Donnerstag, 09.05.2013 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: Sebastian Fery / Haufe

Wie Sie es Langfingern schwer machen

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Bald beginnt die Ferienzeit und damit auch die Hochsaison für Einbrecher. Damit „my home“ auch „my castle“ bleibt und wird, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Einbruchschutz zu verbessern, meint Jörg Stroisch, Chefredakteur von meineimmobilie.de, in seiner Kolumne.

Es gibt viel zu berichten über den eigenen Urlaub: Nicht besonders schön ist allerdings die Neuigkeit, wenn während der eigenen Abwesenheit Einbrecher in den eigenen Klamotten herumgewühlt haben.

Die Einbrecher gehen in der Regel ziemlich professionell vor, stellen sich nur selten dumm an.

Wer kurz vor dem Urlaub noch schnell den Einbruchschutz sicherstellen will, ist aber – finde ich – zu spät dran. Denn: Ich finde zu allererst die kriminalpolizeiliche Beratung interessant. Die ist kostenlos – und herstellerunabhängig. Und sie offenbart oft auch Interessantes und Schauderhaftes: Einerseits demonstriert der Polizist, wie sich das Kippfenster in exakt zwei Sekunden mit einem Schraubenzieher öffnen lässt.

Andererseits kann er vor Ort auch etwas über die Gepflogenheit der Einbrecher sagen. Wussten Sie zum Beispiel, dass es auch unter den Einbrechern Spezialisierungen gibt? Es gibt Einbrecher, die nur Gewerbeeinheiten knacken, und andere, die nur in Privatwohnungen eindringen. Und es ist auch von Ort zu Ort unterschiedlich, ob zum Beispiel das Fensterglas für den Einbruch gewählt wird, oder doch eher der Rahmen.

Nach der Beratung hat man schon mal im Blick, was für den eigenen Bedarf passt. Auch als Vermieter macht das Sinn: Was dort erzählt wird, hilft dabei, das wahre Gefahrenpotenzial abzuschätzen und eventuell die Immobilie an neuralgischen Stellen aufzurüsten.

Zum Zweiten – und dazu kann ich ebenfalls aus eigener Erfahrung nur dringend raten – macht es Sinn, mehrere Angebote einzuholen. Wenn dann die Handwerker zur Besichtigung kommen, stellt sich schnell heraus, ob sie wirklich alle kritischen Punkte erkennen – also beispielsweise sehen, ob die Fenster ordentlich mit einer Pilzkopfverriegelung versehen sind.

Und die Angebote unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch in Maß und Aussagekraft. Beispiel: Für eine Wohnungstür hatte mir ein Handwerker einen Balkenriegel, ein anderer zwei angeboten. Der eine Handwerker bemerkte eine Pilzkopfverriegelung, die Anzahl der Pilzköpfe ist allerdings recht gering gewesen. Der andere wollte dann gleich den ganzen Rahmen auswechseln. Zumindest kann man dann dem zweiten Handwerker zu viel Geschäftssinn vorwerfen, denn das gesamte Inventar des Raumes hatte in diesem Fall vielleicht einen Wert von 2.000 Euro – und somit wäre eine Investition in ähnlicher Höhe für die Einbruchshemmung sicherlich zu hoch gegriffen gewesen. Wenn allerdings höhere Werte vorhanden sind, macht es vielleicht doch Sinn: Es ist eben auch Abwägungssache und somit ist auch eine gute Beratung wichtig.

Übrigens: Nicht immer zahlt die Versicherung den Schaden durch einen Einbruch, wie ein Weblog informiert. Auch vor diesem Hintergrund kann ein Einbruchschutz nicht schaden.

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