Verwaltungskosten, Gewerberaum

Vermieten Sie Gewerberaum, können Sie vereinbaren, dass Sie auf Ihren Mieter auch Verwaltungskosten umlegen dürfen (OLG Nürnberg, Urteil v. 21.03.1995, 3 U 3727/95, WM 1995, S. 308). Wollen Sie in den Genuss dieser Umlagemöglichkeit kommen, müssen Sie dies aber ausdrücklich in Ihren Mietvertrag hineinschreiben.

Ohne eine solche ausdrückliche Erwähnung haben Sie nämlich vor Gericht schlechte Karten.

Achten Sie darauf, dass Ihre Umlage-Vereinbarung konkret genug ist. Vereinbaren Sie nur allgemein, dass Ihr Mieter Verwaltungskosten zahlen muss, ist das zwar etwas wenig, im Ernstfall reicht es aber schon. Was darunter fällt, steht schließlich schon im Gesetz: In § 26 II. Berechnungsverordnung (BGH, Urteil v. 24.02.2010, XII ZR 69/08).

Sehr vermieterfreundlich entschied auch der Bundesgerichtshof bei der Umlage der Kosten der kaufmännischen und technischen Hausverwaltung (BGH, Urteil v. 09.12.2009, XII ZR 109/08). Danach müssen Sie die Höhe der umzulegenden Verwaltungskosten nicht einmal konkret beziffern. Auch dann nicht, wenn Sie es könnten, weil Sie aufgrund eines Vertrags wissen, wie hoch die Verwaltungskosten ausfallen (OLG Köln, Urteil v. 18.01.2008, 1 U 40/70, NZM 2008, S. 366).

Es reicht also, wenn Sie unter Sonstige Betriebskosten im Gewerberaum-Mietvertrag schreiben, dass Verwaltungskosten umlegbar sind. Sie müssen aber keine Aussage zur Höhe (z. B. 5,5 % der Bruttosollmiete) machen. Ein Gewerberaummieter muss in der Lage sein, die entstehenden Kosten wenigstens grob zu schätzen (BGH, Urteil v. 24.02.2010, XII ZR 69/08).

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