Montag, 02.01.2017 | Autor: Heidi Schnurr, Rechtsanwältin, Chefredakteurin, Foto: © Reicher - Fotolia.com

Verwaltungskostenpauschale: Seit 1.1.2017 gelten neue Werte

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Worum geht´s

Verwaltungskostenpauschale für preisgebundenen Wohnraum: Seit 1.1.2017 gelten neue Werte.

 

Vielleicht haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, die Verwaltung Ihrer Wohnung bzw. Ihrer Immobilien einem professionellen Hausverwalter zu übergeben, jedoch die Kosten gescheut. Tatsächlich kann Sie die Verwaltung einer Eigentumswohnung 340,31 Euro pro Jahr kosten. Diese Wert gilt seit dem 1.1.2017.

 

Jedenfalls, wenn Sie preisgebundenen Wohnraum vermieten. Bei „ganz normalen Wohnungen“ dürfen Sie dagegen als Verwalterhonorar aushandeln, was der Markt „hergibt“. 

Wie viel Sie als Verwaltungskostenpauschale ansetzen dürfen 

Grundsätzlich können Sie als Vermieter einer „normalen Wohnung“ mit Ihrem Verwalter jedes Honorar aushandeln. Letzten Endes hängt es dann nur noch von Ihrem Verhandlungsgeschick ab, was Sie am Ende zahlen müssen.

Vermieten Sie dagegen eine öffentlich geförderte Wohnung gelten nach der II. Berechnungsverordnung feste Pauschalen für das Verwalterhonorar. Seit dem 1.1.2017 wurde diese Pauschale für Verwalter im sozialen Wohnungsbau wieder einmal angepasst. Sie gelten bis zum 31.12.2019. Höchstbeträge wirken sich unmittelbar auf die ausgehandelten Verwaltungskosten aus.

Verwaltungsart

EUR/pro Jahr

II. BV

Wohnungseigentumsverwaltung einer Eigentumswohnung

max. 340,31

§ 41 Abs. 2

Mietverwaltung:

 

 

je Wohnung

max. 284,62

§ 26 Abs. 2

bei Eigenheimen, Kaufeigenheimen und Kleinsiedlungen je Wohngebäude

max. 284,62

§ 26 Abs. 2

je Garage oder Einstellplatz

max. 37,12

§ 26 Abs. 3

 

Grundsätzlich sind Verwaltungskosten nicht umlegbar

Die Verwaltungspauschalen für preisgebundenen Wohnraum gelten nicht für das Verwalten von „normalen Wohnungen“. Dafür können Sie den Preis aushandeln, den der Markt „hergibt“. Die gesetzlichen Pauschalen können Sie lediglich als Anhaltspunkt für Ihre Vertragsverhandlungen nehmen.

Als Vermieter von „ganz normalen Wohnungen“ sollten Sie Ihre Verwaltungskosten gleich beim Kalkulieren der Grundmiete mit einrechnen. Denken Sie dran, dass Sie keine Verwaltungskosten als Betriebskosten umlegen dürfen.

Zu den nicht umlegbaren Verwaltungskosten nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV zählen:

  • die Kosten für die Verwaltung der für das Gebäude erforderliche Arbeitskräfte und Einrichtungen,
  • die Kosten der Aufsicht,
  • der Wert der von Ihnen als Vermieter persönlich geleisteten Verwaltungsarbeit,
  • die Kosten für die gesetzlichen oder freiwilligen Prüfungen des Jahresabschlusses und
  • die Kosten für die Geschäftsführung.

Wenn Ihr Hausverwalter Verwaltungsaufgaben übernimmt

Übertragen Sie typische Verwaltungsaufgaben, wie z. B. eine Wohnungsübergabe, das Einwerfen der Betriebskostenabrechnung, das Beaufsichtigen von Handwerkern, das Durchführen von Wohnungsbesichtigungen auf den Hauswart, dürfen Sie die dafür entstehenden Kosten ebenfalls nicht auf den Mieter umlegen.

Vielmehr müssen Sie die Hauswartkosten um diese Kostenanteile kürzen. 

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Ratgebern, E-Books, Loseblattwerken, ...
Heidi Schnurr
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 meineimmobilie.de-Tipp

In welcher Höhe Sie einen Verwaltungskostenabzug bei den Hauswartkosten vornehmen müssen, richtet sich nach dem tatsächlichen Zeitaufwand des Hauswarts für die jeweiligen Arbeiten. Die Tätigkeits- bzw. Leistungsbeschreibung im Hauswartvertrag kann lediglich als Indiz für den Umfang der verrichteten Verwaltungsarbeiten dienen.

 

Bezweifelt der Mieter, ob der Verwaltungskostenabzug in der richtigen Höhe erfolgt ist, müssen Sie als Vermieter Ihren pauschalen Abzug konkretisieren und darlegen, wie sich der Abzugsbetrag zusammensetzt.

 

Lediglich als Geschäftsraumvermieter können Sie Verwaltungskosten auf den Gewerbemieter umlegen. Dafür reicht schon ein einziger Satz im Mietvertrag: Der Gewerbemieter muss die "Kosten der kaufmännischen und technischen Hausverwaltung" tragen.