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26.02.2008, 09:41 von sirupProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|Abschreibungswert für Steuer
Hallo und guten Morgen,

habe gestern meinen Steuerbescheid zurückbekommen. War mein erster als Vermieter.

Habe bei der Abschreibung 2% vom Kaufpreis angesetzt.

Nun haben die den Kaufpreis aber
1) um den Wert der Instandhaltungsrücklage gemindert und
2) um 15% für Grund und Boden

Zu Punkt 2) habe ich ja nun einiges gefunden (Bodenwert etc) aber Punkt 1) ist mir unerklärlich.

Hat jemand Infos dazu?

Besten Dank und Grüße
Simone
Alle 13 Antworten
28.02.2008, 09:19 von Mortinghale
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Zitat:
Für die geänderte Anzahl der Kinder gibt es mehrere "natürliche" Erklärungen.


Sehr dezent umschrieben.

28.02.2008, 07:34 von taxpert
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@ dernie

Nochmals, dazu muß kein Gericht das FA verpflichten, es steht bereits im gesetz!

§ 89 Beratung, Auskunft
(1) Die Finanzbehörde soll die Abgabe von Erklärungen, die Stellung von Anträgen oder die Berichtigung von Erklärungen oder Anträgen anregen, wenn diese offensichtlich nur versehentlich oder aus Unkenntnis unterblieben oder unrichtig abgegeben oder gestellt worden sind. Sie erteilt, soweit erforderlich, Auskunft über die den Beteiligten im Verwaltungsverfahren zustehenden Rechte und die ihnen obliegenden Pflichten.

Hierzu müssen die entsprechenden Tatsachen dem FA aber bekannt sein (und zwar der bearbeitenden Stelle und nicht dem FA allgemein!) und es darf sich nicht um ein Wahlrecht handeln! Die Anregung zu geben ein Wahlrecht auszuüben um Steuern zu sparen erfüllt den Tatbestand der Steuerberatung! Hierzu sind Finanzbeamte nach dem Steuerberatungsgesetz nicht befugt! Kein Beamter wird sich den strafrechtlichen und viel härteren Schuh der disziplinarischen Ahndung einer unerlaubten Steuerhilfe anziehen.

Auch die Rechtssprechung zu §89 AO ist recht dünn, dass man beruhigt von absoluten Ausnahmefällen ausgehen kann.

Ein Beispiel:

Ehepaar 3 Kinder, ab neuer Erklärung nur noch 2 Kinder! Ein Kind versehentlich vergessen? Amtsermittlungspflicht? Laut BFH nein. Das FA darf darauf vertrauen, dass die Angaben richtig sind. Für die geänderte Anzahl der Kinder gibt es mehrere "natürliche" Erklärungen.

taxpert
27.02.2008, 08:31 von Dernie
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@taxpert:

Wie gesagt, dazu gab es ein höchstrichterliches Urteil!

Wenn (für den Fachmann) klar ersichtlich ist, daß der Steuerpflichtige zu seinem Nachteil vergessen hat, etwas anzusetzen oder einzutragen, so muß eben der Finanzbeamte mitdenken und den Steuerpflichtigen darauf aufmerksam machen.

Eine Verjährung bzgl. der Einspruchsmöglichkeit war damit in diesem Fall hinfällig.

Gruß,
Dernie
27.02.2008, 07:23 von taxpert
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Den Bearbeiter im FA muß kein Gericht dazu verpflichten "mitzudenken"! Das regelt nämlich bereits das Gesetz (§88 AO "Untersuchungsgrundsatz")!

Andererseits darf das FA darauf vertrauen, dass die Angaben in der Erklärung richtig sind! Es muß nur dann tätig werden, wenn sich auf Grund der Angaben Ermittlungen aufdrängen!

Es würden auch keinen Steuerpflichtigen freuen, wenn das FA jede Angabe oder Zahl in der Erklärung in Frage stellt und erst Ermittlungen anstellen würde!

@ johanni

Stimmt so nicht!

§ 173 Aufhebung oder Änderung von Steuerbescheiden wegen neuer Tatsachen oder Beweismittel
(1) Steuerbescheide sind aufzuheben oder zu ändern,
1.
soweit Tatsachen oder Beweismittel nachträglich bekanntwerden, die zu einer höheren Steuer führen,
2.
soweit Tatsachen oder Beweismittel nachträglich bekanntwerden, die zu einer niedrigeren Steuer führen und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachträglich bekannt werden. Das Verschulden ist unbeachtlich, wenn die Tatsachen oder Beweismittel in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang mit Tatsachen oder Beweismitteln im Sinne der Nummer 1 stehen.

Ein leichtes Verschulden spielt daher keine Rolle! Stand zu der Inst-RL etwas im Vertrag so kann man zusätzlich argumentieren, dass das Verschulden des FA überwiegt!

taxpert
26.02.2008, 14:18 von Cora
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Zitat:
fffffffffgggggggggggggggg*


aaaaah, unser Troll!

Aus dem Mittagsschlaf erwacht oder Ausgang

Oder Cheffe ist aus dem Haus
26.02.2008, 14:16 von Augenroll
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Zitat:
Es gibt mittlerweile sogar ein höchstrichterliches Urteil, nachdem Finanzbeamte dazu VERPFLICHTET sind, (bei einer Steuererklärung) mitzudenken!


Erstmal ist ja aber wohl der Verfasser der Steuererklärung verpflichtet, mitzudenken.

*fffffffffgggggggggggggggg*
26.02.2008, 14:10 von Dernie
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Es gibt mittlerweile sogar ein höchstrichterliches Urteil, nachdem Finanzbeamte dazu VERPFLICHTET sind, (bei einer Steuererklärung) mitzudenken!

Kein Witz!!!! Werde ich evtl. das nächste Mal bei der Abgabe meiner Steuererklärung dazuschreiben. *fg* Auf dem Kieker haben sie mich eh schon, da ich mir nicht alles gefallen lasse.

Gruß,
Dernie
26.02.2008, 13:25 von johanni
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Zitat:
Wenn §173 AO wegen groben Verschulden abgelehnt wird, hiergegen Einspruch einlegen mit Begründung steuerliche Unerfahrenheit, somit nur leichtes Verschulden!


Hallo Morti, du schreibst klar, würde bedeuten, durch die Unerfahrenheit nur leichtes Verschulden, aber es bleibt doch dann trotzdem noch ein leichtes Verschulden und damit wäre dem Einspruch nicht zu entsprechen

Dennoch eine sehr interessante Begründung!!

Johanni
26.02.2008, 13:12 von Mortinghale
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Klar (natürlich nicht, wenn die Erklärung von einem Steuerberater erstellt wurde).

26.02.2008, 12:27 von johanni
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Hallo Taxpert,

Zitat:
Wenn §173 AO wegen groben Verschulden abgelehnt wird, hiergegen Einspruch einlegen mit Begründung steuerliche Unerfahrenheit, somit nur leichtes Verschulden!


Und die Begründung greift tatsächlich bei steuerlicher Unerfahrneheit?

Johanni
26.02.2008, 12:23 von taxpert
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Wurde alles richtig erklärt!!

Hinsichtlich Grunderwerbssteuer:

Auf jeden Fall noch Einspruch einlegen, Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand beantragen! Hilfsweise zusätzlich Änderung des Bescheides nach §173 AO (Neue Tatsache) beantragen.

Wenn §173 AO wegen groben Verschulden abgelehnt wird, hiergegen Einspruch einlegen mit Begründung steuerliche Unerfahrenheit, somit nur leichtes Verschulden!

taxpert
26.02.2008, 10:24 von Dernie
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Die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer ist auch um die Instandhaltungsrücklage zu reduzieren.

Hat mein Finanzamt (mit dem ich sonst wegem jedem Mist Ärger habe) sogar von selber bei mir nachgefragt. Ich war (dieses eine Mal) begeistert.... . ;-)

Gruß,
Dernie
26.02.2008, 09:50 von stefan_nuernberg
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Die Geschichte mit der Instandhaltungsrücklage hatte ich so noch nicht, ist aber plausibel.

Mit dem Kaufpreis (wohl für eine ETW) hast Du ja auch das Guthaben des Vorbesitzers bei der Eigentümergemeinschaft (in Form der Instandhaltungsrücklage) übernommen; diese gehört aber nicht zum Gebäude und kann daher auch nicht abgeschrieben werden. Erst wenn dieses Geld für Instandhaltungen benutzt wird, kannst Du dann diese Kosten absetzen.

Gruß

Stefan
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