Montag, 30.06.2014 | Autor: heihec, Foto: © Piotr Marcinski - Fotolia.com

Einbruch: So schnell haften Sie als Vermieter

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Worum geht´s

Der Einbruchschutz für Wohnungen wird immer wichtiger, er ist aber auch teuer. Kommt es zum Einbruch, muss auch der Vermieter womöglich zahlen.

Topstory: Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Deshalb ist ein guter Einbruchschutz von Vorteil. Für die Sicherheit in einer Mietwohnung ist dabei überwiegend der Mieter verantwortlich - aber auch der Vermieter haftet.

Rein rechtlich gehen die Pflichten des Vermieters in der Regel nicht über verschließbare Eingangstüren und Wohnungstüren hinaus. Doch mittlerweile wird die Sicherheit zum Vermietungsargument und so gehören Einbruch hemmende Eingangstüren und geprüfte Türschlösser in vielen Wohnanlagen schon zum Standard.

Prinzipiell gilt: Der sicherungstechnische Zustand, der bei Besichtigung und Vertragsschluss mit dem Mieter vorhanden war, gilt als "vertragsgemäßer Zustand". So darf der Mieter nur dann Nachbesserung verlangen, wenn sich die vorhandenen Einrichtungen nach Einzug als mangelhaft erweisen.

Wer die Kosten für den Einbruchschutz zahlen muss

Als mangelhaft gilt die Einrichtung, wenn es bereits mehrfach zu Einbruchsversuchen in eine Wohnung gekommen ist oder sich während des Mietverhältnisses die Sicherheitslage in der näheren Umgebung des Hauses spürbar verschlechtert hat.

Der Vermieter muss dann auf seine Kosten besondere Sicherungsmaßnahmen vornehmen. Nach dem § 555 b Nr. 5 BGB darf der Vermieter dann elf Prozent der auf die Wohnung anfallenden Baukosten jährlich der Miete zuschlagen, denn ein verbesserter Sicherheitsstandard gilt als Modernisierung. 

Wenn der Mieter auf eigene Kosten für Einbruchsicherung sorgen will

Will der Mieter nachträglich einen zusätzlichen Einbruchschutz auf auf seine Kosten einbauen, braucht er dazu die Einwilligung des Vermieters, sofern in eine Tür oder Fenster gebohrt werden muss. Den Einbau von Sicherheitstechnik kann der Eigentümer dem Mieter allerdings in der Regel nicht verbieten.

So können Veränderungen innerhalb der Wohnung, die nicht die Bausubstanz angreifen oder kleine Eingriffe in die Bausubstanz im Inneren der Wohnung ohne Einwilligung des Vermieters durchgeführt werden, so der Mieterverein Hamburg. Berührt der Mieter allerdings die Gebäudesubstanz oder plant er größere Eingriffe im Inneren der Wohnung, benötigt er die Einwilligung des Vermieters.

Einbruchschutz: Was bei Mietvertragsende gilt

Bei jeglichen Veränderungen, die der Mieter vornimmt, hat der Vermieter das Recht auf die Wiederherstellung der Wohnung in den ursprünglichen Zustand beim Auszug.

So muss bei Auszug die komplette Sicherheitstechnik wieder entfernt werden, wenn nicht eine anderslautende schriftliche Abmachung getroffen worden ist bzw. sich der Vermieter zur Übernahme gegen einen Kostenersatz bereit erklärt.

Urlaubszeit: Wie sich der Mieter vor Einbrüchen schützen muss

Verreist der Mieter, bleibt bei ihm allein die Verantwortung für den Einbruchschutz. Er hat vor Abreise darauf zu achten, dass Fenster geschlossen und Türen verriegelt sind.

Kommt es trotzdem zu einem Einbruch, muss der Vermieter die Kosten für die Reparaturen an Fenster und Tür tragen. Handelt der Mieter allerdings fahrlässig und vergisst, Fenster und Türen zu schließen, muss er allein den entstandenen Schaden an der Wohnung ersetzen, so ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (7 U 64/69).

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt: 150.000 versicherte Wohnungseinbrüche gab es im vergangenen Jahr. Das ist der höchste Stand seit 2004. Und auch die Zahl der Schäden nahm zu. Dabei können Sie das Einbruchsrisiko mit einfachen technischen Maßnahmen reduzieren.
Sie kommen nicht immer nachts, aber sie hinterlassen ihre Spuren – und das nicht nur an Türen und Fenstern. Die Rede ist von Dieben, die Kellertüren aufhebeln, Schlösser durchbohren oder Fensterscheiben beschädigen, um in der Wohnung Ihres Mieters nach Wertgegenständen zu suchen.  Wer muss den Schaden zahlen? Und was, wenn Sie Ihr Haus "einbruchsicher" für die Mieter machen: Müssen Sie das aus der eigenen Tasche zahlen? 

 meineimmobilie.de-Tipp


In der Regel haben beide Seiten ein Interesse an einer besseren Sicherheitsausstattung der Wohnung. Achten Sie als Vermieter darauf, dass die Maßnahmen von einem Fachmann durchgeführt werden, gerade hochwertige Vorrichtungen sind bei fehlerhafter Installation wirkungslos.