Montag, 04.08.2014 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © ponsulak - Fotolia.com

Wie Ihnen Sonnenschein beim Strom sparen hilft

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Worum geht´s
  • Lohnt sich die Investition in Solarenergie

Sonnenschein gibt´s kostenlos - und den können Sie als günstige Energiequelle nutzen. Das spart nicht nur Kosten, sondern verschafft Ihnen auch ein unschlagbar grünes Gewissen. Doch nicht überall lohnt sich eine Investition in die Solarzelle auf dem Dach.

2013 lieferte die Sonnenenergie bereits fast 30 Terawattstunden Strom in Deutschland. Das ist laut Bundesverband Solarwirtschaft ein Marktanteil von etwa 5 Prozent am Bruttostromverbrauch.

Solarmodule werden immer günstiger und effizienter

1,4 Millionen Anlagen sind demnach installiert. Zwar hat der Markt 2013 einen deutlichen Einbruch erlebt. Die Module werden allerdings immer billiger und effizienter.

Dennoch: „Trotz wesentlich geringerer Anschaffungskosten: Die Solarzelle auf dem Dach rechnet sich nur knapp“, sagt Andrea Grimm, Energie- und Klimaexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Der Grund sind die stark gesunkenen Einspeisevergütungen durch das EEG.“

Beim Einspeisen ist die Preisdifferenz die Ersparnis

Und die Rechnung geht so: Der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde liegt bei etwa 27 Cent. Für den selbst erzeugten Strom würden bei einer neuen Anlage gemäß EEG-Gesetz nur 12 Cent vergütet. „Mit der eigenen Stromerzeugung lassen sich Kosten sparen, weil die Differenz zwischen der Eigenerzeugung und dem Strompreis entsprechend hoch ist“, beschreibt Willi Vaaßen, Geschäftsfeldleiter Solarenergie beim TÜV Rheinland.

Wer selbst verbraucht, spart mehr als er bekommt

Damit hat sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung innerhalb weniger Jahre komplett umgedreht. War es früher vor allem attraktiv, den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen, weil die Einspeisevergütung hoch war, ist heute das Gegenteil der Fall: Es gilt die Devise, dass möglichst viel des selbst erzeugten Stroms auch selbst verbraucht werden sollte.

Ein Dachfläche in Richtung Süden ist optimal

Je größer die Dachfläche, desto eher rechnet sich die Anschaffung“, beschreibt so Grimm. „Eine möglichst optimale Ausrichtung, also in Süd-Richtung, ist wichtig. Eine andere Ausrichtung kann schon 10 Prozent weniger Ertrag bringen.

Anschaffungskosten: Nutzen Sie günstige KfW-Darlehen

Politisch und finanziell unterstützt wird die Anschaffung zumindest durch sehr günstige Darlehen der KfW-Bank.

Aber selbst bei optimalen Bedingungen lässt sich wirtschaftlich nicht das energieautarke Haus realisieren, denn die Sonne scheint nun mal nur tagsüber und zwischen Winter und Sommer gibt es zudem große Unterschiede in der Energieausbeute.

Da kann zwar mit speziellen Batterien etwas für die Abendstunden abgefangen werden, aber wirtschaftlich nicht generell“, sagt Vaaßen. „Deshalb wird immer auch Strom aus dem Netz benötigt.“ Denn dazu sind Batteriespeicher noch viel zu teuer.

Was Sie ein Solarmodul kostet 

Die Energie von der Sonne hat auch so ihren Preis. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Dachfläche von 40 Quadratmetern und einer Leistung von etwa  4 KWp Leistung würde in Hamburg ein Ertrag von etwa 3.600 Kilowattstunden Strom im Jahr entstehen, rechnet Verbraucherschützerin Grimm vor. „Etwa 8.000 Euro muss der Bauherr dafür investieren.“

Greifen Sie nicht zum billigsten Modul

Und der TÜV-Experte Vaaßen rät ausdrücklich dazu, nicht das billigste Modul zu kaufen: „Bei der Qualität der Module gibt es sehr große Unterschiede. Sowohl in Laufzeit als auch Energieausbeute kann sich das massiv auswirken. Bei einer solchen Investition sollte der Bauherr auf Qualität Wert legen.“ Dabei hilft zum Beispiel der PV+-Test, der die Qualität von Modulen testet.

Denn: „Garantien sind mit Vorsicht zu genießen“, warnt Vaaßen. „Wer gibt die Garantie? Existiert diese Firma in 20 Jahren überhaupt noch?“ Zumal diese Garantie häufig nur für das Modul gilt, nicht aber für die komplette Anlage, wie Verbraucherschützerin Grimm anmerkt. Sprich: Die Arbeitskosten des Handwerkers fallen ohnehin an.

Solaranlage: Qualität zahlt sich auch beim Installieren aus 

So liegt auch bei dieser Handwerkerleistung ein Hauptaugenmerk auf der Qualität der Arbeit: Mehrere Angebote einholen, Gespräche führen, Referenzen überprüfen sollten auch für den privaten Hausbesitzer zum Standard gehören.

Bestehen Sie auf eine Dokumentation

Und für TÜV-Experte Vaaßen hört die Arbeit auch nicht mit der Installation der Anlage auf: „Die Dokumentation sollte eingefordert werden. Dies ist verpflichtend“, rät er so. „Im Zweifel sollte der Hausbesitzer einen Teil der Bezahlung zurückhalten, bis das erfolgt ist.“

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Wer als Eigenheimbesitzer eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat und Strom einspeist, wird zum Unternehmer. Die Einnahmen aus der Stromeinspeisung sind gewerblich. Dafür sind aber auch die Kosten Betriebsausgaben. Ob dazu auch die Dachsanierung gehört, die Sie wegen der Fotovoltaikanlage auf dem Dach durchführen mussten, hat jetzt der Bundesfinanzhof entschieden.
Sonnenschein gibt´s kostenlos - und den können Sie als günstige Energiequelle nutzen. Das spart nicht nur Kosten, sondern verschafft Ihnen auch ein unschlagbar grünes Gewissen. Doch nicht überall lohnt sich eine Investition in die Solarzelle auf dem Dach.
Wenn das Hochwasser sinkt, fangen die Ausräumarbeiten an. Doch Besitzer von Photovoltaik-Anlagen sollten vorsichtig sein. Denn solange Licht auf die Solarmodule fällt und sich der Wechselrichter sowie der Anschluss an das Stromnetz im Keller oder anderen überfluteten Hausbereichen befinden, besteht für Menschen das Risiko eines Stromschlages oder einer Knallgasexplosion.
News: Photovoltaikanlagen scheinen neuerdings ein Objekt der Begierde für Diebe zu sein. Besitzer solcher Anlagen bekommen im Fall einer Entwendung nur dann den Schaden ersetzt, wenn sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben.

 meineimmobilie.de-Tipp

KfW-Programme zur Förderung der Photovoltaik:

 

Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik (274)

  • Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenenergie bis zu 100 Prozent der förderfähigen Netto-Investitionskosten (ohne MwSt.) max. 25 Millionen Euro pro Vorhaben
  • Auszahlung: 100 Prozent
  • Bereitstellungsprovision: 0,25 Prozent pro Monat
  • 5 Jahre Laufzeit (1 tilgungsfreies Anlaufjahr, Zinsbindung 5 Jahre), 10 Jahre Laufzeit (2 tilgungsfreie Anlaufjahre, Zinsbindung 10 Jahre), 20 Jahre Laufzeit (3 tilgungsfreie Anlaufjahre, Zinsbindung 10 oder 20 Jahre)

 

Erneuerbare Energien – Speicher (275)

  • für kombinierte Anlagen aus Photovoltaik und Batteriespeicher, zur Speichernachrüstung von Photovoltaik-Anlagen, die nach 31.12.2012 in Betrieb gingen
  • bis zu 100 Prozent der förderfähigen Netto-Investitionskosten (ohne MwSt.)
  • max. 25 Millionen Euro pro Vorhaben
  • Auszahlung: 100 Prozent
  • Bereitstellungsprovision: 0,25 Prozent pro Monat
  • Tilgungszuschuss vom BMU: 30 Prozent der förderungsfähigen Kosten des Speichers
  • 5 Jahre Laufzeit (1 tilgungsfreies Anlaufjahr, Zinsbindung 5 Jahre), 10 Jahre Laufzeit (2 tilgungsfreie Anlaufjahre, Zinsbindung 10 Jahre), 20 Jahre Laufzeit (3 tilgungsfreie Anlaufjahre, Zinsbindung 10 oder 20 Jahre)