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Gartenpflegekosten

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Gießen, mähen, nachsäen: Das sind typische Gartenpflegekosten, die gerade in den Sommermonaten ganz schön ins Geld gehen können.

 

Als Vermieter können Sie diese Kosten dem Mieter auf die Betriebskostenabrechnung setzen. Doch nicht nur die: Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer, wenig bekannter Gartenpflegekosten, die Sie nicht aus der eigenen Tasche zahlen müssen, sondern auf Ihre Mieter umlegen dürfen.

Umlegen dürfen Sie nur, was Sie vereinbart haben und was der Betriebskostenkatalog in § 2 Nr. 10 Betriebskostenverordnung auch erlaubt. Zu den umlegbaren Gartenpflegekosten, die Sie auf Ihre Mieter im Rahmen der Betriebskostenabrechnung umlegen dürfen, gehören:


□ Mähen

□ Vertikutieren

□ Unkrautbeseitigen auf Rasen und Rabatten

□ Düngen

□ Beschneiden von Bäumen, Sträuchern und Hecken

□ Baumfäll-Kosten nur dann, wenn es sich um einen normalen Pflegeakt handelt und nicht um eine Notwendigkeit wegen jahrelanger Verwahrlosung

□ Erneuern von Pflanzen. Aber aufgepasst: Die Kosten für die Erstanschaffung der Pflanzen können Sie nicht umlegen.

□ Wässern und Gießen im Sommer

□ Abtransportieren von Gartenabfällen, sofern diese nicht schon unter "Müllabfuhr" umgelegt werden.

□ Entfernen verblühter Blumen

□ Alters-, witterungs- oder umweltbedingtes Beseitigen von Sträuchern und Bäumen sowie entsprechende Neubepflanzung (umstritten, bejaht: LG Hamburg, WM 1985, S. 369)

□ Nachsäen von Rasen. Auch hier dürfen Sie nur die Kosten für die Pflege und Erneuerung des Rasens umlegen. Der Mieter zahlt nicht für die Erstanlegung.

□ Personalkosten

□ Die für die Pflege erforderlichen Materialien wie z.B. Pflanzen und Dünger

□ Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten für Geräte, durch die höhere Personalkosten eingespart werden können (strittig)

□ Kosten für die Sanderneuerung auf dem Spielplatz

□ Reparaturkosten für Spielgeräte und Bänke.Wurden diese jedoch mutwillig beschädigt oder gar zerstört, so dass sie erneuert werden müssen, dürfen Sie die Kosten nicht umlegen.

□ Pflegekosten für Plätze, Zugänge oder Zufahrten

□ Benzin für den Rasenmäher. Auch hier ist die Erst- oder Ersatzanschaffung von Gartengeräten nicht umlagefähig.

Nicht zu den Gartenpflegekosten zählen jedoch die Kosten für die Dachbegrünung (KG Berlin, Urteil v. 28.11.2005, 8 U 120/05, GE 2006, S. 845).

Die Kosten für die Gartenpflege dürfen Sie als Vermieter auch dann umlegen, wenn Ihr Mieter die Rasenfläche oder das Beet nicht betreten darf (BGH, Urteil v. 26.05.2004, VIII ZR 135/03, WM 2004, S. 399). Allein der Blick ins Grüne rechtfertigt es, dass Sie dem Mieter die Gartenpflegekosten auf die Betriebskosten-Abrechnung setzen dürfen (LG Berlin, Urteil v. 26.04.2002, 64 S 181/01, GE 2002, S. 931).

Um nicht umlagefähige Instandsetzungskosten handelt es sich nur dann, wenn die Kosten für Nachholarbeiten infolge jahrelanger Vernachlässigung der Gartenpflege entstanden sind (LG Hamburg, Urteil v. 14.02.1992, 311 S 254/90).

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 meineimmobilie.de-Tipp

Gartenpflegekosten dürfen Sie im Rahmen der Betriebskostenabrechnung nur umlegen, wenn Sie die Umlage auch im Mietvertrag stehen haben. Dazu reicht schon ein Verweis auf § 2 Betriebskostenverordnung. 

 

In alten Mietverträgen ist es der Verweis auf die Anlage 3 zu § 27 II. Berechnungsverordnung.