Mittwoch, 02.07.2008 | Autor: heihec/mb

Ab nun ist Energieausweis Pflicht

Worum geht´s

Der Energieausweis wird zur Pflicht. Vermieter und Hausverkäufer müssen ihn bei Anfrage vorlegen. Dabei gibt es unterschiedliche Typen.

Topstory: Seit dem 1. Juli 2008 ist nun der Energieausweis für viele Vermieter Pflicht. Bußgeld, Vorlagepflicht und die Art des Energieausweises - dieses Dossier informiert umfassend über alle relevanten Regelungen.

Nun ist es soweit - der Energieausweis ist für alle Häuser ab dem Baujahr 1966 gesetzlich Pflicht. Eigentümer jüngerer Immobilien haben noch bis zum 1. Januar 2009 Zeit, sich einen Energiepass ausstellen zu lassen. Doch die Oldies unter den Immobilien müssen sich ab sofort an bestimmte Regeln halten.

Die Verbrauchsermittlung für den Energieausweis

Um einen Energieausweis zu bekommen, muss zunächst eine Verbrauchsermittlung durch einen Fachmann vorgenommen werden. Er ermittelt anhand von Verbrauchsdaten, die im Rahmen der Abrechnung von Heizkosten nach der Heizkostenverordnung für ein gesamtes Gebäude ermittelt wurden, den Energieverbrauchskennwert einer Immobilie. Weitere Informationen zur Verbrauchsermittlung.

Energiepass-Klassen wie beim Kühlschrank

Den Energieausweis gibt es in zwei unterschiedlichen Formen: den bedarfsorientierten und den verbrauchsorientierten Ausweis. Der verbrauchsorientierte Energiepass richtet sich nach dem durchschnittlichen Energieverbrauch eines Hauses in den vergangenen drei Jahren und der bedarfsorientierte Energiepass errechnet sich anhand der Bausubstanz und der Heizungsanlage. Weitere Informationen zu den zwei Formen des Energieausweises.

Rechtliche Regelungen zum Energieausweis bei neuen Mietverhältnissen

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt ausdrücklich die Pflicht des Vermieters fest, im Falle einer Vermietung oder Verpachtung einen Energieausweis zugänglich zu machen. Doch nicht jeder x-beliebige Mietinteressent kann den Energieausweis einsehen. Den Energieausweis muss der Vermieter nur potenziellen Mietern vorlegen. Weitere Informationen zu den rechtlichen Regelungen des Energieausweises.

Ausnahmen bei der Vorlagepflicht von Energieausweisen

Nicht immer müssen Vermieter ihrem Mieter einen Energieausweis vorlegen, denn bestimmte Gebäudetypen fallen nicht unter die Vorlagepflicht. Ein Energieausweis bei der Vermietung von nicht beheizten Räumen wie beispielsweise einem Tiefgaragenstellplatz ist nicht erforderlich. Auch sogenannte gemischte Verträge, die neben dem Vermietungselement auch Dienstleistungselemente umfassen, gehören zu den Ausnahmen. Weitere Ausnahmefälle, die nicht unter die Vorlagepflicht fallen.

Auswirkungen beim Mieterrecht

Nach der Energiesparverordung (EnEV) ist es Pflicht, den Energieausweis "bei einer Vermietung" für den Mieter zugänglich zu machen. Die Verpflichtung des Vermieters gilt damit grundsätzlich nur bei Neuvermietungen und hat auf bestehende Vertragsverhältnisse keinen Einfluss. Im Rahmen von bestehenden Mietverhältnissen wird der Mieter deshalb grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstellung oder Vorlage eines Energieausweises haben. Weitere Auswirkungen auf das Mietrecht durch den Energieausweis.

Der Bußgeld-Katalog der EnEV

Die Energieeinsparverordnung regelt Ordnungswidrigkeiten in einem Bußgeld-Katalog. Wer die Energiesparbestimmungen aus der EnEV nicht einhält, muss mit teilweise sehr hohen Bußgeldern vom Staat rechnen. Wird der Energieausweis beispielsweise nicht oder nicht vollständig zugänglich gemacht, ist eine Strafe von bis zu 15.000 Euro fällig. Weitere Ordnungswidrigkeiten aus dem Bußgeld-Katalog.

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