Heizperiode: Ab dem 1.10.2016 geht´s wieder los

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Mit der Heizperiode ist es ungefähr so wie mit dem "Sommerschlussverkauf": Einen offiziellen "Startschuss" gibt es nicht mehr.

 

"Früher" war damit der Zeitraum gemeint, in dem Sie Ihre Heizung spätestens anschalten mussten, damit der Mieter nicht friert. Das war normalerweise der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine starre Frist, sondern nach wie vor kann ein frierender Mieter selbst außerhalb der Heizperiode verlangen, dass Sie die Heizung anstellen - selbst im Sommer!

Mit der Heizperiode ist der Zeitraum gemeint, in dem Sie Ihre Heizung normalerweise anschalten müssen. Das ist "offiziell" der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April. So steht es auch in den meisten Mietverträgen drin. Haben Sie nichts im Mietvertrag zur Heizperiode geregelt, läuft die „ganz normale Heizperiode“ dennoch vom 1. Oktober bis zum 30. April.

Dieser Zeitraum ist allerdings keine starre Frist, sondern Ihr Mieter kann selbst außerhalb dieser Zeitspanne darauf bestehen, dass Sie die Heizung anstellen.

Ab wann Sie schon vorher die Heizung "anwerfen" müssen

Allerdings müssen Sie außerhalb der Heizperiode die Heizung noch nicht "anwerfen", solange das Thermometer in der Mieterwohnung noch bis zu 18 Grad Celsius anzeigt.

Bis zu diesem Gradmesser kann Ihr Mieter außerhalb der Heizperiode nicht von Ihnen verlangen, dass Sie die Heizung in Betrieb nehmen. Dies gilt selbst dann, wenn die unerfreulichen Temperaturen über einen längeren Zeitraum andauern (AG Schöneberg, Urteil v. 4.2.1998, 5 C 375/97, NZM 1998, S. 476).

Die Heizpflicht in einem kalten Sommer können Sie nicht ausschließen

Sinkt die Raumtemperatur allerdings witterungsbedingt an 3 aufeinander folgenden Tagen unter 20 Grad Celsius, müssen Sie die Heizung wieder in Betrieb nehmen.

Wichtig: Ihre Heizpflicht außerhalb der eigentlichen Heizperiode - also in der Zeit vom 01.05. bis 30.09. - können Sie durch keine noch so ausgefeilte mietvertragliche Klausel ausschließen.

Heizpflicht: Wann der Mieter heizen muss 

Ist Ihr Mieter monatelang abwesend, muss er dennoch dafür sorgen, dass die Wohnung ausreichend beheizt und belüftet wird. Unterlässt er dies während der Wintermonate, liegt eine erhebliche Pflichtverletzung vor, weswegen Sie ihm ordentlich kündigen können (LG Berlin, Urteil v. 22.1.2014, 65 S 268/13).

Das gilt jedenfalls, wenn die Mieterin in den Wintermonaten monatelang verreist, nicht heizt und dabei die Fenster in Küche und Bad auf Dauerkippstellung hält. Die Wohnung wurde so nicht nur „durchgelüftet", sondern während des strengen Winters froren sogar die Wasserleitungen ein.

Selbst wenn es durch so ein Verhalten nicht zu einem gravierenden Schaden kommt, berechtigt diese Pflichtverletzung den Vermieter dennoch zur ordentlichen Kündigung des Mietvertrags nach § 573 Abs. 1, 2 BGB.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Eine "offizielle" Heizpflicht, die nur von Oktober bis Ende April läuft, gibt es nicht. Allerdings müssen Sie nicht im Juni die Heizung wieder anschalten, nur weil ein Mieter in einem verregneten Sommer friert.

 

Die Heizpflicht außerhalb der eigentlichen Heizperiode lässt sich mit keiner noch so ausgefeilten Klausel im Mietvertrag ausschließen.