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28.04.2014, 20:33 von Fittipaldi2014Profil ansehen
Kaufen & Verkaufen|Erbschaft
Vielleicht ganz kurz zur Situation:

Vor 15 Jahren verstarb mein Vater. Da es kein Testament gab, wurde das Erbe, u.a. auch der Familienwohnsitz, unter die Erben folgendermassen aufgeteilt: 50% an unsere Mutter, welche im Haus wohnen blieb, die anderen 50% anteilsmässig an drei Kinder, von denen ich das älteste bin. Da ich mich mit meiner Familie damals nicht gut verstand, habe ich meinen Teil des Erbes ausgeschlagen und es wurde an meine beiden Kinder, welche damals noch nicht mündig waren, überschrieben. Die Verwaltung wurde mir überlassen.

Inzwischen sind meine Kinder erwachsen. Unsere Mutter wohnt mittlerweile in einem Pflegeheim. Das Haus steht seit 2 Jahren leer. Niemand der Erben möchte das Haus beziehen.

Ich habe meinen beiden Kindern erklärt, dass sie die rechtmässigen Erben einer Immobilie sind und beide wollen mit der Sache ebenfalls nichts zu tun haben. Beide baten mich, den ihnen zustehenden Erbanteil an ihre Oma (meine Mutter) zurückzugeben und erteilten mir eine schriftliche Vollmacht um die Angelegenheit für sie abzuwickeln.

Hier nun meine Fragen: Ist die Rückgabe des Erbes möglich und wenn ja, wie gehe ich rechtlich gesehen hier richtig vor?

Vielen Dank.

Fittipaldi 2014
Alle 4 Antworten
06.05.2014, 19:23 von Heidi.Schnurr, meineimmobilie.de
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Hallo,

mal so einfach eben zurückgeben – geht leider nicht!
Um die Sache für Ihre Kinder zu regeln, bräuchten Sie schon einem eine notariell beurkundete Vollmacht.
Zudem müsste Ihre Mutter im Pflegeheim noch geschäftsfähig sein und bestimmen können, ob sie die Erbteile Ihrer Kinder auch überhaupt will. Ist das der Fall, ist die „Rückgabe des Erbteils" ein normaler Schenkungsvertrag, sofern schon Bruchteilseigentum gebildet worden ist.
Besteht allerdings noch die ungeteilte (unaufgelöste) Erbengemeinschaft nach wie vor, wäre ein notariell zu beurkundender Erbteilsübertragungsvertrag zwischen den Enkelkindern und der Oma notwendig. Allerdings kann dieser dann nicht auf die Immobilie beschränkt werden, sondern betrifft dann den gesamten bisher noch ungeteilten Nachlass! In jedem Fall fallen Ihnen Notargebühren und Gebühren für den Eintrag ins Grundbuch an.
Als wäre das nicht schon kompliziert genug, bittet Sie dann auch noch das Finanzamt je nach Wert der Immobilie wegen der Schenkungssteuer zur Kasse. Der Freibetrag bei Schenkungen an Großeltern beträgt nur 20.000 € pro Kind. Schon deswegen sollten Sie sich eine Rückübertragung gut überlegen!
Kurzum: Ziehen Sie am besten einen Fachanwalt für Erbrecht zu Rate. Der wird ihr dann sagen, dass entweder ein freihändiger Verkauf (Einvernehmen aller anderen Miterben notwendig!) oder eine Teilungsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft der richtige Weg ist. Bei einer Teilungsversteigerung müssen Sie zudem noch mit einem Gerichtskostenvorschuss für ein Wertgutachten rechnen.

Viele Grüße
Heidi Schnurr
Alle 1 Kommentare
07.05.2014, 21:00 von Fittipaldi2014
Hallo Frau Schur, vielen Dank für die detaillierten Informationen. Zumindest habe ich jetzt eine Richtlinie.
05.05.2014, 16:05 von TheWebslinger.
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Vielleicht sollten Sie mal bei einem Notar anrufen,
soweit ich weiss muss bei - ich gehe davon aus bei Schenkung - minderjährigen Kindern jemand Neutrales eingeschaltet werden, der abwägen muss, ob die Schenkung zu Vorteil-/ Nachteil der Kinder vorgenommen wird.
Evtl. ist die Schenkung an Ihre Kinder nichtig und Sie haben das Erbe bereits komplett ausgeschlagen.
Alle 1 Kommentare
07.05.2014, 21:00 von Fittipaldi2014
Ich werde da nachhaken. Vielen Dank.
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