Freitag, 04.03.2011 | Autor: mb

Fallstricke in Bauverträgen

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News: Laut einer aktuellen Studie enthalten Bauverträge in sehr vielen Fällen Fallstricke für den Verbraucher. Sie seien ohne Vorbehalte nicht unterschriftsreif und bergen häufig hohe finanzielle Risiken für private Bauherren, so das Ergebnis der Untersuchung.

Eine aktuelle Gemeinschaftsstudie vom Bauherren-Schutzbund e.V. und dem Institut für Bauforschung e.V. Hannover weist auf große Mängel bei Bauvertrag.pdf" target="_blank">Bauverträgen hin. Die Verträge gingen in vielen Fällen zulasten der Verbraucher, so das Ergebnis der Studie. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bauherren-Schutzbundes hervor.

Kein Vertrag ohne Vorbehalte unterschriftsreif

Einhundert Bauverträge nahmen die Baurechtsexperten bei ihrer Untersuchung unter die Lupe. Keiner der Verträge wäre ohne Vorbehalte unterschriftsreif gewesen, urteilten die Verbraucherschützer. Sie begutachteten die Verträge zwischen Generalunternehmern und privaten Bauherren anhand von zwölf Prüfkriterien: Von der Klarheit zur Art des Vertrages über die Definition des Vertragsgegenstandes, die Bewertung der Bau- und Leistungsbeschreibung, die Preissicherheit, die Zahlung nach Baufortschritt und mängelfreier Leistung bis hin zu Sicherheitsleistungen, förmlicher Abnahme und Verjährungsfristen. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, werten die Verbraucherschützer das als bewussten Fallstrick für private Bauherren.

Unvollständigkeit und verbraucherfeindliche Klauseln

Bei 90 Prozent der analysierten Bauverträge stellten die Prüfer Unvollständigkeit fest. Zugleich enthalten die Verträge zahlreiche verbraucherfeindliche Vertragsklauseln, die laut Bauherren-Schutzbund bereits durch gerichtliche Entscheidungen untersagt wurden. In der knappen Hälfte der analysierten Verträge war der Vertragsgegenstand nicht oder nicht eindeutig definiert, nur 36 Prozent beschrieben umfassend, was eigentlich gebaut werden soll. Bauzeit und Fertigstellungstermin waren bei 56 Prozent nicht als verbindliche Fristen geregelt. Ein Bauzeitenplan fehlte in 89 Prozent der Verträge. Nur bei 37 Prozent war ein Festpreis bis zur Fertigstellung vereinbart.

Rechtsunsicherheit und andere Risiken

Die Verbraucherschützer sehen darin vor allem eine große Rechtsunsicherheit für private Bauherren. Sie kritisieren die Intransparenz der Bauverträge und bemängeln, dass die Klauseln und deren Konsequenzen für Laien nicht überschaubar sind. "Unsere Studie zeigt ein weiteres Mal, dass Bauverträge zwischen Hausanbietern und privaten Bauherren nicht auf Augenhöhe geschlossen werden", sagt Peter Mauel vom Bauherren-Schutzbund. "Die von den Unternehmen vorformulierten Verträge berücksichtigen höchst unzureichend die Interessen der Verbraucher und setzen sie erheblichen Risiken aus."

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Bevor Sie einen Bauvertrag unterschreiben, sollten Sie ihn vorher von einem unabhängigen Experten prüfen lassen. Diverse Bauherrenverbände und andere Verbraucherschutzvereine bieten Beratung zu solchen Verträgen an.