Donnerstag, 08.12.2011 | Autor: mb

Fassadendämmung nicht immer sinnvoll

Worum geht´s
  • Fassadendämmung nicht immer sinnvoll
  • Energetische Modernisierung muss gut geplant sein
  • Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Modernisierung
  • Professionelle Energieberatung in Anspruch nehmen

Energiesparen ist für viele Hausbesitzer und Vermieter ein wichtiges Thema. Sie planen Modernisierungen an ihrer Immobilie -zum Beispiel eine Fassadendämmung - um neue gesetzliche Standards zu erfüllen und langfristig Geld zu sparen. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hält allerdings längst nicht jede gängige Modernisierungslösung für wirtschaftlich und energetisch sinnvoll. "Hausbesitzer sollten sich nicht verrückt machen lassen von den vielen Ratschlägen und Modellrechnungen, die zurzeit kursieren", rät Thomas Penningh vom VPB in einer Pressemitteilung. "Am Anfang jeder sinnvollen Energiesparaktion steht immer die Abwägung von Kosten und Nutzen, und die muss jeder mit kühlem Kopf beurteilen."

Fassadendämmung nicht immer optimale Lösung

"Wir erleben aktuell einen wahren Boom in der Fassadendämmung. Die meisten lassen dabei ihre Immobilie in ein Wärmedämmverbundsystem einpacken, beobachtet Bausachverständiger Penningh. "Nicht immer ist diese Dämm-Methode allerdings auch das Optimum für das jeweilige Haus, viele andere Arten der Dämmung werden dabei vorschnell verworfen. Vor allem ist aber die fehlerfreie Ausführung bei jeder Dämmung das A und O für die erwartete Energieeinsparung. Mitunter führen fehlerhafte Ausführungen sogar zu schweren bauphysikalischen Schäden. Die Sanierung der Sanierung schlägt dann doppelt teuer zu Buche. Das ist ein klassisches Beispiel für eine falsche Energiesparentscheidung. Die Hausbesitzer wurden im Vorfeld schlecht oder gar nicht beraten."

Modernisierung muss wirtschaftlich sein

Besonders teuer ist die Fassadendämmung eines Altbaus. Laut VPB dauert es Jahre, oft Jahrzehnte, bis sich die Kosten amortisieren. "Hausbesitzer sollten sich hier nicht von geschönten Musterrechnungen blenden lassen. Diese Kalkulationen gehen von bestimmten Voraussetzungen aus - und die müssen natürlich auch auf das eigene Haus zutreffen, damit die Rechnung aufgeht. Das ist aber selten der Fall. Deshalb ist das A und O jeder Energiesparmaßnahme immer zunächst die fundierte Energieberatung." Damit sollten Hausbesitzer nur hochqualifizierte Berater beauftragen, die das bauphysikalische Ganze des Hauses beurteilen können und nicht nur einzelne Gewerke. Wichtig ist auch: Die Berater sollten firmen- und produktneutral beraten. "Ein Energieberater, der mir gleichzeitig etwas verkaufen könnte, ist selten objektiv", mahnt Architekt Penningh.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.

 meineimmobilie.de-Tipp

meineimmobilie.de-Tipp
Manche Energieberater werben mit einem günstigen Thermografie-Gutachten auf dessen Grundlage sie Ihnen dann Modernisierungsempfehlungen geben. Solche Angebote sollten Sie mit Vorsicht genießen. Thermografie-Gutachten müssen professionell erstellt und beurteilt werden, um wirklich aussagekräftig zu sein.