Dienstag, 13.08.2013 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Der Ton macht die Musik - auch bei Handwerkern

Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Handwerk hat goldenen Boden - fragt sich nur wem hier was vergoldet wird! Warum Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist und außerdem der Ton die Musik macht, schildert Jörg Stroisch, Chefredakteur meineimmobilie.de, in diesem Weblog.

Da schreien sie sich gegenseitig an, der fuchsige Kulturfeuilletonist und der hitzköpfige Elektriker. „Da ist das Ventil falsch“, sagt der eine. „Sie haben keine Ahnung“, der andere.

„Das ist eine unsaubere Arbeit“, sagt der eine und der andere begegnet: „Das ist absolut im Rahmen der Norm, Sie Pingel.“ Oder: „Warum lehnen Sie sich hier ständig während Ihrer Arbeitszeit auf die Schippe“ versus „Ich glaube nicht, dass Sie in der Lage sind, diese Schippe überhaupt zu halten.“

Vielleicht treffen ja wirklich zwei Welten aufeinander, wenn die Lehrer mit den Doppelnamen dem Schmidt vom Elektriker auf der häuslichen Baustelle begegnen, wenn der intellektuelle Doppellinkshänder auf den bodenständigen Arbeiterpragmatiker trifft. Und ganz sicher fliegen da im Wortsinn ganz häufig die Fetzen.

Dabei gibt es ein paar einfache Regeln für das Miteinander:

  • Vorher vergleichen: Wer sich erst bei der Rechnung über den Preis ärgert, ist selbst schuld. Relativ einfach kann man doch heute per Mail Angebote bei Handwerkern einholen. Und zu einem Vergleich gehört auch, dass ruhig mal ein Blick auf die Referenzen geworfen werden sollte bzw. die auch kontrolliert werden sollten.
  • Vorher informieren: Wer vorher weiß, was er will, fährt als Kunde besser, siehe „vorher vergleichen“. Und wer vorher auch weiß, was er erwarten kann, umso mehr.
  • Konstruktiv kommunizieren: Wer dem anderen nur Vorhaltungen macht, bekommt entsprechendes Feedback. So einfach und so schwer ist das gleichzeitig auch.
  • Wissend kontrollieren: Nur, wer von einer Materie Ahnung hat, kann Leistungen auch kontrollieren. Wenn Sie kein Wissen von Wärmedämmung haben, das über die Infos eines Faltblattes hinausgeht, dann können Sie auch nicht wissend kontrollieren. Gerade bei Bauabnahmen gilt: Engagieren Sie im Zweifel dafür lieber einen Profi!
  • Regeln kennen und einhalten: Einfach nicht bezahlen – das geht ab einem gewissen Punkt nicht mehr. Wenn, dann dürfen Sie allenfalls strittige Beträge einhalten. Auch so gibt es diverse gesetzliche Bestimmungen – etwa zu den Verjährungsfristen – die sie kennen und einhalten sollten.
  • Schlichtung suchen: Wenn gar nichts mehr geht, hilft vielleicht eine Schlichtung? Die Handwerker- und Industrie- und Handelskammern helfen weiter.

Hoffentlich gibt es dann nicht mehr allzu viel Ärger mit dem Handwerker!

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