Montag, 22.02.2010 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz, mb

Den Hausbau richtig planen

Fachwissen und Timing sind die wichtigsten Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Hausbau. Der Bauherr sollte den Ablauf des Bauprojekts rechtzeitig planen und den Rat von Fachleuten einholen.

Der Hausbau ist ein Abenteuer. Der Volksmund meint dazu: "Bau das erste Haus für deinen Feind, das zweite für deinen Freund und ins dritte erst zieh selber ein." Dieser Rat fasst viel Erfahrung in einem Satz zusammen - oder vielmehr fehlende Erfahrung. Da ihn gleichwohl nur die Wenigsten berücksichtigen können, ist es umso wichtiger, sich möglichst gut auf das erste Mal vorzubereiten.

Beim Hausbau aus den Fehlern anderer lernen

Man muss sich nicht notwendig selbst die Finger verbrennen, um zu erkennen, dass Feuer heiß ist. Ähnlich ist es mit Baufehlern. Alle Erfahrung, die ein Bauherr für sein Vorhaben benötigt, liegt dort draußen.

Freunde, Bekannte und Kollegen kennen oft bereits nicht nur den Umgang mit Handwerkern und Bauleitern, sondern haben auch Erkenntnisse mit Bautechniken, Ausstattung und Grundrissen gewonnen.

Fehler beim Hausbau

Der Bauherr sollte sich, wann immer möglich, andere Häuser ansehen, Musterausstellungen besuchen und Kataloge sowie das Internet durchstöbern. Er kann auch einen Experten zu Rate ziehen und ihn dafür bezahlen, dass er das Bauvorhaben mit all seinem Fachwissen unterstützt.

In Deutschland wird im Durchschnitt später und teurer gebaut als in vielen unserer europäischen Nachbarländern. Vor allem für junge Familien sind die Investitionen oft nicht finanzierbar.

Hausbau in Deutschland: spät, aber teuer

Deutsche Bauherren sind im Schnitt schon 40 Jahre alt - und sie bauen teuer. Neun Jahresgehälter geben sie in der Regel für ihr Haus aus, in den Nachbarländern wird gerade mal die Hälfte investiert.

Es stellt sich also die Frage, ob es nicht wirtschaftlich sinnvoller ist, die Methoden der europäischen Nachbarn zu übernehmen, noch dazu, weil so bis zum Altersruhesitz auch die für einen wirklichen "Ruhesitz" erforderliche Erfahrung gesammelt werden konnte.

Finanzierung vom Grundstück bis zum Hausbau

In den meisten Fällen ist nicht nur der Bau selbst, sondern auch der erforderliche Grund zu finanzieren. Dann aber beginnen die Zinsen für das Immobilie sich durch Mieteinnahmen oder -einsparungen rechnet.

Der Bauherr sollte deshalb versuchen, zwischen Grundstückskauf und Baubeginn möglichst wenig Zeit verstreichen zu lassen. Aus diesem Grund sollte er alle von den Behörden geforderten Unterlagen vollständig und in ordnungsgemäßem Zustand einreichen.

Grundbuchzeiten nutzen

Zwischen dem Notartermin und der tatsächlichen Eintragung ins Grundbuch können schnell ein paar Wochen vergehen. Kommt das vereinfachte Genehmigungsverfahren zum Einsatz, wird über einen Bauantrag nach spätestens vier Wochen entschieden.

Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass das Bauvorhaben dem gültigen Bebauungsplan entspricht. Ist das nicht der Fall, wird der Antrag im Normalverfahren bearbeitet, das weitaus länger, nämlich mehrere Monate, dauern kann.

Beim Hausbau gilt: Zeit ist Geld

Auch hinsichtlich des Bauprojekts selbst ist das richtige Timing bares Geld wert. In unseren Breitengraden ist das Wetter des Bauherrn größter Feind. Der Bauantrag sollte so eingereicht werden, dass die Termine für den Baubeginn und die Folgearbeiten eingehalten werden können.

Verzögerungen führen dazu, dass Bauhandwerker womöglich bereits beim nächsten Objekt in der Pflicht stehen und sich daher der Bau weiter verzögert - bei laufenden Zinsen.

Bausaison beachten

Es ist nicht anders als überall sonst auch: Wer zur Stoßzeit kommt, muss auch auf die Baugenehmigung länger warten. Bei einem Antrag zu Frühjahrsbeginn muss also mit längeren Bearbeitungszeiten gerechnet werden. Das gilt übrigens nicht nur für die Ämter, sondern auch für Bauhandwerker, für die nach der Winterpause Hochsaison herrscht - mit den entsprechend eng gesteckten Terminplänen.

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Anette Stein ist Betriebswirtin und arbeitet als freiberufliche Redakteurin und Buchautorin. Sie hat sich vor allem auf den Bereich der privaten Finanzen spezialisiert und zahlreiche Publikationen zu diesem Thema ...
Anette Stein

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Wenn bestimmte Temperaturen unterschritten werden, können viele Arbeiten am Bau nicht mehr durchgeführt werden. Auch kann es teuer werden, wenn ein Rohbau provisorisch winterfest gemacht werden muss. Achten Sie darauf, dass das Dach so rechtzeitig gedeckt werden kann, dass Sie auch ein früher Wintereinbruch nicht ruiniert. Der Innenausbau hingegen kann auch im Winter jedenfalls teilweise weitergehen.