Belegeinsichtsrecht

Sie müssen Ihrer Betriebskosten-Abrechnung nicht gleich die zugrunde liegenden Belege beifügen. Auch dann nicht, wenn Ihr Mieter nach Erhalt der Abrechnung verlangt, dass Sie ihm die Belege ­zusenden (BGH, Urteil v. 08.03.2006, VIII ZR 78/05).

Ihrem Mieter steht zunächst nur das Einsichtsrecht zu. Das bedeutet, Sie müssen ihm alle Originalbelege sowie alle Dokumente, die Einfluss auf das Abrechnungsergebnis haben, vorlegen. Dazu gehören beispielsweise:

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Rechnungen

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Verträge z. B. vom Hausmeister, Reinigungskräften oder auch Wartungsverträge

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Ablese-Protokolle

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Berechnungsgrundlage für den Vorwegabzug

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Schätzgrundlagen

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Wohnflächenberechnungen

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Quittungen

Sie müssen die Rechnungen nur am Ort der Wohnung (nicht in der Mieterwohnung!) vorlegen. Das bedeutet, wenn Sie in Hamburg wohnen und eine Wohnung in Berlin vermieten, müssen Sie Ihrem Mieter die Belege in Berlin vorlegen.

Ist Ihnen der Weg zu weit oder scheuen Sie ein Zusammentreffen mit dem Mieter, können Sie ihm auch anbieten, die Belegkopien zuzusenden.

Neu ist: Der Mieter darf die Belege mit dem Handy bzw. einer Kamera abfotografieren (AG München, Urteil v. 21.09.2009, 412 C 34593/08; AG Charlottenburg, Beschluss v. 06.08.2010, 216 C 111/10).

Wichtig: Solange Sie Ihrem Mieter kein Einsichtsrecht gewährt haben, wird Ihre Nachzahlung auch nicht fällig! Sie verweigern das Einsichtsrecht schon dadurch, indem Sie von Ihrem Mieter beispielsweise zu viel Geld für das Zusenden der Rechnungskopien verlangen.

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