Montag, 08.05.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Maxim_Kazmin - Fotolia.com

Wie Sie jetzt schon vom neuen Bauvertragsrecht profitieren

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Worum geht´s
  • Bauvertragsrecht
  • Verbraucherbauvertrag
  • Änderungen
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Anfang 2018 tritt das neue Bauvertragsrecht in Kraft, das die Rechte privater Bauherren deutlich stärkt. Aber warum so lange warten? Schon jetzt entwickeln die geplanten Änderungen bereits eine interessante Eigendynamik.

Bauherren können aber bereits jetzt von der Gesetzesänderung profitieren, so der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung. Es ist am Ende alles eine Sache der Verhandlung: „Zwar haben Bauherren noch kein Recht auf den ab 2018 geltenden Verbraucherschutz“, erläutert VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag, „aber Baufirmen und Bauherren genießen Vertragsgestaltungsfreiheit. Sie können jetzt schon aushandeln, was sie möchten.“

Seriöse Baufirmen kommen Verbrauchern schon jetzt entgegen

Seriöse Unternehmer, so beobachten VPB-Berater bundesweit, stellen sich schon jetzt auf das neue Gesetz ein und kommen den Verbrauchern entgegen. „Bauherren sollten sich deshalb in diesem Jahr gut überlegen, ob sie mit Firmen Verträge schließen wollen, die nicht bereit sind, den zukünftigen Verbraucherbauvertrag als Verhandlungsbasis zu akzeptieren“, rät der VPB-Anwalt.

Ein guter Bauvertrag bietet deutliche Vorteile

Die Veränderungen ab 2018 haben es in sich:

  • Ordentliche Baubeschreibung: Ab 2018 müssen Baufirmen, die für private Bauherren ein Haus neu bauen oder einen größeren Umbau übernehmen, eine ordentliche Baubeschreibung vorlegen, verbindliche Angaben zur Bauzeit machen und alle nötigen Bauunterlagen herstellen und übergeben, die die Bauherren benötigen, um nachzuweisen, dass ihr Bau den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht.
  • Abschlagszahlungen: Außerdem werden die Abschlagszahlungen an den Bauunternehmer auf 90 Prozent des Werklohns begrenzt.
  • Widerrufsrecht: Und Bauherren können ab 2018 auch einen Vertrag widerrufen.

Eine verständliche und vollständige Baubeschreibung gehört auch 2017 schon in den Bauvertrag“, mahnt Holger Freitag. „Unbedingt in den Vertrag hineinverhandeln sollten Bauherren jetzt auch schon die Anfertigung und den Übergabezeitpunkt konkreter Planungsunterlagen.“

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Immer wieder gibt es Streit auf der Baustelle. Wer dabei im Recht ist, hängt zum größten Teil davon ab, was Sie mit dem Bauunternehmer bzw. dem Handwerker vereinbart haben. Damit dabei nichts schief geht und wie Sie schon im Vorfeld Streit vermeiden, zeigen gleich zwei aktualisierte Bau- bzw. Handwerkerverträge zum kostenlosen Download.
News: Laut einer aktuellen Studie enthalten Bauverträge in sehr vielen Fällen Fallstricke für den Verbraucher. Sie seien ohne Vorbehalte nicht unterschriftsreif und bergen häufig hohe finanzielle Risiken für private Bauherren, so das Ergebnis der Untersuchung.

 meineimmobilie.de-Tipp

Unabhängig von dem verbesserten Verbraucherschutz ab 2018: Ein Bau ist so komplex, dass Sie diesen als Laie niemals alleine beaufsichtigen sollten. Lassen Sie sich schon bei den ersten Vertragsverhandlungen von Experten beraten – eine professionelle Baubegleitung auch auf der Baustelle kostet zwar Geld, erspart aber hinterher jede Menge Ärger.