Wärmecontracting

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Kurz erklärt: Wenn ein fremdes Unternehmen die Heizungsanlage betreut. Wärmecontracting ist eine Möglichkeit des Vermieters, sich dieser Kosten zu entledigen, andererseits hat es in der Vergangenheit deswegen immer wieder Ärger gegeben.

Wärmecontracting - was bedeutet das eigentlich? Ganz einfach ausgedrückt: Sie übertragen das Betreiben Ihrer Zentralheizungsanlage in Ihrem Haus auf einen anderen. Das können z. B. die Stadtwerke, aber auch ein Handwerksunternehmen sein.

Das Konzept der Wärmelieferung ist einfach. Anstatt in eine eigene Zentralheizung zu investieren und diese selbst zu betreiben, kaufen Sie von einem Dritten einfach die Wärme für Ihr Haus ein. Der Wärmelieferant plant, finanziert, baut und betreibt dann für Sie die Zentralheizung.

Im Gegenzug stellt er Ihnen aber nicht nur die verbrauchten Brennstoffe sowie die Betriebskosten für die Heizung in Rechnung, sondern in der Regel zahlen Sie über den Wärmepreis auch die Kosten für das Instandhalten, die Abschreibung und die Investitionskosten. Also auch ein paar Kostenfaktoren, die Sie eigentlich nicht auf Ihren Mieter umlegen dürften.

Einerseits verteuert sich dadurch der Preis für Ihre umlegbaren Heizkosten, andererseits kann natürlich die Wärmecontractingfirma durch Abnahme großer Brennstoffmengen günstiger kalkulieren. Das hängt auch mit der Tatsache zusammen, dass sie die Vorteile moderner technischer Geräte besser nutzen kann als Sie als Einzelbetreiber.

Besteht Ihr Contractingvertrag schon bei Abschluss des Mietverhältnisses, können Sie die Kosten dafür problemlos auf den Mieter umlegen.

Entschließen Sie sich jedoch im Laufe eines Mietverhältnisses für Wärmecontracting, brauchen Sie dazu entweder die ausdrückliche Zustimmung Ihres Mieters. Darauf können Sie aber auch verzichten, wenn Sie für diesen Fall schon eine ausdrückliche Regelung im Mietvertrag stehen haben oder dem Mieter dadurch keine ­zusätzlichen Kosten entstehen (BGH, Urteil v. 06.04.2005, VIII ZR 54/04, ZMR 2005, S. 606).

Neuerdings gibt sich der Bundesgerichtshof sogar mit einem bloßen Verweis auf die Anlage 3 zu § 27 II. Berechnungsverordnung zufrieden. In dieser bzw. im Betriebskostenkatalog der Betriebskostenverordnung ist nämlich bereits die Umlage der Kosten für die eigenständig gewerbliche Lieferung von Wärme enthalten (BGH, Urteil v. 27.06.2007, VIII ZR 202/06).

Siehe auch unter Contracting.


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