Mittwoch, 10.07.2013 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: Sebastian Fery / Haufe

Freunde auf der Baustelle beschäftigen

Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Die helfende Hand ist auf der eigenen Baustelle meist willkommen. Doch manch ein Bauherr riskiert mit dem Einsatz von Freunden nicht nur die Freundschaft, beschreibt Jörg Stroisch, Chefredakteur meineimmobilie.de.

Es kann schon riskant zugehen auf einer Baustelle. Ein Vater sagte mir mal, dass, wenn sein Sohn ihm hilft, er am meisten Angst vor seiner Frau hat: Wehe, wenn dem Sohn was passiert. Eine grundlegende Vorsicht kann auf der Baustelle ja auch nicht schaden. Und gerade, wenn es um Verwandtschaft oder Freunde geht, möchte man als Bauherr auch nichts riskieren. Völlig zu Recht: Denn wenn denen was passiert, ist mindestens das persönliche Verhältnis gestört. Aber auch so birgt der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern auf der Baustelle viele Risiken:

  • Versicherungsrisiko: Der naheliegende Gedanke liegt natürlich sofort auf der Versicherung. Jeder Bauherr ist aber ohnehin verpflichtet, ehrenamtliche Helfer der Berufsgenossenschaft zu melden, so dass der staatliche Unfallschutz im Fall der Fälle reicht. Es kann aber auch nicht schaden, auf die private Absicherung der Helfer zu achten. Hat dieser eine private Unfallversicherung?
  • Schwarzarbeitsrisiko: Unangenehm ist es natürlich auch, wenn die Fahnder auf die Baustelle kommen – und sich der ehrenamtliche Helfer als Schwarzarbeiter herausstellt. Der Übergang kann hier fließend sein. Erkundigen Sie sich also vorher genau, wo die Grenzen sind – und lassen Sie sich bloß nicht zur Beschäftigung von Schwarzarbeitern verleiten. Neben den dann fehlenden Versicherungen haben Sie auch keinerlei Gewährleistung über die ausgeführte Arbeit.
  • Zeitrisiko: Das vergessen viele Bauherren. Eine Immobilie wird in einem engen Zeitkorsett erstellt oder renoviert. Wenn dann die Helfer entweder doch nicht kommen oder aber feststellen, dass der Aushub von Erdreich – verständlicherweise – schnell über die eigenen Kräfte geht, dann gibt es Stress. Denn wenn nachfolgende Gewerke sich dadurch verzögern, dann kostet das eine ganze Menge Geld. Womöglich war dann die billige Hilfe durch Freunde am Ende ein sehr teurer Spaß.

Den Einsatz von Helfern sollte man also mindestens ebenso gut planen, wie den Rest des Hausbaus. Und vergessen Sie auch nicht: Wer hilft, will auch belohnt werden. Als Selbstverständlichkeit sollte man Hilfe niemals betrachten.

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