kommen Sie eigentlich auf 10%? Bitte BGH-Urteile nennen!



Die Steigerungsquote muss übrigends nicht nachgewiesen werden, eine unangemesse Steigerung fällt unter den Begriff Sittenwidrigkeit und wäre angreifbar :-).

Zu beweisen, das die Steigerung unangemessen ist, ist übrigends Sache der zweifelnden Gegenseite.

Zitat:
Nehmen Sie doch die einfach die Istkosten. Mehr steht Ihnen auch nicht zu!

AM




Tja... die Einbeziehung einer angemessenen Steigerungsquote nennt mann "kaufmännische Vorsicht" (wir übrigends im HGB sogar gefordert) und soll den Mieter vor sehr hohen Nachzahlungen schützen, genauso aber auch den Vermieter von zu starken Zinsbelastungen.

Im Übrigen fällt eine angemessene Erhöhung der BK-Vorrauszahlung in die von Ihnen und Augenroll so oft geforderte Fürsorgepflicht des VM gegenüber dem M.

*weiteren Kommentar denke ich mal nur* :-)

Kiovar

04.09.2007, 16:29 von lysan
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Wäre ja schon zu schön, wenn die Mieter die Istkosten auch bezahlen würden!!!
Danke für die fachlichen und sachlichen Beiträge!
04.09.2007, 10:18 von andreasM
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Nehmen Sie doch die einfach die Istkosten. Mehr steht Ihnen auch nicht zu!

AM
04.09.2007, 09:37 von Augenroll
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Zitat:
Dank an AR, richtig die 10 % Steigerungsrate sind nicht gerechtfertigt weil die Steigerung in den letzten 2 Jahren
25 % - 35 % ausgemacht hat.


Und Sie könne also Hellsehen und die zukünftigen Entwicklungen beziffern ja?

Wenn die zukünftigen Preissteigerungen bereits z.B. durch die Gemeinden beschlossen sind, so können sie natürlich eingerechnet werden, aber sonst eben nicht! Bloß weil ein Vermieter oraklehaft meint irgendetwas könnte teurer werden ist das noch lange nicht relevant.

Meine Frage nach Urteilen und Quellen für die Ansicht der pauschalen Vorauszahlungserhöhungen wurde jedenfalls nicht beantwortet!
04.09.2007, 09:30 von nass01
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Dank an AR, richtig die 10 % Steigerungsrate sind nicht gerechtfertigt weil die Steigerung in den letzten 2 Jahren 25 % - 35 % ausgemacht hat.
Bitte liebe Vermieter Die Nebenkosten mit 25% - 35 % Steigerungsrate berücksichtigen damit alles gerecht und im Sinne von Augenroll abläuft und die Nachzahlungen für die Mieter nicht zu einer erdrückenden Last werden.

Und wie zu erwarten ist werden die komunalen Gebühren und Energiekosten noch dramatischer steigen.

04.09.2007, 09:06 von Sledge_Hammer
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Zitat:
Es muss schon genau nachgewiesen werden, was sich wieviel verteuert haben soll. Es wird ja nicht immer und zu jederzeit alles teurer. Und schon gar nicht pauschal 10%!


Ist doch ok..

Sollten keine Preissteigerungen erfolgen bekommt der Mieter ja sein Geld wieder, natürlich ohne Zinsen, denen bemächtigt sich der Vermieter.
04.09.2007, 08:25 von Augenroll
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@lysan,

Zitat:
wie ich unseren Mieter die Erhöhung ihrer Betriebskostenpauschale am besten rüberbringen kann.


Also wenn Sie immer noch Pauschale und Vorauszahlung verwechseln, scheinen Sie ja wirklich ziemlich im Dunkeln zu tappen (oder Sie wollen es gar nicht verstehen).

Zitat:
für das laufende Jahr um 250.-EUR plus 10% Steigerungsrate an das ergibt pro Monat eine Erhöhung um ca. 23.- EUR.



Solch eine Steigerungsrate kann aber nicht so einfach angenommen werden. Es muss schon genau nachgewiesen werden, was sich wieviel verteuert haben soll. Es wird ja nicht immer und zu jederzeit alles teurer. Und schon gar nicht pauschal 10%! (Löhne und Mieten steigen ja auch nicht 10 % pro Jahr) Wie kommen Sie eigentlich auf 10%? Bitte BGH-Urteile nennen!

04.09.2007, 08:18 von JollyJumper
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Da Du gerade eine Abrechnung machst, hast Du doch alle Werte vorzuliegen.
Anhand der vorzuliegenden Werte weißt Du doch genau wieviel ein Mietpartei im zurückliegenden Jahr zu zahlen hatte.
Gesamtsumme geteilt durch 12 Monate ergibt die Summe, bei der der Mieter, gleichbleibendende Kosten fürs Folgejahr vorausgesetz, zum Jahresende nicht mit einer erheblichen Nachzahlung rechnen muss.
Wenn Dir Kostenerhöhungen für folgende Jahr bereits bekannt sind kanns Du diese natürlich bereits einpreisen.
Ggf. einen Zuschlag von einigen Prozent für die Laufende Teuerung drauflegen.
Gruß JJ
04.09.2007, 08:12 von nass01
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Das verstehe ich nicht, wieso willst Du pauschale Anhaltswerte übernehmen?
Richte dich doch nach den wirklich abgerechnetetn Kosten und passe diese nach den Steigerungen und Teuerungen an.

Muss ein Mieter 250.- Euro nachzahlen, passe ich die Vorrauszahlung
für das laufende Jahr um 250.-EUR plus 10% Steigerungsrate an das ergibt pro Monat eine Erhöhung um ca. 23.- EUR.

Die Erhöhung wird in einem Schreiben mitgeteilt das ich der Nebenkostenabrechnung beilege.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
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