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18.01.2011, 15:56 von P.KlassenProfil ansehen
Bauen & Modernisieren|Kostenumlage nach Überschwemmung im Sonder-/Gemeinschaftseigentum
Hallo zusammen,
in unserer relativ kleinen Wohnungsanlage mache ich nebenher die Hausverwaltung, um die Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten. Ich selber besitze in der Hausgemeinschaft auch eine WE.
Nun hatten wir vergangenes Jahr eine Überschwemmung. Das Wasser ist aus dem UG zur Haustüre wieder hinausgeflossen (Wasserstand > 3m). Der Schaden belief sich auf insgesamt 115.000,-€ von dem wir lt. Vers.Vertrag einen Selbstbehalt von 10% zu übernehmen haben.
Nun meine Frage zur Umlage der 11.500,-€

Da der größte Schaden im Sondereigentum eines Eigentümers liegt (ca 65%), ist der Rest der Gemeinschaft nicht willens, dessen Sondereigentum mitzufinanzieren. Es handelt sich hier um ein Ladenlokal mit 2 WCs, 1 Aufenthaltsraum und einer Teeküche im UG. Dieses Sondereigentum wird ausschliesslich von dem Mieter der Einheit im EG genutzt. Durch die Restaurierung/Renovierung (neue Nachtspeicheröfen der neuesten Generation, neue Teppichböden, neue innere Holztüren, Tapeten, Deckenanstrich, Elektrik etc) hat der ET mit Hinweis auf die Komplettsanierung auch schon die Miete erhöht.

Hier meine Frage:
Muß die Eigentümergemeinschaft die Kosten dieser 65% mit übernehmen? In der Teilungserklärung steht eindeutig, daß der alleinige Nutzer eines Sondereigentums für dessen Instandhaltung verantwortlich ist. In unserem Fall ist es aber keine Instandhaltung sondern eine Instandsetzung,
hervorgerufen durch die Überschwemmung vom 04.07.2010 ...... ich kann nirgendwo etwas finden, daß unseren Fall auch nur annähernd aufgreift bzw beschreibt.
Für einen entsprechenden Hinweis oder Tipp bin ich sehr dankbar, vielen Dank im Voraus.
P. Klassen
Alle 2 Antworten
18.01.2011, 21:57 von P.Klassen
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Vielen Dank für die Aussage zur Kostenverteilung sowie den Hinweis zur Ausübung der Hausverwaltung ... DANKE nochmals
Herzliche Grüße
Peter Klassen
18.01.2011, 20:34 von Gilhorn
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Grundsätzlich ist die Gemeinschaft nicht für die Übernahme von Schäden im Sondereigentum zuständig. Dementsprechend ist der Schadenssrest aufzuteilen und den jeweiligen Sondereigentümern zuzuordnen.
Also würde sich hier eine Übernahme des betroffenen Sondereigentümers von 65% der Restsumme ergeben.Dies ist nicht nur in der Teilungserklärung festgelegt, sondern auch im Wohnungseigentumsgesetz bestimmt. Die Teilungserklärung baut auf dieses Gesetz auf.

Ganz allgemein möchte ich hier nochmals den Hinweis anbringen, dass die Kosteneinsparung eines Verwalters sehr schnell ins Auge gehen kann. Bei Streitfällen kann diese Kostenersparnis sehr schnell aufgefressen sein und noch Kosten verursachen.

Um sich einzulesen, wenn schon jemand freiwillig die Arbeit macht und den Kopf hinhält, ist der Kommentar von Bärmann zum Wohnungseigentumgesetz zu empfehlen (neueste Ausgabe 2010).
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