Donnerstag, 19.03.2009 | Autor: mb

BGH: Architekten haften für Bautenstandsberichte

News: Käufer von neuen Häusern und Wohnungen müssen sich auf die Bautenstandsberichte des Architekten verlassen können. Sind diese Berichte geschönt, darf der Käufer Schadensersatz verlangen - selbst wenn er den Architekten nicht direkt beauftragt hat.

Ein Architekt, der falsche Bautenstandsberichte abgibt, muss mit Schadensersatzforderungen des Käufers rechnen - selbst dann, wenn er nicht vom Käufer, sondern vom Bauträger beauftragt wurde. Das hat der Bundesgerichtshof in dieser Woche entschieden.

Käufer verlassen sich auf Bautenstandsberichte

"Wer vom Bauträger eine Eigentumswohnung erwirbt oder von einem Architekten ein Eigenheim bauen lässt, ist in der Regel bautechnischer Laie", sagte Schwäbisch Hall-Rechtsexperte Christoph Flechtner in einer Pressemitteilung. "Er muss sich daher auf die Sachkompetenz und die besondere Sorgfalt des Architekten verlassen können. Schließlich geht es um viel Geld. Diese herausragende Verantwortung hat der BGH mit seinem Urteil erfreulicherweise deutlich hervorgehoben."

Der Bautenstandsbericht dokumentiert den aktuellen Stand des Bauvorhabens und gibt Auskunft über eventuelle Mängel sowie den aktuellen Wert des Gebäudes. Der Bautenstandsbericht dient der kreditgebenden Bank des Käufers als Grundlage für die Überweisung vereinbarter Raten.

BGH entschied zugunsten der Käufer

In dem Fall, der den Richtern vorlag, sollte ein Architekt im Auftrag des Bauträgers einen Bautenstandsbericht erstellen. Der Architekt war jedoch zugleich mit der Bauaufsicht betraut. Er schönte seinen Bericht und verheimlichte dadurch entscheidende Baumängel. Das Gericht entschied zugunsten der Käufer, dass der Architekt für die falschen Berichte hafte, obwohl er vom Bauträger und nicht von den Käufern beauftragt worden war. Wenn der Architekt wahrheitsgemäße Bautenstandsberichte abgegeben hätte, so hätten die Käufer die Raten zurückgehalten und nicht aufgrund der geschönten Berichte eine Immobilie erworben, die den Kaufpreis nicht wert war, urteilten die Richter.

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