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04.12.2007, 12:21 von RitaProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|AfA - nach tatsächlicher kürzerer Nutzungsdauer
Ich beziehe mich auf den fettgedruckten Satz 2 des EkSt § 7 Abs. (4):
Zitat:
1Bei Gebäuden sind abweichend von Absatz 1 als Absetzung für Abnutzung die folgenden Beträge bis zur vollen Absetzung abzuziehen:
1. bei Gebäuden, soweit sie zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die der Bauantrag nach dem 31. März 1985 gestellt worden ist, jährlich 3 Prozent,
2. bei Gebäuden, soweit sie die Voraussetzungen der Nummer 1 nicht erfüllen und die
a) nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt worden sind, jährlich 2 Prozent,
b) vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt worden sind, jährlich 2,5 Prozent
der Anschaffungs- oder Herstellungskosten; Absatz 1 Satz 5 gilt entsprechend.
2Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 weniger als 33 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 Buchstabe a weniger als 50 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nr. 2 Buchstabe b weniger als 40 Jahre, so können an Stelle der Absetzungen nach Satz 1 die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden.
3Absatz 1 letzter Satz bleibt unberührt.
4Bei Gebäuden im Sinne der Nummer 2 rechtfertigt die für Gebäude im Sinne der Nummer 1 geltende Regelung weder die Anwendung des Absatzes 1 letzter Satz noch den Ansatz des niedrigeren Teilwerts (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2).

http://bundesrecht.juris.de/estg/__7.html

Hat denn jemand von Euch schonmal versucht, eine kürzere Nutzungsdauer als 40/50 Jahre nach Satz 1 2. a/b (zwecks kürzerem AfA-Zeitraum = höherer jährlicher AfA-Betrag) dem Finanzamt glaubhaft zu machen?
... oder kennt jemand der damit Erfolg hatte?

Nach Rechtsprechung soll hierzu nicht zwangsläufig ein Gutachten erforderlich sein und an die Glaubhaftmachung keine strengen Anforderungen gestellt werden (z.B. FG Köln 8 K 6924/95 u.A.)

Ich suche jetzt dringend brauchbare Hinweise dazu, welche Grundsätze die Rechtsprechung entwickelt hat, wann Nachweise für eine kürzere Dauer der Abschreibung ausreichend sind.
Es wäre prima, wenn hier jemand Links, Urteile, Artikel, Hinweise wüsste ...


Das einzig mir bekannte Urteil pro höhere AfA/kürzere Nutzungsdauer (s.o. FG Köln 8 K 6294/95 vom 23.01.2001) habe ich vorliegen - leider gibt es nicht genug dazu her, welche Begründung das Finanzgericht überzeugt.
Ansonsten habe ich bisher nur negative Urteile gefunden, d.h. welche Gründe die Finanzgerichte ablehnen ... (unbestimmte Zukunftsaussichten, blosse Baumängel, ein nicht mehr zeitgemässer Nutzungsstandard, nicht mehr zeitgemässer Wärme-/Schallschutz.
Gibt's denn nicht noch mehr Urteile, die zugunsten des Steuerzahlers ausgegangen sind !?
(womöglich haben das die FG wohlweislich nicht veröffentlicht ...)

Ich habe die Frage auch im Steuernetz-Forum gestellt (mit mehr Details)
http://www.steuern-online.de/cgi-local/loadforum.cgi?http://f3.webmart.de/f.cfm?id=1021138&r=threadview&t=3112898#16196321
Alle 1 Antworten
04.12.2007, 15:27 von frischebrise
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Hallo,

ein schwieriges Feld durch eine verkürzte Lebensdauer von Gebäude einen höheren Afa- Satz zu bewirken.
Vom Sinn her schon verstanden.

Die bisherigen steuerlichen Varianten gingen aber immer von 50 Jahren aus.

Ob nun über die deg. oder die lineare mit unterschiedlichen Wichtungen der Jahre.

Meines Wissens wurde doch gerade durch den Wegfall der deg. Afa
dieses wieder aufgehoben und durch unterschiedliche Wichtungen bei einzelnen Gebäudeteile ersetzt.

Schau mal ob du mit nachfolgender neuer Darstellung etwas Anfangen kannst.

Zitat:

Wird ein Gebäude unterschiedlich genutzt, existieren selbstständige Gebäudeteile die auch selbstständig abschreibungsfähig sind. Dabei können unterschiedliche Abschreibungsmethoden zur Anwendungen kommen. In den Einkommensteuerrichtlinien werden folgende selbstständige Nutzungen unterschieden:

Nutzung zu eigenen Betriebszwecken,
Vermietung für fremde Betriebszwecke,
Vermietung zu fremden Wohnzwecken und
Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.


Mietwohngebäude können seit dem 1.1.2006 nur noch linear mit 2 Prozent abgeschrieben werden. Zuvor war eine degressive Abschreibung möglich. Letztmalig kann die degressive Abschreibung für Gebäude angewendet werden, die auf Grund eines nach dem 31.12.2003 gestellten Bauantrages oder eines nach dem 31.12.2003 rechtswirksam abgeschlossenen Vertrages angeschaffen worden waren. Der Abschreibungssatz beträgt im Jahr der Fertigstellung und in den 9 folgenden Jahren 4 Prozent, in den darauf folgenden 8 Jahren 2,5 Prozent und in den 32 folgenden Jahren 1,25 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Abschreibung ist vorzunehmen sobald das Gebäude angeschafft oder hergestellt (fertiggestellt) ist.

Gebäude die zum Betriebsvermögen gehören und keinen Wohnzwecken (Bauantrag nach dem 31.3.1985) dienen, können linar mit 4 Prozent abgeschrieben werden. Erfolgte die Anschaffung bzw. Herstellung nach dem 31.12.2000, beträgt der Abschreibungssatz 3 Prozent.

siehe hierzu auch:

Lexikon:
Abschreibung
Abschreibung/ linear
Abschreibung/ degressiv

Rechtsprechung:
BFH 16.12.1981 - I R 131/78
BFH 19.12.1972 - VIII R 124/69


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