Mittwoch, 07.01.2009 | Autor: Helmut Aschenbrenner/Ulrike Gantert/mb

Planung für das Hausdach

Stichworte zu diesem Thema
Das Dach eines Hauses übernimmt viele Eigenschaften - von der Wärmedämmung bis hin zum Schutz vor Witterung. Die Konstruktion muss detailliert geplant werden, sonst können Bauschäden mit weitreichenden Folgen auftreten.

In Bezug auf die Dachneigung wird grundsätzlich unterschieden zwischen

  • Flachdächern, die wie der Name schon sagt, eben sind und eine maximale Neigung von etwa fünf Prozent aufweisen,
  • geneigten Dächern, mit Neigungen von fünf bis 25 Prozent,
  • Steildächern mit Dachneigungen ab 25 Prozent.

Das Warmdach

Hinsichtlich des konstruktiven Aufbaus werden grundsätzlich Warm- und Kaltdächer unterschieden. Ein Warmdach ist ein Dachaufbau, bei dem sich zwischen der Wärmedämmung und der Dachhaut keine Hinterlüftung (also keine Luftschicht) befindet, die den Transport von warmer und auch immer Feuchtigkeit enthaltender Luft nach außen übernimmt.

Die gesamte Dachkonstruktion ist praktisch warm. Die Anforderungen an die Planung und Bauausführung sind sehr hoch, es darf kein Fehler gemacht werden, da deren Auswirkungen in der Regel so gravierend sind, dass sie zur Unbrauchbarkeit des Dachaufbaus oder gar der gesamten Konstruktion führen können.

Das Kaltdach

Ein Kaltdach ist ein Dachaufbau, bei dem sich zwischen der Wärmedämmung und der Dachhaut eine Hinterlüftung befindet, die den Transport von warmer und auch immer Feuchtigkeit enthaltender Luft nach außen übernimmt. Die gesamte Dachkonstruktion ist praktisch "kalt". Das bedeutet, dass sich oberhalb des letzten genutzten Geschosses und unterhalb der Dachhaut ein Dachraum befindet, der diese Funktion übernimmt.

Die Anforderungen an die Planung und Bauausführung sind zwar sehr hoch, und es sollte auch kein Fehler gemacht werden, aber die Auswirkungen sind in der Regel nicht so gravierend wie bei Warmdachkonstruktionen. Man könnte sagen, das Kaltdach ist die Dachkonstruktion mit "Sicherheitsventil".

Trocken und gut isoliert

Da zwischen dem letzten genutzten und gedämmten Geschoss und der Dachhaut eine mit dem Außenraum verbundene Luftschicht liegt, ist der schadensfreie Abtransport der Innenraumfeuchtigkeit gewährleistet. Ferner wirkt die Luftschicht als Wärmepuffer und verhindert vor allem im Sommer die Überhitzung durch die Sonneneinstrahlung und die enorme Aufheizung der Dachhaut.

Heutzutage werden solche ungenutzten Dachstühle zunehmend zu komfortablen Wohnräumen ausgebaut. Das führte zur Entwicklung der sogenannten hinterlüfteten, gedämmten Dachkonstruktionen, die eine gelungene, technisch funktionierende Lösung vor allem für den Dachausbau von Steildächern darstellen.

Natürliche Lüftung durch das Dach

Die hinterlüftete, gedämmte Dachkonstruktion verbindet sowohl die Wünsche nach voller Nutzung bis unter den Dachfirst als auch nach einer technisch zuverlässigen Lösung. Das heißt, die Dämmebene wird in der Regel in die Dachkonstruktion zwischen die Sparren verlegt und zwischen Dachhaut und Dämmung erfolgt eine Hinterlüftung. Die Luft strömt ungehindert durch die natürliche Konvektion von First bis Traufe und sorgt somit für den Feuchtigkeits- und Wärmetransport. Somit wird anfallende Raumluftfeuchte abgeführt und der Wärmestau im Sommer vermieden.

Dächer sind unbedingt äußerst detailliert und konkret zu planen:

  • Dachkonstruktion einschließlich Statik,
  • Dachaufbau (komplett) einschließlich Dacheindeckung,
  • Dachentwässerung einschließlich Einlauf und Einbindung in Standrohre,
  • Geschossdecke unterhalb des Daches (bei Steildächern),
  • Traufe einschließlich Deckenanschluss,
  • Ortgang einschließlich aufgehender Außenwand,
  • Attika,
  • First,
  • Schneefang.

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Ulrike Gantert ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht sowie Schlichterin/Schiedsrichterin für Baustreitigkeiten. Sie ist in einer Münchener Baurechtskanzlei tätig und Mitglied der ARGE Bau- und ...
Ulrike Gantert

 meineimmobilie.de-Tipp


Lassen Sie sich auch hinsichtlich der Dachfenster von einem Fachmann beraten. Hier sollten Sie besonders darauf auchten, dass die Fenster im Winter wenig Wärme nach draußen lassen und möglichst wenig kalte Luft nach innen transportieren.

Weitere Informationen zum Thema Bauüberwachung finden Sie in dem Buch "Die häufigsten Baufehler", erschienen im Haufe-Verlag.