Donnerstag, 14.07.2011 | Autor: mb

Versicherungsschutz: Meldepflicht für Bauhelfer

News: Ein falscher Schritt oder ein Moment der Unaufmerksamkeit und schon ist es passiert: Besonders auf Baustellen besteht hohe Unfallgefahr. Vor allem für Helfer, die nur mal eben mit anpacken wollen, aber die Gefahren vor Ort nicht kennen. Deshalb ist es wichtig, dass Bauherren Privatpersonen, die beim Hausbau mithelfen, bei der BG BAU anmelden.

Gefährliche Stolperfallen, ungesicherte Treppen oder herabfallende Gegenstände: Auf einer Baustelle kann es an vielen Stellen zu Unfällen kommen. Besonders gefährdet sind Personen, die bei einem privaten Bauvorhaben mithelfen. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) geschehen jedes Jahr mehrere hundert Unfälle und manche enden tödlich. Deshalb ist es für Bauherren wichtig, Bauhelfer innerhalb einer Woche bei der BG BAU zu melden. Dazu zählen Verwandte, Bekannte, Nachbarn oder Kollegen, die beim privaten Hausbau mit anpacken. Darauf weist die BG BAU in einer Pressemitteilung hin.

Meldepflicht für Bauhelfer

Private Bauherren, die ihr Haus in Eigenarbeit bauen oder renovieren, sind gesetzlich verpflichtet, ihre Helfer bei der BG BAU anzumelden. Dabei ist es unerheblich, ob die Helfer für ihre Arbeit Geld bekommen oder nicht. Sind alle Helfer zusammen weniger als 40 Stunden beschäftigt, besteht eine Meldepflicht bei der Unfallkasse der öffentlichen Hand. Von der Versicherungspflicht ausgenommen sind laut BG BAU nur freund- und verwandtschaftliche Gefälligkeitsleistungen sowie unternehmerähnliche Tätigkeiten. Ob solche Ausnahmetatbestände vorliegen, wird im Einzelfall geprüft. Die Meldepflicht besteht übrigens unabhängig davon, ob eine private Unfall- oder Haftpflichtversicherung abgeschlossen worden ist.

Private Bauherren sind außerdem verpflichtet, auf ihrer Baustelle Helme, Handschuhe und Arbeitsschutzschuhe für die Helfer zur Verfügung zu stellen, so die BG BAU. Sie müssen sich auch um Brandschutz und Erste Hilfe kümmern. Wenn ein Arbeitsunfall eingetreten ist, übernimmt die BG BAU für versicherte Beschäftigte die Kosten für die Heilbehandlung, Verletztengeld, Rehabilitation bis zum Wiedereinstieg ins Berufsleben und gegebenenfalls Renten. Wenn ein Arbeitsunfall tödlich endet, zahlt die Versicherung Leistungen an Hinterbliebene - allerdings nur, wenn der Helfer vorschriftsgemäß gemeldet war.

Beiträge zur Helferversicherung

Die Beiträge zur Helferversicherung belaufen sich laut BG BAU derzeit auf zwei Euro pro geleistete Arbeitsstunde und Person in den alten Bundesländern und 1,76 Euro in den neuen Bundesländern. Der Bauherr und sein Ehegatte oder Lebenspartner können sich freiwillig versichern. Das sei ratsam, wenn keine private Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen ist, so die BG BAU. Durch die Meldung der Helfer vermeiden private Bauherren Bußgelder bis 2.500 Euro und mögliche Schadensersatzforderungen. Ein Unfall muss innerhalb von drei Tagen bei der BG BAU gemeldet werden, wenn dem Unfall eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen folgt. Tödliche Unfälle und solche, bei denen mehr als drei Personen verletzt wurden, sind unverzüglich anzuzeigen.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Neben der Versicherung für Bauhelfer sollten Sie als Bauherr weitere Versicherungen abschließen, zum Beispiel die Bauherren-Haftpflicht. Das ist sinnvoll, um Ihre finanzielle Existenz zu sichern, denn Sie sind als Bauherr für die Sicherheit rund um die Baustelle verantwortlich und haftbar.