Mittwoch, 21.01.2009 | Autor: Helmut Aschenbrenner/Ulrike Gantert/mb

Türen und Fenster für den Außenbereich

Fenster und Türen, die im Außenbereich eines Hauses angebracht werden, müssen bestimmte Mindeststandards erfüllen. Nur die Produkte, die die nötigen Anforderungen an Schall- und Brandschutz, Sicherheit und Verschleiß vorweisen können, dürfen eingebaut werden.

Die Möglichkeit und Vielfalt der konstruktiven und gestalterischen Lösungen ist fast unendlich. Das ist heute das eigentliche Problem bei nahezu allen Ausbauelementen wie Fenstern und Türen. Die Angebotspalette, der Hausbesitzer gegenüberstehen, ist unüberschaubar und leider auch die Palette der Produkte, die ungeeignet sind. Das ist das eigentliche Dilemma. Im Folgenden werden deshalb die wichtigsten Kriterien dargestellt, die diese Bauteile, sowohl vor dem Einbau als auch im eingebauten Zustand erfüllen müssen.

Anforderungen an Außentüren

Die Trennung zwischen Außen- und Innentüren wurde nicht zufällig gewählt, denn an Außenbauteile sind ganz andere, wesentlich höhere Anforderungen zu stellen wie beispielsweise

  • die Nutzung, das heißt Gebrauchstauglichkeit trotz mechanischen und physischen Verschleißes (vor allem Beschläge, Bänder, Türdrücker und Fensteroliven),
  • der Einbruchschutz bzw. die Sicherheit,
  • der winterliche Wärmeschutz (thermische Trennung, Dämmung, Isolierverglasung, frostbeständige Baustoffe und Beschichtungen),
  • der sommerliche Wärmeschutz (außen liegender Sonnenschutz oder Sonnenschutzverglasung bei Fenstern, UV-beständige Baustoffe und Beschichtungen),
  • der Schallschutz,
  • der Brandschutz in Abhängigkeit von den brandschutztechnischen Anforderungen,
  • Witterungsbeständigkeit und Schlagregendichtigkeit.

Gütesiegel für Mindeststandard

Über die Anforderungen Bescheid zu wissen, ist gut und schön, wie jedoch kann der Laie erkennen, ob sie eingehalten sind? Es gibt genormte und geprüfte Konstruktionen, die ganz konkrete Mindestanforderungen bei jedem der entsprechend baugleichen Produkte erfüllen. Sie erhalten dafür ein entsprechendes Prüfzeugnis mit einer Zulassung. Denn auch der Planer und die ausführende Firma müssen sich darauf verlassen können, dass die eingebauten Fenster und Türen die Mindestanforderungen erfüllen.

Darüber hinaus haben sich die Firmen der unterschiedlichen Branchen zusammengeschlossen und eigene Qualitätskriterien aufgestellt, die von unabhängigen Prüfinstituten überwacht werden. Bekannt sind unter anderem das RAL-Gütezeichen oder auch das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim.

Finger weg von Schnäppchen

Es dürfen nur geprüfte Konstruktionen mit gültiger Zulassung eingebaut werden. Deshalb sollten Hausbesitzer die Finger von günstigen Alternativen lassen, wenn sie nicht geprüft beziehungsweise nicht zugelassen sind. Die Prüfung muss sich auf die Werte im eingebauten Zustand (zum Beispiel Schallschutz) beziehen, oder es müssen entsprechende Abschläge gemacht werden. Die Nachweise müssen vor dem Einbau vorgelegt werden. Bestimmte Konstruktionen wie selbst schließende Fluchttüren werden, um die Zulassung nicht zu verlieren, darüber hinaus regelmäßig fachmännisch gewartet.

Die häufigsten Ausführungsfehler:

  • Eine der oben genannten Anforderungen wird durch die Konstruktion nicht erfüllt wie zum Beispiel unzureichender Schall- und Wärmedämmwert des Fenster- oder Türrahmens,
  • Einbau einschließlich Herstellen der Anschlüsse erfolgt nicht fachgerecht, vor allem Bodenanschlüsse bei Türen,
  • das eingesetzte Material ist ungeeignet (sehr oft übrigens bei den durch die UV-Strahlung versprödenden Fenstern).

Kunststoff- und Holzfenster

Kunststofffenster, so versprechen die Hersteller, halten länger. Beachtet werden sollte aber: Der Kunststoff versprödet durch das UV-Licht sehr schnell, wird unansehnlich und bricht. Unabhängig von dem lebendigeren Bild eines Holzfensters gibt es heute werkseitige Dickbeschichtungen, die auch halten, was sie versprechen. Der Wiederholungsanstrich ist dann in Abhängigkeit von Himmelsrichtung, Bewitterung und Besonnung erst nach fünf bis zehn Jahren fällig. Holzfenster sind auch mit Blick auf die Anforderungen an den Wärmeschutz als homogene Konstruktion unschlagbar.

Weitere Informationen zum Thema Fenster und Türen finden Sie in dem Buch "Die häufigsten Baufehler", erschienen im Haufe-Verlag.

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Ulrike Gantert ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht sowie Schlichterin/Schiedsrichterin für Baustreitigkeiten. Sie ist in einer Münchener Baurechtskanzlei tätig und Mitglied der ARGE Bau- und ...
Ulrike Gantert