Umlagevereinbarung

Vereinbaren Sie unbedingt in Ihrem Mietvertrag, dass der Mieter die Betriebskosten nach §§ 1 und 2 BetrKV tragen muss. Selbst als Gewerberaum-Vermieter ist dieser Satz im Mietvertrag das Mindeste, das Sie vereinbaren sollten! Für eine wirksame Betriebskostenvereinbarung genügt es schon, wenn Sie auf die alte Anlage 3 zu § 27 II. Berechnungsverordnung bzw. auf § 2 BetrKV verwiesen haben und die Höhe der ungefähr zu erwartenden Kosten mittels einer Betriebskostenvorauszahlung festgelegt haben (BGH, Urteil v. 13.01.2010, VIII ZR 137/09).

Gewerberaum-Vermieter können darüber hinaus im Mietvertrag - sogar per Klausel - vereinbaren, dass der Mieter auch solche Kosten umlegen darf, die nicht im Betriebskostenkatalog stehen.

Natürlich können Sie auch die Umlage der Kosten durch ein schlüssiges Verhalten vereinbaren. Das ist allerdings die riskanteste Variante und selten erfolgreich!

Der typische Fall: Sie haben mit dem Mieter keinen schriftlichen Mietvertrag, rechnen aber jahrelang über die Betriebskosten ab, und der Mieter zahlt auch entsprechende Nachzahlungen.

Im Ernstfall müssten Sie beweisen, dass Ihr Mieter die Nachzahlung tatsächlich mit dem Willen bezahlt hat, dass er die ursprüngliche Vereinbarung (= keine Umlage ausdrücklich vereinbart) damit ändern wollte.

Je öfter Ihr Mieter dann natürlich eine Nachzahlung bezahlt oder ein Guthaben-Saldo angenommen hat, umso mehr spricht das dafür, dass er die Umlage der Kosten stillschweigend akzeptiert hat.

Siehe auch unter Betriebskostenvereinbarung, fehlende

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