Montag, 06.09.2010 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Die verschiedenen Gebäudetypen bei Energiesparhäusern

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Energiesparhäuser sind nicht gleich Energiesparhäuser. Im Zuge eines immer stärker in den Vordergrund rückenden Umweltbewusstseins werden Bauherrn vor die teilweise schwierige Frage gestellt, für welches der unterschiedlichen energiesparenden Hauskonzepte sie sich entscheiden.

Die Deutsche Energieagentur (dena) hat in ihrer Aufklärungskampagne zum Energieausweis den Slogan "Und was verbraucht dein Haus auf den Quadratmeter?" in Analogie zum Spritverbrauch bei Autos geprägt. In Anlehnung daran wurde auch der Begriff des 3-Liter-Hauses eingeführt. Diese Angabe bezieht sich auf den theoretischen Heizölbedarf pro Quadratmeter und Jahr.

Bei 120 Quadratmetern Wohnfläche wären das demnach nur 360 Liter Heizöl im Jahr. Aber Vorsicht: Wie auch beim 3-Liter-Auto ist dies der theoretische Verbrauch eines Norm-Nutzers. Der tatsächliche, praktische Verbrauch ist hier wie dort extrem abhängig vom Nutzer. Durch bewusstes Verhalten können Bewohner folglich die tatsächlichen Verbrauchswerte des Hauses stark beeinflussen.

Energiesparende Hauskonzepte

Die EnEV legt seit 2002 die energetische Mindestqualität von Neubauten fest. Längst gibt es aber Hauskonzepte, die darüber hinausgehen, wie das KfW-40-Haus mit einem Jahres-Primärenergiebedarf bis zu 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche beziehungsweise das Passivhaus oder gar das Plusenergiehaus.

Folgende Bezeichnungen bei Gebäudetypen sind derzeit gängig:

  • Energiesparhaus
  • Niedrigenergiehaus
  • CO2-Niedrighaus
  • KfW-Energiesparhaus 60
  • KfW-Energiesparhaus 40
  • Passivhaus
  • Nullenergiehaus
  • Plusenergiehaus

Ökologie und Ökonomie

Im Zeitalter knapper werdender Ressourcen erhält ökologisch verantwortungsvolles Bauen eine immer größere Bedeutung. Entscheidend ist, dass durch energieeffizientes Bauen Jahr für Jahr die Energie- und damit die Betriebskosten reduziert werden.

Denn mit Erdöl und Erdgas, zurzeit unseren wichtigsten Wärme spendenden Energieträgern, gilt es sparsam umzugehen. Trotz schon leicht rückläufiger Tendenz beträgt der Anteil des Energieverbrauchs der privaten Haushalte am Gesamtenergiebedarf, also verglichen mit der Landwirtschaft sowie dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor, immer noch mehr als ein Drittel.

Verbrauch reduzieren

Dabei lässt sich durch die heutigen Standards der Verbrauch für Heizung und Warmwasser noch stärker reduzieren. Gerade dieses Energieeinsparpotenzial sollten Sie beim Planen und Bauen - auch im Gebäudebestand - stets im Auge behalten.

Aber über den ökonomischen Nutzen hinaus gibt es noch weitere Vorteile: eine größere Unabhängigkeit von eventuellen Energiepreissteigerungen sowie ein höherer Wohnkomfort durch die Modernisierung.

Passivhausstandard

Aufgrund der derzeit absehbaren Rahmenbedingungen bezüglich der Entwicklung des Energiesektors für den Wohnungsmarkt muss davon ausgegangen werden, dass in nicht allzu langer Zeit der heutige Passivhausstandard zum allgemeingültigen Neubaustandard werden wird.

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