Freitag, 29.10.2010 | Autor: mb

Schlechte Noten für Baubeschreibungen

News: Eine aktuelle Analyse im Auftrag des Bauherrenschutzbundes offenbart großen Verbesserungsbedarf bei Bau- und Leistungsbeschreibungen. Die Verbraucherschützer sehen nach wie vor hohe Risiken für private Bauherren und bekräftigen ihre Forderung nach gesetzlichen Mindeststandards.

Nach Ansicht des Bauherren-Schutzbund e.V. gehen Verbraucher beim Bau ihres Hauses immer noch ein hohes Risiko ein. Grund sind mangelhafte Bau- und Leistungsbeschreibungen, wie der Verband in einer Pressemitteilung erläutert. Sie seien nicht konkret, vollständig und konkret genug, um Risiken für private Bauherren auszuschließen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse von Bau- und Leistungsbeschreibungen unterschiedlicher Hausanbieter, die im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. durchgeführt wurde. Als Maßstab für die Untersuchung wurden die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung veröffentlichten "Mindestanforderungen an Bau- und Leistungsbeschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser" zugrunde gelegt.

Mängel in Bau- und Leistungsbeschreibungen

Insgesamt kamen die untersuchten Bau- und Leistungsbeschreibungen in der Bewertung schlecht weg. Bei knapp der Hälfte aller Fälle fehlten demnach wesentliche Angaben, waren Leistungen unvollständig oder nicht eindeutig beschrieben. Bei 70 Prozent fehlten Aussagen zur Ausführungsplanung und bei 98 Prozent zur Fachplanung Haustechnik. Laut Bauherren-Schutzbund sind die Defizite bei der Beschreibung der Leistungen nicht auf einzelne Gewerke beschränkt, sondern durchgehend feststellbar.

Fehlende Transparenz für Bauherren

Häufig sei vertraglich nicht klar geregelt, welches Material und Zubehör verwendet wird und welche Qualitätsparameter die Bauteile haben. Das, so folgert die Studie, führe zwar nicht unbedingt zu Mängeln, doch sei die Vergleichbarkeit im Hinblick auf Baukosten nicht möglich. "Nachträglich zu beauftragende Leistungen oder Eigenleistungen bergen ein Kostenrisiko, das durch die Leistungsbeschreibung gemäß den Mindestanforderungen auszuschließen wäre", so die Analysten der Studie.

Forderung nach gesetzlichen Pflichten und Mindeststandards

Die Studie folgert, dass die Qualität von Leistungsbeschreibungen sich insgesamt leicht verbessert hat. Der Bauherren-Schutzbund sieht dennoch weiter Risiken für Verbraucher. "Die Vertragswerke sind wegen teilweiser Intransparenz insgesamt kritisch zu bewerten. Im Detail besteht noch enormer Handlungsbedarf. Weitere Verbesserungen sind nötig." Der Verband fordert deshalb eine gesetzliche Verpflichtung des Unternehmers zur Leistungsbeschreibung. Außerdem sollen Mindeststandards für Bau- und Leistungsbeschreibungen gesetzlich festgelegt werden.

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