Dienstag, 14.02.2017 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Eisenhans - Fotolia.com

Indexmiete: Der aktuelle Preisindex für mehr Miete

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Worum geht´s

Automatisch und unkompliziert zu mehr Miete: Mit der Indexmiete und dem aktuellen Preisindex vom Statistischen Bundesamt.

Stichworte zu diesem Thema

Wer eine Indexmiete vereinbart hat, sollte den aktuellen Preisindex stetig im Auge behalten. Den berechnet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden Monat für Monat und der ist die Grundlage für Ihre Mieterhöhung.

 

Diesen Monat ist der Wert leider etwas nach unten gegangen, deswegen ist der Februar kein guter Erhöhungsmonat! Wie Sie mit dem aktuellen Indexwert für Januar 2017 von 108,1 (Vormonat noch 108,8)  Ihre neue Miete berechnen und welche zwei weiteren Zahlen Sie dazu noch brauchen, lesen Sie hier. Mit leicht nachvollziehbarem Rechenbeispiel und der wenig bekannten, unkomplizierten Berechnungsformel zum Berechnen Ihrer neuen Miethöhe.

 

Taschenrechner und Mietvertrag raus und los geht´s:

So einfach berechnen Sie Ihre Mieterhöhung bei einer Indexmiete

Vergessen Sie alle Werte auf der alten Preisbasis 2005 oder davor, selbst wenn die noch in Ihrem Mietvertrag steht: Rechnen Sie nur noch mit der seit 1.1.2013 geltenden neuen Preisbasis 2010. Der aktuelle Wert für Januar 2017, der am 14.02.2017 veröffentlicht wurde, beträgt 108,1.

Gute Zeiten für eine Mieterhöhung!   

Wie sich der aktuelle Wert auf Ihre Indexmiete auswirkt, hängt immer nur von 2 Faktoren ab: Zum einen von der Veränderung des Preisindexes seit Mietvertragsabschluss bzw. seit Ihrer letzten Erhöhung. Zum anderen von dem, was Sie vereinbart haben.

In alten Mietverträgen findet sich meist noch die Klausel, dass Sie Ihre Miete erst dann erhöhen können, wenn der Index um einen bestimmten Prozentsatz gestiegen ist.

Mit dieser Formel berechnen Sie sehr leicht Ihre Indexmiete

Um wie viel sich dann Ihre Miete erhöht, hängt davon ab, um welchen Prozentsatz sich der Index seit Mietvertragsabschluss bzw. seit Ihrer letzten Mieterhöhung erhöht hat. Dann können Sie Ihre Miete exakt um diesen Prozentsatz erhöhen.

Um wie viel der Index jeweils gestiegen ist, berechnen Sie einfach so:

Neuer Indexstand : alter Indexstand x 100 - 100 = prozentuale Steigerung.

Was Sie wissen müssen: Seit der Mietrechtsreform vom 01.09.2001 dürfen Sie als Wohnungsvermieter in Ihren Mietverträgen nur noch den "Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland" vereinbaren.

Das schreibt Ihnen § 557 b Abs. 1 BGB als neutralen Wertmesser für Ihre Indexmiete vor. Der entspricht dem vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden seit dem 01.01.2003 nur noch berechneten "Verbraucherpreisindex für Deutschland".

Die aktuellen Indexzahlen auf der neuen Preisbasis 2010 vom Januar 2000 bis Januar 2017 finden Sie hier.

Wichtig zu wissen: Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die aktuellen Werte meist erst um den 10. Kalendertag des Folgemonats. Wundern Sie sich also nicht, falls hier nur der Wert des Vormonats angegeben ist.
 

Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber

Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr

Kommentare (6)

10.3.2016, 8:37 Uhr von beaufort12 Profil ansehen
Ich kann nicht sagen, wie der Anwalt auf den Wert für 2005 kommt. Allerdings ergäbe sich daraus eine wesentlich höhere Mieterhöhung. "Erlauben" heißt im Umkehrschluss "verbieten" die Preisbasis 2005 heranzuziehen?
Hallo, die Preisbasis 2005 gibt es gar nicht mehr, deswegen können Sie diese gar nicht mehr heranziehen. Das Statistische Bundesamt bietet einen Rechner zur Indexerhöhung an: www.destatis.de/wsk damit können Sie Ihre Indexmieterhöhung auf der Preisbasis 2010 ganz leicht selbst berechnen. Nur was nicht geht: Den Wert auf der Preisbasis von 2005 als Ausgangswert nehmen und dann als aktueller Wert den Wert auf der Preisbasis 2010 nehmen - dann kommen Sie nämlich wirklich auf eine wesentlich höhere, aber falsche berechnete Mieterhöhung.
9.3.2016, 22:01 Uhr von beaufort12 Profil ansehen
Liebe Frau Schnurr, vielen Dank für den sehr informativen Artikel. Eine Sache verunsichert mich etwas: Wieso raten Sie mit der Preisbasis 2010 zu rechnen? Mein Anwalt hat in einem aktuellen Fall, die vertraglich vereinbarte Preisbasis 2005 herangezogen. (Der Vertrag stammt aus dem Jahr 2010). Vielen Dank im Voraus. Nils Meier
Interessant. Wo doch die Werte von 2005 gar nicht mehr berechnet werden. Die Gerichte "erlauben" auf die aktuelle Preisbasis zurückzugreifen, wenn eine Preisbasis bzw. ein Index nicht mehr berechnet wird.
27.9.2015, 16:25 Uhr von immo1952 Profil ansehen
Ist nicht auch die maximale Erhöhung mit der Indexmiete mit der Höhe des Mietspiegels gedeckelt?
Nein. Die Mietpreisbremse und damit der Mietspiegel müssen Sie nur bei der Ausgangsmiete anwenden. Vermieten Sie also eine „ganz normale“, nicht modernisierte Wohnung in einem Gebiet, für das eine Mietpreisbremse gilt, und vereinbaren Sie eine Indexmiete, müssen Sie sich nur bei der Anfangsmiete an die 110%-Grenze halten. Und das auch nur, wenn Ihr Vormieter nicht ohnehin schon eine höhere Miete bezahlt hat. Für die Folgezeit gilt: Sie die Miete entsprechend dem (steigenden) Index anpassen. Selbst dann, wenn Ihre Ausgangsmiete schon höher lag als die Mietpreisbremse erlaubt.
Sie ist gerecht und - wenn man erst einmal weiß, wie es geht - sehr leicht zu berechnen. Die Rede ist von der wenig bekannten Indexmiete. Von allen Mieterhöhungsmöglichkeiten lässt sich dem Mieter am leichtesten "verkaufen": Mit dieser koppeln Sie die künftige Miethöhe an die Entwicklung des allgemeinen Verbraucherpreisindices.    Den Index berechnet das Statistische Bundesamt - also eine neutrale Stelle - jeden Monat neu.
Wer seine Miete erhöhen will und eine Indexmiete vereinbart hat, braucht den aktuellen Verbraucherpreisindex. Der ändert sich jeden Monat, so wie jetzt wieder im Februar 2017 für den Monat Januar auf 108,1. Damit ist er gegenüber dem Vormonat gesunken.   Der Verbraucherpreisindex basiert auf der Preisbasis 2010. Die Preisbasis ändert sich ungefähr nur alle 5 Jahre.   Zum Berechnen Ihrer Indexmiete benötigen Sie nur zwei Zahlen: Es ist also gar nicht so kompliziert, wie viele behaupten! 

 meineimmobilie.de-Tipp

Wer schon bei Mietvertragsabschluss festlegen möchte, wie sich seine Miete künftig erhöhen soll, sollte über eine Indexmiete nachdenken.

 

Die steht und fällt nämlich mit einem neutralen Wertmesser: Dem vom Statistischen Bundesamt Monat für Monat berechneten Verbraucherpreisindex. Damit ersparen Sie sich den mühsamen Weg über einen Mietspiegel oder 3 Vergleichswohnungen.