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06.03.2009, 17:19 von MaViProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Ärger mit dem Mieter wegen Aufrechnung Mietkaution
Hallo,
ich habe folgendes Problem:
Ende Juni 2008 ist der Mieter aus unserer Eigentumswohnung ausgezogen. Da die Abrechnungen der Wasserwerke, Strom etc. erst Ende Januar gekommen sind, konnte ich auch erst Mitte Februar die Mietnebenkosten-Abrechnung erstellen (wobe idas ja noch locker im 1-Jahres-Zeitraum liegt). Die Nachzahlung von gut 300 Euro habe ich mit der Mietkaution verrechnet.
Ferner habe ich eine defekte Balkontür, welche nach Aussage der Mieterin während der Renovierung beschädigt wurde, reparieren lassen (Kostenpunkt 300 Euro) sowie 1 Teppich, der in einem Kinderzimmer lag und der von den Mietern entsorgt und nicht ersetzt wurde, gekauft und mit 130 Euro ohne Verlegearbeiten in Rechnung gestellt. Diese total 430 Euro habe ich ebenfalls gegengerechnet und will den Mietern nun den Restbetrag von gut 770 Euro überweisen.
Dazu habe ich den Mietern alle Unterlagen geschickt, die Aufrechnung erklärt und um Angabe der Kontonummer gebeten, an die ich die 770 Euro überweisen kann (ich hab nämlich keine).
Dann bekomme ich heute einen Brief eines Anwalts, der die sofortige Zahlung von 430 Euro (d.h. weniger als meine 770 Euro) verlangt und von mir wegen "Zahlungsverzug" zusätzlich 103 Euro verlangt.
Ich fühle mich im Recht, die Mieter hatten zwar gestrichen, aber diverse Dinge beschädigt hinterlassen (beim Streichen nicht abgeklebt, Heizungen bemalt, Bodenfliesen mit Löchern hinterlassen, Dimmer kaputt, Klebereste an Türen und auf dem Balkon . . . ) - auf einen finanziellen Ausgleich hierfür habe ich aus Kulanz verzichtet.
Leider habe ich kein vom Mieter unterschriebenes Übergabeprotokoll, aber die Beschädigungen habe ich schriftlich dokumentiert.

Was soll ich nun auf das Schreiben das Anwalts antworten ?
Alle 9 Antworten
23.03.2009, 17:37 von Frau Schlau
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Hallo,

das Neuverlegen eines Teppichs würde Sie z.B. 800 Euro kosten. Ihr Teppich war bereits 1 Jahr alt. Dann müsste Ihnen der Mieter noch 700 Euro für den nicht mehr vorhandenen Teppich erstatten.

Der Schadenersatz setzt nicht voraus, dass Sie von dem Geld tatsächlich auch einen neuen Teppich kaufen...

Viele Grüße von
Frau Schlau
19.03.2009, 11:01 von Chum.
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Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Die von Ihnen erbrachten Vorwürfe sollten Sie den Mietern schriftlich (EBF) zukommen lassen mit Kopie an den Anwalt.

Auf keinen Fall sollten Sie Zugeständnisse machen, dies kann vor Gericht ausgelegt werden, als ob von Ihrer Seite eine Art Schuldeingeständnis kommt.

-------------------------------------------
In einem ähnlichen Fall (jedoch in 3 Zimmern horizontale Streifen PisXXXGelb / Babyblau gestrichen) habe ich auch die Kaution einbehalten und auf das Schreiben vom gegnerischen Anwalt alle Mängel nochmals dargestellt und erwähnt dass den Mietern gegenüber die Mängel während der Wohnungsübergabe festgestellt wurde und die Wohnung somit nicht Ordnungsgemäß übergeben wurde und die Mieter nach Verstreichen der Frist (zum neu Streichen) Mietausfall in Rechnung gestellt wird und Einforderung von Schadenersatz vorbehalten wird. Dem Schreiben habe ich Fotos beigefügt.

Jetzt habe ich seit 4 Monaten nichts vom Ex-Mieter / Anwalt gehört, werde natürlich innerhalb der nächsten Tage eine korrekte Neko zusenden und nochmals schriftliche mitteilen welche Beträge ich wofür in Abzug bringe. (falls ich keine Neko sende kann der Anwalt mir eins auswischen)

Für klare Sachverhalte sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld zum Anwalt zu bringen, entsprechende Gerichtsurteile finden sich mit Hilfe von Google.de sehr viele, auf die Sie sich berufen.

Ob Sie bei Gericht in klaren Fällen recht bekommen oder es zum Vergleich kommt, hängt immer vom Richter und liegt nicht daran ob Sie auch keinen Anwalt einschalten oder nicht.
19.03.2009, 11:00 von Chum.
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Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Die von Ihnen erbrachten Vorwürfe sollten Sie den Mietern schriftlich (EBF) zukommen lassen mit Kopie an den Anwalt.

Auf keinen Fall sollten Sie Zugeständnisse machen, dies kann vor Gericht ausgelegt werden, als ob von Ihrer Seite eine Art Schuldeingeständnis kommt.

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In einem ähnlichen Fall (jedoch in 3 Zimmern horizontale Streifen PisXXXGelb / Babyblau gestrichen) habe ich auch die Kaution einbehalten und auf das Schreiben vom gegnerischen Anwalt alle Mängel nochmals dargestellt und erwähnt dass den Mietern gegenüber die Mängel während der Wohnungsübergabe festgestellt wurde und die Wohnung somit nicht Ordnungsgemäß übergeben wurde und die Mieter nach Verstreichen der Frist (zum neu Streichen) Mietausfall in Rechnung gestellt wird und Einforderung von Schadenersatz vorbehalten wird. Dem Schreiben habe ich Fotos beigefügt.

Jetzt habe ich seit 4 Monaten nichts vom Ex-Mieter / Anwalt gehört, werde natürlich innerhalb der nächsten Tage eine korrekte Neko zusenden und nochmals schriftliche mitteilen welche Beträge ich wofür in Abzug bringe. (falls ich keine Neko sende kann der Anwalt mir eins auswischen)

Für klare Sachverhalte sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld zum Anwalt zu bringen, entsprechende Gerichtsurteile finden sich mit Hilfe von Google.de sehr viele, auf die Sie sich berufen.

Ob Sie bei Gericht in klaren Fall recht bekommen oder es zum Vergleich kommt, hängt immer vom Richter und liegt nicht daran ob Sie auch keinen Anwalt einschalten oder nicht.

19.03.2009, 10:58 von Chum.
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Zitat:
Original geschrieben von Chum.
Die von Ihnen erbrachten Vorwürfe sollten Sie den Mietern schriftlich (EBF) zukommen lassen mit Kopie an den Anwalt.

Auf keinen Fall sollten Sie Zugeständnisse machen, dies kann vor Gericht ausgelegt werden, als ob von Ihrer Seite eine Art Schuldeingeständnis kommt.

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In einem ähnlichen Fall (jedoch in 3 Zimmern horizontale Streifen PisXXXGelb / Babyblau gestrichen) habe ich auch die Kaution einbehalten und auf das Schreiben vom gegnerischen Anwalt alle Mängel nochmals dargestellt und erwähnt dass den Mietern gegenüber die Mängel während der Wohnungsübergabe festgestellt wurde und die Wohnung somit nicht Ordnungsgemäß übergeben wurde und die Mieter gegenüber nach Verstreichung der Frist (zum neu Streichen) Mietausfall in Rechnung gestellt wird und Einforderung von Schadenersatz vorbehalten wird. Dem Schreiben habe ich Fotos beigefügt.

Jetzt habe ich seit 4 Monaten nichts vom Ex-Mieter / Anwalt gehört, werde natürlich innerhalb der nächsten Tage eine korrekte Neko zusenden und nochmals schriftliche mitteilen welche Beträge ich wofür in Abzug bringe.

Für klare Sachverhalte sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld zum Anwalt zu bringen, entsprechende Gerichtsurteile finden sich mit Hilfe von Google.de sehr viele, auf die Sie sich berufen.

Ob Sie bei Gericht in klaren Fall recht bekommen oder es zum Vergleich kommt, hängt immer vom Richter.
19.03.2009, 10:57 von Chum.
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Die von Ihnen erbrachten Vorwürfe sollten Sie den Mietern schriftlich (EBF) zukommen mit Kopie an den Anwalt.

Auf keinen Fall sollten Sie zugeständnisse machen, dies kann vor Gericht ausgelegt werden, als ob von Ihrer Seite eine Art Schuldeingeständnis kommt.

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In einem ähnlichen Fall (jedoch in 3 Zimmern horizontale Streifen PisXXXGelb / Babyblau gestrichen) habe ich auch die Kaution einbehalten und auf das Schreiben vom gegnerischen Anwalt alle Mängel nochmals dargestellt und erwähnt dass den Mietern gegenüber die Mängel während der Wohnungsübergabe festgestellt wurde und die Wohnung somit nicht Ordnungsgemäß übergeben wurde und die Mieter gegenüber nach Verstreichung der Frist (zum neu Streichen) Mietausfall in Rechnung gestellt wird und Einforderung von Schadenersatz vorbehalten wird. Dem Schreiben habe ich Fotos beigefügt.

Jetzt habe ich seit 4 Monaten nichts vom Ex-Mieter / Anwalt gehört, werde natürlich innerhalb der nächsten Tage eine korrekte Neko zusenden und nochmals schriftliche mitteilen welche Beträge ich wofür in Abzug bringe.

Für klare Sachverhalte sehe ich keine Notwendigkeit mein Geld zum Anwalt zu bringen, entsprechende Gerichtsurteile finden sich mit Hilfe von Google.de sehr viele, auf die Sie sich berufen.

Ob Sie bei Gericht in klaren Fall recht bekommen oder es zum Vergleich kommt, hängt immer vom Richter.
18.03.2009, 09:09 von MaVi
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Hallo Frau Schlau,

danke für die Antwort.
Eine Nachfrage wegen des Teppichs: dieser war bei Vermietung der Wohnung ca. 1 Jahr alt - und bei Beendigung der Mietzeit gar nicht mehr vorhanden (und es wurde auch keín neuer Teppich verlegt). Von daher stellt sich mir die Frage, wie denn eine Restlebensdauer berechnet werden soll, wenn das strittige Objekt gar nicht mehr da ist. Muss man jetzt von einem 1 Jahr alten Teppich ausgehen, oder vom Zustand des Teppichs, wenn er 8 Jahre im Zimmer gelegen hätte ? Oder wäre die Argumentation: "wenn der Mieter einen 1 Jahr alten Teppich entfernt, so muss er auch wieder einen 1 har alten Teppich hineinlegen" ?
16.03.2009, 13:00 von Frau Schlau
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Hallo,

in einem solchen Rechtsstreit wird immer von den Gerichten versucht, das Ganze durch einen Vergleich zu beenden. So erspart man sich eine teure Beweisaufnahme - und bei der (geringen) Streitsumme ist das auch vernünftig so.

Wegen des Teppichs: Dran denken, dass natürlich ein Abzug neu für alt vorzunehmen ist. Dabei spielen das Alter des bisherigen Teppichs und dessen restliche voraussichtliche "Lebensdauer" ein gewichtiges Wörtchen mit.

Wegen der beschädigten Tür: Dafür gibt es nomalerweise eine Haftpflichtversicherung, die der Mieter bemühen könnte.

Künftig für die Kautionsabrechnung bitte beachten, dass diese spätestens nach 6 Monaten erfolgen sollte. Steht bis dahin noch die Betriebskosten-Abrechnung aus, kann ein Einbehalt in Höhe der zu erwartenden Nachzahlung gemacht werden. Dabei orientiert man sich am besten an den Nachzahlungen der vorausgegangenen Jahre.

Viele Grüße von
Frau Schlau
11.03.2009, 11:07 von MaVi
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Hallo Gutemine,

vielen Dank für Deine Antwort.
Ich habe bereits mit einem Fachanwalt für Mietrecht gesprochen, und dieser hat mir auch die Korrektheit meiner Ansprüche bestätigt. Mit diesem Fall vor Gericht zu gehen (wo der Richter sicherlich [hoffentlich] diese Ansicht teilt), wäre für mich daher kein Problem, aber ich hätte natürlich das Thema gern schnell vom Hals und eigentlich keine Lust zu so einem Aufstand (schließlich geht es hier nur um 430 Euro). Ich werde den Ex-Mietern mal kulant anbieten, auf die Kosten für den Teppich zu verzichten. Wenn die da nicht drauf eingehen, dann sind sie selbst schuld - wenn sie den Fall verlieren, dürften ihre Anwaltskosten die geschuldeten 430 (bzw. 300, wenn Sie auf mein neuerliches kulantes Angebot eingehen) sicher deutlich übertreffen.

FRAGE an Dich (oder auch an andere): wie häufig kommt es vor, dass man solche Fälle vor Gericht verhandelt und am Ende einigt man sich auf Anraten des Richters auf einen Vergleich ?

Was mich bei dem Thema insgesamt so ärgert: wenn man etwas kaputt macht, dann muss man auch dafür gradestehen. Weshalb sehen Mieter das eigentlich anders ?!?
11.03.2009, 10:41 von Gutemine
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Hallo MaVi

Ich würde bei so einem Fall am besten auch einen Anwalt einschalten. Da die gegenpartei das ja auch schon getan hat. Alleine als Vermieter kommt man da nicht an.

Leider habe ich sonst auch keine lösung

Grüsse
Gutemine
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