Montag, 30.06.2008 | Autor: Dr. Wolfgang Naumer/mb

Umweltbewusst bauen: Das Energiesparhaus

Strom und Gas wird teurer und damit gewinnt das Thema Energiesparen beim Hausbau immer mehr an Bedeutung. Je nach Primärenergiebedarf des Gebäudes gelten verschiedene Klassifizierungen für Energiesparhäuser. Grund für die bessere Energieeffizienz gegenüber regulären Häusern sind vor allem die verbesserten Dämmeigenschaften.

Als Energiesparhaus wird ein Gebäude bezeichnet, das im Vergleich zum durchschnittlichen Energiebedarf bestehender Gebäude mit wesentlich weniger Energie für die Beheizung und Warmwasserbereitung auskommt.

Der Begriff "Energiesparhaus"

Die Bezeichnung "Energiesparhaus" beschreibt damit jedoch einfach nur, dass die aktuell gültigen Bedingungen der EnEV eingehalten werden. Allerdings ist mit dem Begriff nicht gesagt, welcher Energiebedarf genau es sein muss beziehungsweise welcher Energiebedarf nicht überschritten werden darf. So kann jeder Neubau, der den gesetzlichen Mindestanforderungen gemäß EnEV genügt, als Energiesparhaus bezeichnet werden.

Diese sollten allerdings zumindest bei Fertigstellung, wenn nicht sogar schon bei Abschluss des Kaufvertrags oder zum Zeitpunkt des Bauantrags eines Bauträgers, nachgewiesen sein, damit gewährleistet ist, dass die Bauausführung den gesetzlichen Anforderungen genügt. Das sogenannte "EnEV-Neubau-Niveau" ist wirtschaftlich auch bei der Gebäudemodernisierung erreichbar.

Das Niedrigenergiehaus

Wie es der Name schon sagt, werden diejenigen Neubauten, aber auch sanierte Altbauten, als Niedrigenergiehaus bezeichnet, die bestimmte gesetzlich geforderte energietechnische Anforderungsprofile (bei Heizwärme und Warmwasser) unterschreiten.

Allerdings ist dieser Begriff nicht gesetzlich geschützt. Als Orientierungshilfe können darum bestimmte Verbrauchswerte herangezogen werden, wie sie beispielsweise durch die Standards der Förderprogramme einiger Bundesländer oder der Gütegemeinschaft Niedrigenergiehäuser e.V. näher beschrieben werden.

Energiebedarf

Ein frei stehendes Einfamilienhaus erfüllt diese Werte ab einem Energiebedarf von unter 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, ein Reihenhaus ab einem Energiebedarf von unter 65 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche.

Pro 100 Quadratmeter Wohnfläche ergibt dies einen jährlichen Heizenergieverbrauch von nur noch zirka 600 bis 700 Kubikmeter Erdgas beziehungsweise Liter Heizöl.

Dämmung, Heizung und Warmwasser

Um derart niedrige Verbrauchswerte zu erzielen, ist neben einer kompakten Gebäudeform eine luftdichte sowie eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle erforderlich. Außerdem sind ein effektives Heiz- und Warmwasserbereitungssystem und meist eine kontrollierte Lüftungsanlage notwendig.

Die bauliche Umsetzung von Niedrigenergiehäusern stellt technisch kein Problem dar. Ganz im Gegenteil: Durch guten Wärmeschutz, eine energieeffiziente Anlagentechnik im Haus und eine ökologische Energiebereitstellung werden Heizenergiekennwerte von 30 bis 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter der Standard der nächsten Jahre werden.

Kosten für ein Niedrigenergiehaus

Die Kosten für ein Niedrigenergiehaus liegen nach einer Untersuchung des "Institutes für Wohnen und Umwelt" (IWU) in Darmstadt um drei bis acht Prozent oder rund 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter über den normal üblichen Baukosten.

Folgende U-Werte gelten als Anhaltspunkt für eine optimale Wärmedämmung:

  • Außenwände: < 0,30 U
  • Fenster und Türen: < 1,3 U
  • Kellerdecke und ans Erdreich grenzende Bauteile: < 0,30 U

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Neben dem Niedrigenergiehaus gibt es weitere Energiesparhäuser wie zum Beispiel das Plusenergiehaus oder das KfW-40-Haus. Für den Bau eines Energiesparhauses können Sie staatliche Förderungen in Anspruch nehmen.