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04.07.2010, 15:39 von unzufriedenProfil ansehen
Kaufen & Verkaufen|Wohnung in Leipzig von insolventer CapitalConcept
Hallo,

Ich muss meinem Frust auch mal Luft machen. Im Dezember wurde diese Thema unter http://whocallsme.com diskutiert. Mein Wunsch wäre es, dass sich die Behörden die beteiligen Personen genauer unter die Lupe nehmen. Es kann nicht sein, das studierte Betriebswirte Firmen in die Insolvenz schicken, nur um möglichst viel Gewinn aus den Transaktionen und sich außerdem aus der Verantwortung ziehen zu können.
Wenn ein Person schon mehrmals negativ aufgefallen ist, sollte es ihm untersagt sein, Geschäftsführer eines deutschen Unternehmens zu werden. Ich kann nicht verstehen, dass Anwälte nicht dagegen vorgehen wollen oder können. Warum interessiert dies die Staatsanwaltschaft nicht?

Zu meiner Geschichte:
2004 hat mir die Unternehmensberatungsfirma "IW Institut für Wirtschaft Frankfurt am Main" ein Angebot für eine Wohnung in Leipzig gemacht. Der Meinung war ich auf jedenfalls. Als ich von der Verkaufsentscheidung zurücktreten wollte - ich hatte dann doch Bedenken wegen der Immobilie und der Beratung. Ich war dann beim Anwalt. Der hat das Schriftstück geprüft: Ich kann nicht zurücktreten. Das Dokument war so verfasst, dass ich Capital Concept ein Angebot gemacht hätte. Ich wäre also daran gebunden. Die Firma hätte die Möglichkeit, das Angebot zurückzuziehen. Aber warum sollte sie? Dies hatte mit der Notar damals nicht erläutert.
Auch der Notar war ein Grund, warum ich Bedenken hatte. Die Unterzeichnung war in eine Nacht-und-Nebel-Aktion. Nach der Arbeit war ich bei der Beratungsfirma. Er hat mir das Finanzierungskonzept noch einmal erklärt und dann sind wir abends noch beim Notar gewesen. Es hätte mich abschrecken sollen, dass ein Notar so spät abends noch arbeitet und die Dokumente schon fertig waren.
Alle stecken unter einer Decke. Dass sie kein schlechtes Gewissen haben, kann ich nicht nachvollziehen. Warum wird diese Wirtschaftskriminalität nicht von der Staatsanwaltschaft untersucht? Weil sie überall vorkommt - nichts besonderes ist.

Ich war dann im Firmensitz in Mannheim (alle Firmen sind im Umkreis von Mannheim und Bürstadt ansässig - klar, wenn Hr. Bernd Benz von diesen Firmen auch der Geschäftsführer ist). Vor der Haustür stand da erst mal ein Porsche und als Gebäude hatten sie sich natürlich auch ein alte Villa ausgesucht.
=> ach ja, da fällt mir ein, der Berater von IW hatte auch eine BMW Z3 oder Z4 vor der Haustüre stehen.
Ich wollte mich mit Hr. Benz treffen, dass wir uns noch einigen können. Er kreuzt mit seinem Anwalt und noch einen Kollegen Hr. Leisner auf. Einer gegen drei. Er meinte, klar kann ich von Kaufvertrag zurücktreten. Ich muss nur die Kosten von 20.000,-EUR tragen. Ist dies nicht nett vom ihm? Nur verraten, wie er auf diese utopische Summe kommt, wollte er mir nicht verraten.
=> jetzt ist mir die Summe klar: die verminderte Abschreibung musste er mit einrechnen. Damals ist ja jeder (außer Hr. Benz wußte damals schon ganz sicher, dass das Finanzamt dies nicht anerkennen wird) noch von der Sonderabschreibung überzeugt.
D.h. entweder versteht er sein Handwerk nicht (als Betriebswirt sollte er sich recht gut im Steuergesetz auskennen) oder er ist so kriminell.
=> nach meinen Rechtsempfinden dürfte er nie wieder Geschäftsführer einer Firma werden (auch nicht seine Frau, Kinder, Tante). Hr. Benz ist jetzt bestimmt bettelarm. Sein Neffe in der Schweiz aber mehrfacher Millionär. Er wäre so ein Kandidat für die Steuerprüfung - er wird garantiert auch auf der Schweiz-Steuer-CD erwähnt.

Dass die GMAC RFC Bank GmbH da auch mit drinsteckt, ist auch unbestreitbar. Keine seriöse Bank wollte mir zu der Zeit die Immobilie zu 100% (bzw. 90% - abzüglich der Sofortkosten, wie Notargebühren - für diesen Teil wollte die GMAC RFC Bank GmbH einen getrennten Kredit mit viel höheren Zinssatz) finanzieren.
Die Kreditabwicklung über die Capital Concept ist auch nicht richtig verlaufen - Hr. Benz wollte mir den Differenzbetrag von 1096,-EUR ausbezahlen. Jahrelang bin ich ihm hinterhergelaufen. Keinen Cent hat er überwiesen.

Die Abwicklung der Vermietung über einen Mietpool fand ich damals eine gute Idee.
Die Abrechnung wird dadurch aber sehr unübersichtlich. Einmal habe ich die Abrechnungsprüfung durchgeführt - in zwei Stunden ist kein Mensch in der Lage, alle Rechnungen und Überweisungen zu prüfen und nachzuvollziehen.
Die überwiesenen Beträge schwanken monatlich sehr stark. Einmal habe ca. 330,-EUR erhalten, aber auch weniger als 170,-EUR. Keine Erläuterung: warum. keiner weiß, was der monatliche Betrag wäre, wenn alle Zahlungen pünktlich und vollständig bezahlt würden. Man hört ja auch in den Medien, dass die Verwaltungsgesellschaften fehlerhafte Abrechnungen durchführen. Gehört H+B Hausverwaltung auch dazu?

Die Finanzierungsberechnung vom Angebot passt deshalb hinten und vorne nicht. Sie hatten damals in den ersten Jahres ein positives Ergebnis ausgerechnet (-> natürlich um Käufer anzulocken).
2008 habe ich einen Brief vom Finanzamt erhalten: bei der Außenprüfung wurde festgestellt, dass Absetzung nach §7i nicht korrekt ist. Schön vom Finanzamt, dass sie dies schon nach 4 Jahren erfahren haben. Deshalb durfte ich nun sofort ca. 18.000,-EUR Steuern nachzahlen.
=> aber nach vier Jahren regt man sich darüber auch nicht mehr auf. Gut, dass man wenigstens eine Familie hat, die zusammenhält. Wie soll ich dies sonst bezahlen, das Finanzamt möchte das Geld sofort und ein weiterer Kredit ist nicht machbar.

Die Verjährungsfrist der Baumaßnahmen ist nun auch schon vorbei. Vom Verwalter könnte man erwarten, dass er die Besitzer darauf hinweißt. Da es die gleiche Person ist wie der Bauträger, verschweigt er dies natürlich. Man hat aber auch keine Möglichkeit. Die Wohnung ist zu weit entfernt, man hat keinen Zutritt zu der Wohnung, oder eine Telefonnummer des Mieters. Den Hausmeister kann man auch nicht fragen, weil er auch in der Unternehmensgruppe mit drin steckt.
Ich habe also keine Ahnung, ob am Gebäude/an der Wohnung Mängel aufgetaucht sind.

Mittlerweile hat die Unternehmengruppe, die jetzt wohl Heritus heißt, Insolvenz angemeldet. http://www.hee-rechtsanwaelte.de Deshalb macht aus meiner Sicht nun eine weitere Klage keinen Sinn, da von denen kein Geld mehr zu holen ist, bzw. das Geld "verlorengegangen" ist.
Dies kann nach ethischen Gesichtpunkten nicht richtig sein. Da kann ich die heutige Menschheit nicht verstehen, wie sie der Meinung sein kann, dass der Kapitalismus die einzig wahre Wirtschaftsform ist: Wenige bereichern sich an vielen anderen und behalten den Gewinn für sich selbst. Warum sollte eine einzelne Person Millionen oder Milliarden besitzen? Ist sie nicht verpflichtet, den Gewinn in der Firma zu belassen, für neue Investitionen und als Rücklagen? Oder wenn der Gewinn so hoch ist, sollte man dann nicht die Verkaufspreise verringern?

D.h. folgende Dinge waren nicht ok:
- Verkaufsgespräche mangelhaft
- Notar hat das Dokument nicht wie beschrieben erläutert
- keine Abschreibung nach §7i
- Rendite nicht wie kalkuliert

Klar, dass dies auch gesundheitliche und seelische Folgen hat. Ich hoffe so sehr, dass diese Leute zur Rechenschaft gezogen werden - wie und von wem auch immer.

Wenn Rechtsstreite nicht Geld, Zeit und Nerven kosten würden, würde ich jeden Einzelnen und jede Firma verklagen. Ich habe besseres zu tun, als mich noch weiter mit diesem Gesindel herumzuschlagen.
=> wenn ich christlich wäre, würde ich sagen: Sie werden auf jeden Fall in der Hölle schmoren. Ich wünsche Ihnen eine schöne Ewigkeit.

Ich wünsche mir viel Resonanz auf diesen Beitrag. Ich hoffe, dass sich viele Leute melden, die gleiche oder ähnliche Erfahrungen mit den beteiligten Unternehmen gemacht haben.
=> Vielleicht reagiert die Polizei/Staatsanwaltschaft dann.

Sven
Alle 6 Antworten
19.07.2010, 16:29 von Gate
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Es gilt, aus den Fehlern der anderen zu lernen. Eine simple, fast kindische Frage, die Fehler zu vermeiden hilft, ist die nach dem Motiv des andern, mir etwas zum Kauf zu empfehlen. "Nach Golde drängt, Am Golde hängt Doch alles! Ach wir Armen!" (Goethe: Faust).

Der Verwalter
19.07.2010, 14:58 von LuisaMarie
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Ja, man glaubt es kaum, aber wir lassen uns alle einfach viel zu oft durch den Schein trügen...klingt es gut, muss es ja auch gut sein und die meisten sind zu naiv, um an die Risiken und Konsequenzen zu denken.

Manche Verkäufer sind aber auch so gut, dass man einfach nicht anders kann. Egal ob es ein Ferienobjekt, eine Immobilie oder eine Finka irgendwo in Spanien ist.

Kurze Zeit später denkt man: "Mist!" Aber es ist zu spät- ich denke mir immer: aus Fehlern lernt man oder?
09.07.2010, 11:12 von Gate
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Es ist immer das gleiche Lied. Der mittelmäßig gut verdienende Deutsche denkt: Ich habe einige Euros über, die mal schön für mich arbeiten gehen können. Da kommt der bunte Prospekt mit schön animierten Eigentumswohnungen gerade recht, dazu der symphatische katalogmäßige Herr mit seinem stereotypen Singsang von Inflationsschutz, Wertzuwachs, den behaglichen Gedanken an Altersvorsorge, Sicherheit und natürlich die Kindergeneration, Steuervorteilen, Rendite und was es dergleichen mehr an Pawlowschen Signalen gibt... Und dann irgendwann das große Stöhnen und Jammern. Warum hat mir denn am Anfang niemand gesagt, dass die Wohnung (natürlich nach der Insolvenz des Bauträgers) bauliche Mängel haben und die Verwaltung schlecht sein würde, man zu ewig nervigen Eigentümerversammlungen gurken müsse, Mietminderungen, Rechtsstreitigkeiten und Leerstandzeiten ins Haus stünden, mietvertragliche Klauseln von den Richtern in Karlsruhe einfach weggefegt würden und man dann für drei satte Monatsmieten den Maler durchzuschicken hätte, der Unterhalt des Gemeinschaftseigentums irgendwie ganz schön teuer wäre, beim Verkaufsversuch mal versehentlich nach Monaten einer nachfragen würde (der den Kaufpreis natürlich um 40% senken möchte) usw. - Mensch, sapere aude! So ist dann die Wirklichkeit, wenn man nichts vom Fach versteht.
Aber Klein-Lieschen denkt: Bei mir wird alles anders, und schon erschallt im Lande der Einfalt erneut das bekannte Lied.

Der Verwalter
07.07.2010, 22:04 von sifinanzen
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Schön, dass Sie Ihren Fall schildern. Ich hoffe, dass dadurch andere Personen gewarnt sind und Angebote genauer anschauen.
07.07.2010, 12:00 von Gilhorn
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Nach dem Lesen der Geschichte kann man nur feststellen, dass Sie die Angelegenheit vorab nicht geprüft haben und nur vagen Zusagen geglaubt haben. Man hat Sie wegen ihrer Unkenntnis sehr leicht über den Tisch ziehen können. Sie sind ziemlich blind in die Falle getappt.
06.07.2010, 09:53 von Gate
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Wer am wirtschaftlichen Leben teilnimmt, geht i.d.R. Risiken ein. Die einzigen, die sicher an den beschriebenen Geschäften verdienen, sind die Vermittler, Banken, Notare u.dgl.m., was man z.B. an den Porsches erkennen kann. Der Anleger glaubt, dass - sagen wir mal - ein Maultiertreiber oder Walkknecht als Mieter in Hinterposemuckel nicht nur die hohen Baukosten/ Baunebenkosten des Mietobjektes stemmt, sondern auch dessen Unterhalt, die Verwaltung, die Fremdmittelzinsen u.a. Dazu das hirnvernebelnde Zauberwort "Abschreibung" und die Empfänglichkeit für alles, was mit "Altersvorsorge" etikettiert ist, - und fertig ist das hölzerne Eisen. Wer so naiv ist und an solche Konstruktionen glaubt, wird bestraft. So einfach ist das.

Der Verwalter
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