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02.02.2011, 10:59 von rossanobProfil ansehen
Bauen & Modernisieren|Betriebskosten-Abrechnung Hausverwaltung-Eigentümer
Wo ist gesetzlich geregelt,
a)wie die Hausverwaltung ggü. dem Eigentümer abrechnen muss, sofern kein HV-Vertrag vorliegt
b)welche Rechte der Eigentümer ggü. der HV hat, z.B. auch bei Bestimmung des Gas/Strom-lieferanten
c)Renovierungskosten für ein Haus mit ETW: wie wird abgestimmt,ob Renovierung vorgenommen wird oder nicht?? Nach Miteigentumsanteilen oder qm ?

Danke für Experten-Feedback
Alle 1 Antworten
03.02.2011, 18:11 von Gilhorn
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Zu a: Die Aufgaben und Befugnisse des Verwalters sind in § 27 WEG (Wohnungseigentumsgesetz) geregelt. Hieraus und aus der Teilungserklärung ergeben sich auch die Modalitäten der Abrechnung gegenüber den Eigentümern.

Zu b: Solche Dinge werden durch Beschlussfassung innerhalb der Wohnungseigentümergemeinschaft (z.B in der Eigentümerversammlung) festgelegt. Der Verwalter ist dann verpflichtet, diese Beschlüsse umzusetzen.

Zu c: Sofern es sich um reine Instandhaltungsmaßnahmen handelt, wird nach Köpfen abgestimmt, falls die pro Kopf-Abstimmung nicht durch eine Vereinbarung der Eigentümergemeinschaft abgedungen (z.B. in der Teilungserklärung) und durch eine andere Abstimmungsart ersetzt worden ist.
Geht die Renovierung über reine Instandhaltungsmaßnahmen hinaus und ist eine Modernisierung im Sinne des BGB damit verbunden, so findet die Abstimmung nach § 22 Abs. 1 u. 2 statt.

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§ 22
Besondere Aufwendungen, Wiederaufbau

(1) Bauliche Veränderungen und Aufwendungen, die über die ordnungsmäßige Instandhaltung oder Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen, können beschlossen oder verlangt werden, wenn jeder Wohnungseigentümer zustimmt, dessen Rechte durch die Maßnahmen über das in § 14 Nr. 1 bestimmte Maß hinaus beeinträchtigt werden. Die Zustimmung ist nicht erforderlich, soweit die Rechte eines Wohnungseigentümers nicht in der in Satz 1 bezeichneten Weise beeinträchtigt werden.

(2) Maßnahmen gemäß Absatz 1 Satz 1, die der Modernisierung entsprechend § 559 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches oder der Anpassung des gemeinschaftlichen Eigentums an den Stand der Technik dienen, die Eigenart der Wohnanlage nicht ändern und keinen Wohnungseigentümer gegenüber anderen unbillig beeinträchtigen, können abweichend von Absatz 1 durch eine Mehrheit von drei Viertel aller stimmberechtigten Wohnungseigentümer im Sinne des § 25 Abs. 2 und mehr als der Hälfte aller Miteigentumsanteile beschlossen werden. Die Befugnis im Sinne des Satzes 1 kann durch Vereinbarung der Wohnungseigentümer nicht eingeschränkt oder ausgeschlossen werden.
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Anmerkung:
Die Miteigentumsanteile sind im Normalfall im Verhältnis der Eigentumsanteile in qm berechnet, ergeben also kein anderes Abstimmungsergebnis.
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