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01.07.2007, 11:22 von Shadow1977Profil ansehen
Vermieten & Verwalten|Abrechnung Heizkosten
Hallo!

Ich habe eine kleine Frage zur abrechnung der Heizkosten (Öl) in einer kleinen WEG und hoffe auf Eure Hilfe:

In einer kleineren 5er-WEG wurde die Abrechnung der Nebenkosten immer vom Eigentümer Zweier Wohnungen gemacht. Dort wurden die Kosten anhand der tatsächlichen Zählerstände ermittelt. Aber die Kosten wurden einfach anhand dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet, nicht wie teilweise üblich den 70%/30% Verbrauch / Fläche o.ä. Hier wurde nun in 2006 eine Firma engagiert, dies abzurechnen. Diese hat auch mit den 70%/30% abgerechnet. Dies stöst nun einem Eigentümer der grössten Wohnung übel auf, da er einen offenen Kamin besitzt und nahezu kaum die Heizung anhat. Dies ist auch anhand des Verbrauches so zu sehen und stimmt. Dieser möchte natürlich nach wie vor lieber anhand der tatsächlichen Kosten die Abrechnung haben wie bis dato gehabt, die anderen jedoch lieber die 70/30 %. Eine Versammlung o.ä. geschweige denn einen Beschluss diesbezüglich hat es nie gegeben, in der TE steht nur anhand des Verbrauches wird abgerechnet, jedoch kein Aufteilungsschlüssel. Was meint Ihr dazu?
Alle 5 Antworten
02.07.2007, 12:53 von MarieP
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Hallo

Zitat:
Der alte Abrechnungsschlüssel hat Bestand, da er wohl über Jahre akzeptiert wurde.
Sollte nun eine Partei dies nicht mehr wollen, muss die Gemeinschaft einem anderen Abrechnungsschlüssel zustimmen.



Zitat:
In einer kleineren 5er-WEG wurde die Abrechnung der Nebenkosten immer vom Eigentümer Zweier Wohnungen gemacht. Dort wurden die Kosten anhand der tatsächlichen Zählerstände ermittelt


Aus Unwissenheit kann kein Bestand gemacht werden.

Zitat:
Hi!

Da es bislang nie ein Thema gewesen ist, nun aber der Wunsch nach einer korrekten Abrechnung besteht, hat da niemand etwas zu sagen bzw. eine eigene Meinung, es interessiert die daher nicht wirklich. Nur, dass es halt in Zukunft "korrekt" läuft, ist der Wunsch aller Eigentümer .


Zitat:
Vielleicht wäre in diesem bestimmten Einzelfall ein höherer %-Satz als ein 70%iger Verbrauchskostenanfall wirklich neutral gerecht - aber niemals 100%, da eben auch trotz "Nichtabnahme der hergestellten Heizenergie" immer Fixkosten anfallen (s.o.).

Noch dazu: Sämtliche Nutzer müssten mit der Änderung einverstanden sein. Erfahrungsgemäß stirbt ein Wunsch nach Korrektheit/Gerechtigkeit recht schnell, wenn den davon Betroffenen klar wird, dass sie durch einen höheren Verbrauchskosten-%-Satz mehr Kosten zahlen müssten (nur damit der Kaminheizer Geld spart) ...



das ist soweit o.k..
Frage ist mit welcher Messtechnik wird der Verbrauch ermittelt.
02.07.2007, 10:49 von chum
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Der alte Abrechnungsschlüssel hat Bestand, da er wohl über Jahre akzeptiert wurde.
Sollte nun eine Partei dies nicht mehr wollen, muss die Gemeinschaft einem anderen Abrechnungsschlüssel zustimmen.

Der Eigentümer müsste die dann als Tagesordnungspunkt in der nächsten WEG-Versammlung setzen lassen.
..................
Der Beirat / Verwalter sollte dies dem Eigentümer gegenüber schriftliche erläutern.

02.07.2007, 10:30 von Rita
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Korrekt ist "nach HeizkVO":
Zitat:
§ 3 Anwendung auf das Wohnungseigentum
Die Vorschriften dieser Verordnung sind auf Wohnungseigentum anzuwenden, unabhängig davon, ob durch Vereinbarung oder Beschluss der Wohnungseigentümer abweichende Bestimmungen über die Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme und Warmwasser getroffen worden sind. ...


Gem. § 10 der Heizkostenverordnung kann zwar vereinbart werden, dass abweichend von §§ 7, 8, 9 mehr als 70% der Gesamtkosten nach Verbrauch umgelegt werden. Soweit aber keine derartige Vereinbarung besteht, müssen halt mal gem. HeizkVO mind. 30% -max. 50% als Grundkosten nach Fläche umgelegt werden.

Der 30-50%ige Grundkostenanteil entspringt sogar einem Gerechtigkeitsgedanken:
Zitat:
Der Verordnungsgeber lässt durch den Rahmen von mindestens 30 % und maximal 50 % Festkosten einen Handlungsspielraum für Kosten die nicht verbrauchsabhängig entstehen. Dieser sollte je nach Beschaffenheit des Gebäudes und der Heizanlage gewählt werden.

Kosten, die nicht verbrauchsabhängig entstehen, sind z. B. Wärmeverluste durch die Heiz- und Warmwasserleitungen, Verluste bei der Umwandlung von Brennstoffen in Wärme, Kosten für die Emissionsmessung, Kaminfeger, Pflege der Anlage, Kosten für die Verwendung der Ausstattung zur Verbrauchserfassung, also die Servicegebühren und noch weitere.

Wenn ein Gebäude nur nach Verbrauch abgerechnet würde, hätten die Mieter Vorteile, die Ihre Wohnung nur selten nutzen. Sie genießen aber die gleichen Vorteile wie die Mieter, die ihre Wohnung ständig nutzen und durch ihre Anwesenheit einen Großteil der Kosten tragen würden, nämlich die ständige Bereitschaft der Heizanlage Heizung quasi auf Knopfdruck zu liefern.

Ein weiterer Punkt betrifft die Lage der einzelnen Wohnungen. Eine Wohnung direkt über der kalten Garage benötigt mehr Heizung als Räume, die von oben und unten von anderen warmen Wohnungen umgeben sind. Auch große Fensterfronten oder ein schlecht isoliertes Dach verursachen höhere Kosten.

Um einen Mittelweg zwischen Sparanreiz und Gerechtigkeit zu finden wurden die genannten Prozentsätze vorgegeben.

Quelle: http://www.bfw-gohl.de/gesetze/hkvo_7.htm

Vielleicht wäre in diesem bestimmten Einzelfall ein höherer %-Satz als ein 70%iger Verbrauchskostenanfall wirklich neutral gerecht - aber niemals 100%, da eben auch trotz "Nichtabnahme der hergestellten Heizenergie" immer Fixkosten anfallen (s.o.).

Noch dazu: Sämtliche Nutzer müssten mit der Änderung einverstanden sein. Erfahrungsgemäß stirbt ein Wunsch nach Korrektheit/Gerechtigkeit recht schnell, wenn den davon Betroffenen klar wird, dass sie durch einen höheren Verbrauchskosten-%-Satz mehr Kosten zahlen müssten (nur damit der Kaminheizer Geld spart) ...
Hi!

Da es bislang nie ein Thema gewesen ist, nun aber der Wunsch nach einer korrekten Abrechnung besteht, hat da niemand etwas zu sagen bzw. eine eigene Meinung, es interessiert die daher nicht wirklich. Nur, dass es halt in Zukunft "korrekt" läuft, ist der Wunsch aller Eigentümer .
01.07.2007, 21:49 von MarieP
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