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Abrechnungszeitraum umstellen: Wann Sie das dürfen

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Ihr neuer Mieter will die Abrechnung für 2015 jetzt schon haben. Er deutet dabei auf eine Klausel im Mietvertrag. Danach müssen Sie kalenderjährlich über die Betriebskosten abrechnen.

 

Eigentlich rechnen Sie jedoch mit den anderen Mietern im Haus immer von Juni bis Juli ab. Müssen Sie wegen Ihrem neuen Mieter jetzt ne Ausnahme machen oder muss er sich einfach noch etwas mit seiner Abrechnung gedulden?

Abrechnungszeitraum: Maximal 12 Monate sind erlaubt

Mit dem Abrechnungszeitraum legen Sie fest, von wann bis wann Sie über die Betriebskosten abrechnen. Er darf maximal 12 Monate betragen. Er beginnt meist im Januar und endet im Dezember desselben Jahres (= kalenderjährliche Abrechnung). Es muss aber nicht zwingend ein volles Kalenderjahr sein!

Sie können also getrost die Heiz- oder Betriebskosten von z.B.April bis März abrechnen. Sie können auch für die Heizkosten einen anderen Abrechnungszeitraum vereinbaren als für die übrigen Betriebskosten. 2 unterschiedliche Abrechnungszeiträume sind nämlich erlaubt.

Längere Abrechnungszeiträume jedoch nicht.

Betriebskosten: Wie Sie Ihren Abrechnungszeitraum umstellen

Wollen Sie beispielsweise Ihren ursprünglichen Abrechnungszeitraum von Oktober bis September umstellen aufs Kalenderjahr (also von Januar bis Dezember), gilt: Weil Sie den 12-Monats-Zeitraum nicht überschreiten dürfen, müssen Sie im ersten Jahr von Oktober bis Dezember abrechnen.

Diesen einmaligen, kurzen Zeitraum nennt man Rumpfzeitraum.

Sie brauchen einen Grund für die Abrechnungsumstellung

Für so eine Umstellung brauchen Sie aber einen guten Grund. So ein Grund wäre beispielsweise, wenn ein Leistungsträger wie z. B. das E-Werk immer kalenderjährlich abrechnet. Oder wenn Sie alle Mietverträge im Haus auf den Kalenderabrechnungszeitraum "harmonisieren" wollen.

Anders ist es, wenn der Vermieter- bzw. Eigentümer wechselt  zählt. Das zählt noch nicht als wichtiger Anlass dafür, dass Sie den Abrechnungszeitraum verkürzen dürfen (LG Berlin, Urteil v. 11.2.2005, 65 S 342/04, GE 2005 S. 433).

Rumpfzeitraum: Im Namen der Einheit ist alles erlaubt

Dagegen ist ein kürzerer Abrechnungszeitraum (= Rumpfzeitraum) erlaubt, wenn Sie die 2 unterschiedlichen Abrechnungszeiträume für die Heiz- und Betriebskosten vereinheitlichen wollen (LG Berlin, Urteil v. 7.5.2009, 67 S 475/08, GE 2009 S. 780).

Dafür dürfen Sie einmalig einen sogenannten Rumpfzeitraum (= ein kürzerer Abrechnungszeitraum als 12 Monate) erstellen.

Wichtig: Rechnen Sie über einen falschen Abrechnungszeitraum ab, gilt das lediglich als materieller Fehler Ihrer Abrechnung. So wenn Sie z. B. kalenderjährlich statt von Mai bis April abrechnen (LG Berlin, Urteil v. 17.2.2012, 65 S 406/11, GE 2012 S. 489).

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 meineimmobilie.de-Tipp

Gleicher Abrechnungszeitraum im selben Haus

Im Idealfall haben Sie im ganzen Haus den gleichen Abrechnungszeitraum. Falls nicht, sollten Sie die Abrechnungszeiträume vereinheitlichen und einmalig den Aufwand einer Abrechnung über einen kürzeren Zeitraum auf sich nehmen.

 

Damit ersparen Sie sich viel Rechnerei und Nachfragen von Mietern, die Ihre Abrechnung eventuell aufgrund der unterschiedlichen Abrechnungszeiträume nicht nachvollziehen können.

 

Informieren Sie Ihren Mieter, bevor Sie vom einen zum anderen Abrechnungszeitraum wechseln. Teilen Sie ihm mit, wie Sie demnächst abrechnen werden und warum er einmalig eine Abrechnung über einen kürzeren Abrechnungszeitraum erhält.