Freitag, 16.01.2009 | Autor: Helmut Aschenbrenner/Ulrike Gantert/mb

Einbau von Innentüren

Innentüren im Haus erfüllen die verschiedensten Zwecke. Beim Einbau der Türen sind bestimmte Anforderungen zu beachten. Wenn die Türen noch während der Bauphase angebracht werden, kann es passieren, dass sie aufquellen und unbrauchbar werden.

Bei Innentüren handelt es sich heutzutage wie bei Außentüren meist um fertige Elemente, die vor Ort eingebaut werden. Hier sollte auf korrekte Planung und Ausschreibung geachtet werden:

  • Anforderungen an Nutzung, das heißt Gebrauchstauglichkeit trotz mechanischen und physischen Verschleißes (vor allem Beschläge, Bänder, Türdrücker und Fensteroliven),
  • Anforderungen an den Einbruchschutz und die Sicherheit (nur im Sonderfall),
  • Anforderungen an den Schallschutz,
  • Anforderungen an den Brandschutz in Abhängigkeit von den brandschutztechnischen Anforderungen.

Mögliche Fehlerquellen

Die Liste der Anforderungen ist wesentlich kürzer als bei Außentüren. Doch auch hier sollten Bauherren darauf achten, dass nur geprüfte und zugelassene Systeme verwendet werden, denn mögliche Fehlerquellen sind auch hier gegeben:

  • Eine der oben genannten Anforderungen wird durch die Konstruktion nicht erfüllt, wie zum Beispiel unzureichender Schalldämmwert des Türrahmens oder des Türblatts.
  • Der Einbau einschließlich Herstellen der Anschlüsse, vor allem der Bodenanschlüsse bei Türen, erfolgt nicht fachgerecht.
  • Die Türen quellen oder verziehen sich aufgrund zu hoher Baufeuchtigkeit und enormer Temperaturdifferenzen zwischen unter-schiedlichen Räumen.
  • Das eingesetzte Material ist ungeeignet, zum Beispiel müssen bei Feuchträumen (Bädern) die Türen als sogenannte Feuchtraumtüren ausgeführt werden.

Die ausreichend trockene und gleichmäßig temperierte Baustelle zum Zeitpunkt des Türeinbaus ist eine selten realisierbare Wunschvorstellung. Deshalb sollten Bauherren besonders vorsichtig bei Holztürblättern sein: Holz reagiert auf die Umgebungsfeuchte innerhalb weniger Stunden und quillt sofort.

"Flügeln" des Türblatts

Besonders schlimm ist das, wenn Räume unterschiedlich temperiert sind, denn dann ist die relative Luftfeuchtigkeit auf der einen Raumseite wesentlich höher als auf der anderen mit der Folge, dass das Tür-latt ungleichmäßig quillt. Das führt nicht nur zu den unschönen, teilweise erheblichen Schwindrissen während der Austrocknung, sondern zum Verziehen, dem "Flügeln" des Türblatts. Ein solcher Mangel ist meist irreparabel.

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Ulrike Gantert ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht sowie Schlichterin/Schiedsrichterin für Baustreitigkeiten. Sie ist in einer Münchener Baurechtskanzlei tätig und Mitglied der ARGE Bau- und ...
Ulrike Gantert

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Bauherren sollten deshalb entweder versuchen, den oben beschriebenen Idealzustand sicherstellen, indem sie die Türblätter zum Beispiel erst nach dem Einzug einhängen, oder die Oberfläche vor dem Einbau beschichten lassen, sodass die Oberfläche keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann.

Weitere Informationen zum Thema Dachausbau finden Sie in dem Buch "Die häufigsten Baufehler", erschienen im Haufe-Verlag.