> zur Übersicht Forum
12.09.2007, 09:32 von AugenrollProfil ansehen
Vermieten & Verwalten|"Lockvogelangebote" bei Vermietproblemen
Immer öfter bieten Vermieter ihre Wohnungen zu qm-Preisen weit unter der ortsüblichen Vergleichsmiete an, weil sonst keiner mehr mietet. Oft haben die Wohnungen auch Mängel oder liegen in einer unbeliebten Gegend.

Nun haben aber Vermieter schon nach einem Jahr Mietdauer das Recht, auf die Zustimmung zur Erhöhung der Miete auf die ortsübliche Vergleichsmiete.

Der günstige Mietvertrag kann sich dann schnell als "Lockvogelangebot" entpuppen.

Der Mieter ist deshalb gut beraten, eine Klausel in den MV aufnehmen zu lassen, die das verhindert.

Beispiele:

- Es wird vereinbart, dass bis 5 Jahre nach MV-Abschluss Mieterhöhungen ausgeschlossen sind.

oder

- Es wird vereinbart, dass die Miete nicht über einen Wert von 20% unter dem Vergleichsmietwert nach Mietspiegel steigen darf.
Alle 16 Antworten
13.09.2007, 14:18 von Augenroll
Profil ansehen
Hier wie versprochen die Quelle:

"Die Welt", 10.09.2007, Seite 16, linke Spalte

@Joke,

In der Tat interessiert es mich nicht, welche Probleme mein Vermieter hat, warum auch? Es ist doch auch egal, ob es ein großer oder kleiner VM ist, denn der Mieter muss so oder so die Miete ranschaffen und hat damit oft genug Probleme.

Aber wenn von manchen Vermietern hier die Existenz von solchen Klauseln geleugnet wird, so kann ich das gut verstehen. Wer gibt es schon gerne zu, solche Klauseln notgedrungen verwenden zu müssen?

13.09.2007, 08:12 von Joke111
Profil ansehen
Hallo,
man kann es ja bald nicht mehr hören, was Augenroll und Co. so von sich geben. Aber er hat ja irgendwie Recht wenn er z.B. in Berlin wohnt, vorzugsweise Großraum Neukölln, in einem Haus aus der Gründerzeit mit mittlerweile türkischen Eigentümer.
Dort mögen viele von ihm geschilderten Zustände zutreffen.
Doch wir haben dann ein Problem: Der türkische Vermieter verkehrt nicht in diesem Forum, es sind überwiegend Privatvermieter. Diese spricht AR an und diese fühlen sich auch angesprochen, somit kommt es immer wieder zu Irritationen.
Das die Probleme des Kleinvermieters anders gelagert sind hat AR noch nicht erkannt, für ihn sind alle gleich.
Schönen Tach noch!

13.09.2007, 07:33 von Dernie
Profil ansehen
Zitat:
Also noch einmal DANKE im Namen von fast allen hier!


Klein Andilein ist ja doch bedingt lernfähig! *wunder* Beim letzten Mal bedankte er sich noch im Namen ALLER, was ich vehement bestritten hatte. Ich bezweifle aber auch das "von fast allen", aber wir arbeiten dran, gelle Little Andi?
12.09.2007, 16:11 von Mortinghale
Profil ansehen
Phili,

Zitat:
Es ist eine Individualvereinbarung, die kann schließlich frei ausgehandelt werden. Aber letztendlich ist es eben der Vermieter der diese Klauseln in den MV einfügt, denn dieser ist der MV-Verfasser. und der Verfasser haftet eben mehr, als der bloße Unterzeichner.


Bei dem Hintergrund ?
Du lebst in einer verdammt kleinen Welt.

Gab es da nicht mal jemand, der lediglich zurückgeschossen hatte ?

12.09.2007, 14:38 von Augenroll
Profil ansehen
@Sommer,

Zitat:
Jedem Vermieter sei geraten, auf eine solche Forderung mit Abbruch der Verhandlung zu reagieren.

Bitte, wer es sich (noch) leisten kann.

Zitat:
.echt, so krude kann nur Augentroll denken.

Das ist nicht von mir, es stand in einer seriösen Zeitung. Ich glaube "die Welt". Liegt bei mir zu Hause, Quelle reiche ich also nach.

Ich verlange doch gar nicht, dass nun jeder VM solche Klauseln aufnimmt. Es ist lediglich als Anregung bei Vermietungsproblemen zu sehen.

12.09.2007, 14:31 von Sommer
Profil ansehen
Zitat:
Also noch einmal DANKE im Namen von fast allen hier!


Ja, echt, diesen tief ergreifenden Worten von Andreas kann ich mir nur anschließen - vielen Dank; jetzt weiß ich genau, wie ich es nicht tun werde.

Jedem Vermieter sei geraten, auf eine solche Forderung mit Abbruch der Verhandlung zu reagieren. Die Mieterhöhung ist das vermieterseitig EINZIGE Instrument um ev. problematische Mietverhältnisse schneller zu beenden oder plötzlich auftretende Instandhaltungskosten (das geht ja bei ner Mietimmobilie ganz schnell...die ganze Zeit ist da ein nasser Fleck, Dutzende Mieter gehen täglich daran vorbei aber keiner greift mal zum Phon um den Vermieter darauf hinzuweisen...) aufzufangen.

Bei Bruttomietverhältnissen wäre ein solcher Verzicht reiner Wahnsinn - wer sich als Mietinterssent auf regional auffallend niedrige Mieten einläßt, muß wissen, worauf er sich einläßt. Als Vermieter würde ich ein solches Vorgehen nicht wählen - warum sollte ich einen guten Mieter so verprellen wollen? Die Kosten, die so ein verärgerter Mieter mir einbrocken kann, kriege ich doch mit keiner Mieterhöhung wieder rein...echt, so krude kann nur Augentroll denken.

Aber danke, echt spannend was so in Deinem Oberstübchen geistert...

S.
12.09.2007, 14:30 von Augenroll
Profil ansehen
Hallo Uzzi,
Zitat:
"Geizgeilheit siegt"

Es ist einfach vernünftiges Preisbewusstsein. denn manch einen stört vielleicht der Verkehrslärm nicht, aber er möchte dauerhaft preiswert wohnen. Dafür sind solche Klauseln da.

Zitat:
Wenn natürlich die Mieter blauäugig anmieten und denken, Sie können auf die nächsten Jahrzehnte dort zum günstigen Mietzins wohnen ist es naiv bzw. gibt es in jeder Stadt genügend Ausweichwohnungen.

Genau die angesprochenen Klauseln beweisen aber doch, dass der Mieter eben nicht naiv ist. Und ohne diese Klauseln ist er von ständiger Mieterhöhung (bei Mangelwohnungen!) bedroht und kann nur mit Auszug kontern. Das ist auch nicht Sinn der Sache.

Zitat:
Ich muss leider feststellen, der Vorschlag den Sie unterbreiten ist auch nicht durchdacht - wenn der Mieter zu einer bestimmten Zeit - schlimmstenfalls kurz nach Anmietung - eine bessere und billigere Wohnung findet ist es Pech für den Mieter und Glück für den VM.

Der Vorschlag ist nicht von mir, Die Quelle reiche ich morgen nach.

Und Pech und Glück kann M und auch VM immer haben, einen Tag später findet der eine seinen Traummieter und der andere seine Traumwohnung. Das ist eben normales Risiko, da kann man schlecht drüber diskutieren.


12.09.2007, 14:20 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
Derjenige, der sich zu einem ewigen Rabatt hat knebeln lassen, soll der stärkere Partner gewesen sein ?

Das ist ja reine Opferwillkür.


Na, na wollen wir mal schön die Kirche im Dorf lassen. Es ist eine Individualvereinbarung, die kann schließlich frei ausgehandelt werden. Aber letztendlich ist es eben der Vermieter der diese Klauseln in den MV einfügt, denn dieser ist der MV-Verfasser. und der Verfasser haftet eben mehr, als der bloße Unterzeichner.

@JJ,

irgendwie haben Sie die Problematik falsch erfasst, bitte durchdenken Sie Ihren Beitrag daher noch einmal.

Zitat:
Passt die höhere Mietein der Kosten-Nutzenrelation nicht mehr, hat er wohl nicht ordentlich geprüft und kann sich doch jederzeit wieder eine andere bessere die Wohnung suchen.

Alle Jahre umziehen ist auch nicht des Mieters Freude, denn das kostet viel Geld und Stress. Und die Mietspiegelwerte sind doch längst in einem Mietermarkt Makulatur. Schauen sie einfach mal bei Immobilienscout bei Berlin rein und dan vergleichen Sie mal mit den Mietspiegelwerten. Da werden etliche Wohnungen sehr viel billiger angeboten.

12.09.2007, 14:11 von Uzzi
Profil ansehen
In der Tat müssen leider viele Vermieter (desolate Immobilien bzw. Immobilien in schlechten / lauten Lagen) nach dem Motto "Geizgeilheit siegt" und müssen zu niedrigen Preisen vermieten um überhaupt jemanden einen Mieter zu finden.

Wenn natürlich die Mieter blauäugig anmieten und denken, Sie können auf die nächsten Jahrzehnte dort zum günstigen Mietzins wohnen ist es naiv bzw. gibt es in jeder Stadt genügend Ausweichwohnungen.

Ich muss leider feststellen, der Vorschlag den Sie unterbreiten ist auch nicht durchdacht - wenn der Mieter zu einer bestimmten Zeit - schlimmstenfalls kurz nach Anmietung - eine bessere und billigere Wohnung findet ist es Pech für den Mieter und Glück für den VM.



12.09.2007, 14:09 von Mortinghale
Profil ansehen
Derjenige, der sich zu einem ewigen Rabatt hat knebeln lassen, soll der stärkere Partner gewesen sein ?

Das ist ja reine Opferwillkür.

Zitat:
Der Mieter ist deshalb gut beraten, eine Klausel in den MV aufnehmen zu lassen, die das verhindert.

und
Zitat:
...sich später daher nicht auf ungültige Klauseln (die er ja selbst reingeschrieben hat!) berufen kann


paßt auch irgendwie nicht recht zusammen.

12.09.2007, 14:00 von Augenroll
Profil ansehen
Zitat:
... Augentroll, träum mal schön weiter!


Das ist sicher nicht geträumt. Ich habe vor kurzem einen Artikel darüber gelesen, seriöse Zeitung. Liegt bei mir zu Hause, ich reiche die Quelle morgen nach.

Zitat:
Wobei dem Vermieter auferlegt wird , sämtliche Neben -und Renovierungskosten zu übernehmen .

Das ist bereits so im BGB geregelt, wird aber regelmässig durch vermieterbegünstigende Klauseln ausgehebelt.

Zitat:
Es müßte doch bald mal ein Gesetz geben wo es verboten wird zu vermieten.Sehr nachteilig für die Menschen die sich leider kein Eigentum leisten können. Sehr vorteilhaft für Banken , Bauunternehmer u.s.w.


Ohne Mieter keine Miete, wovon leben dann die Vermieter (wenn sie ihr Erspartes aufgebraucht haben)? Also reine Polemik von Ihnen.

Zitat:
Ewiger Rabatt ?

Wird sich kein Vermieter drauf einlassen (kann er garnicht).

Braucht er doch auch nicht, wenn er nicht will/muss. Der Markt regelt das schon!

Zitat:
Dürfte als einseitige Benachteiligung des Vermieters auch unzulässig sein (wird also spätestens durch BGH "gekippt").

Diese Klauseln wird der BGH gar nicht kippen können. Das hat verschiedene Gründe: Durch die besondere Konstellation der Mieterhöhung, und zwar, dass der Mieter der Mieterhöhung zustimmen muss, ist das keine gesetzliche Verpflichtung sondern eine gemeinsam zu treffende Vertragsänderung.

Weiterhin kann davon ausgegangen werden, dass der Vermieter als stärkerer Partner den MV verfasst und sich später daher nicht auf ungültige Klauseln (die er ja selbst reingeschrieben hat!) berufen kann.

12.09.2007, 13:43 von andreasM
Profil ansehen
@augenroll

Es ist schön, dass gerade Sie einmal dieses wirklich interessante und wichtige Thema aufgreifen. Ich will jetzt hier gar keine Diskussion oder aber auch Kontroverse dazu führen, sondern nur einmal laut DANKE sagen, auch im Namen von vielen Usern hier!

Ihr doch recht hochwertiges Posting zeigt, wie wichtig dieses Thema gerade in der heutigen Zeit ist, welche vom Wandel des Mieter und auch vor allem Vermietermarktes geprägt ist. Langsam beginnen ja die starren Strukturen eines Vermietermonopols zu brechen. Dies verdanken die Mieter u.a. auch dem beherzten Eingreifen des Gesetzgebers auf eben diesem Markt. Ein Eingriff, welcher lange überfällig war und vor allem weiter fortgeführt werden muss. Trotz alle Schwierigkeiten, welche die Lobbyisten der VM-Verbände bereiten.

Ich selber erlebe es ja auch täglich an meinen pers. eMails und Kontaktanfragen, welche mich erreichen. Dieses überaus wichtige Thema bereitet vielen Sorge, aber es verknüpfen sich auch viele, viele Hoffnungen daran.

Also noch einmal DANKE im Namen von fast allen hier!

AM
.
12.09.2007, 12:20 von Mortinghale
Profil ansehen
Zitat:
- Es wird vereinbart, dass die Miete nicht über einen Wert von 20% unter dem Vergleichsmietwert nach Mietspiegel steigen darf.


Ewiger Rabatt ?

Wird sich kein Vermieter drauf einlassen (kann er garnicht).

Dürfte als einseitige Benachteiligung des Vermieters auch unzulässig sein (wird also spätestens durch BGH "gekippt").

12.09.2007, 12:16 von JollyJumper
Profil ansehen
Zitat:
Der Mieter ist deshalb gut beraten, eine Klausel in den MV aufnehmen zu lassen, die das verhindert.
Wenn wir von dem von manchen herbeigeredeten Mietermarkt ausgehen sollte es ja kein Problem sein derartige Klauseln durchzusetzen!

Vor Unterschrift haben beide Parteien Mieter wie Vermieter Gelegenheit den Vertrag sowie vertragsrelevante Zusammenhänge zu prüfen.

Für dem Mieter sehe ich da unter anderem:
1) Besichtigung und Prüfung der Wohnung hinsichtlich Mängel und Lage/Gegend.
2) Prüfung der (Netto-Kalt-)Miete im Vergleich zum Mietspiegel (so vorhanden) bzw. Vergleichswohnungen aus Tageszeitungen, Internetportalen, etc.
So ist einfach zu erkennen ob
3) Prüfung von Heiz- und Betriebskostenvorauszahlungen unter Berücksichtigung eigener bieherieger Verbrauchswerte, ggf. Vormieter.

Prüft der Mieter deartig einfache Zusammenhänge, die in seinem ureigensten Interesse liegen, ist es durchaus ein mögliches Lockvogelangebot zu erkennen.
Prüft er sie nicht, wer soll bitte hier für die Nachlässigkeit eines mündigen Mieter das Wagnis übernehmen!

Bekanntermaßen gibt es in vielen (den meisten?) deutschen Großstädten Mietspiegel. Regelmäßig werden diese aktualisiert und groß in der Presse behandelt und sind ein geeignetes Mittel Mietsteigerunge ingeregelten Bahnen zu halten.
Da kann niemand behaupten nichts von möglichen Mieterhöhungen zu wissen.
Wenn ein Mieter wirklich ein Lockvogelangebot annimmt, kann man es auch so sehen, dass er eben für eine begrenzte Zeit eine günstige Miete hatte.
Passt die höhere Mietein der Kosten-Nutzenrelation nicht mehr, hat er wohl nicht ordentlich geprüft und kann sich doch jederzeit wieder eine andere bessere die Wohnung suchen.
Gruß JJ
12.09.2007, 12:12 von Lilibeth
Profil ansehen
Zitat:
Es wird vereinbart, dass bis 5 Jahre nach MV-Abschluss Mieterhöhungen ausgeschlossen sind.




und nach 6 Jahre mietfreies wohnen !!!

Wobei dem Vermieter auferlegt wird , sämtliche Neben -und Renovierungskosten zu übernehmen .

Es müßte doch bald mal ein Gesetz geben wo es verboten wird zu vermieten.

Sehr nachteilig für die Menschen die sich leider kein Eigentum leisten können.

Sehr vorteilhaft für Banken , Bauunternehmer u.s.w.

12.09.2007, 09:42 von Melanie
Profil ansehen
wirst lachen, sowas hab ich schon mehrmals vereinbart...für 3 Jahre Mieterhöhungsverzicht....
Wir freuen uns von Ihnen zu hören!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik?
Schreiben Sie uns!
>weiter