Dienstag, 11.08.2015 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © Maxim_Kazmin - Fotolia.com

Studie: Wenn es nach der Modernisierung Probleme gibt

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Worum geht´s

Folgen von schlecht durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen.

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Vielleicht haben Sie es auch schon erlebt: Nach der Modernisierung bildet sich Schimmel an den Außenwänden oder Fenstern. Eine Studie zeigt: Sie sind mit dieser Erfahrung nicht alleine. Die Ursachen sind vielfältig - und die Kosten für die Beseitigung der Schäden können sehr hoch sein.

Ein Extremfall: 81.000 Euro Kosten entstanden durch eine Modernisierung. Die Ursache: Ungenaue Vertragsregelungen und eine nicht fachgerechte Ausführung sorgten dafür, dass die Zwischensparrendämmung eines Dachs komplett zurückgebaut werden musste. Denn dadurch war es zu massiven Feuchteschäden im Haus gekommen. Dieser Extremfall zeigt: Eine gute Planung ist auch bei der Modernisierung die halbe Miete. Der Bauherren-Schutzbund und das Institut für Bauforschung haben für ihre Kurzstudie „Mängel und Schäden bei Einzelmodernisierungsmaßnahmen“ typische Fehler bei Einzelmodernisierungen herausgearbeitet. Eine Angabe zu der Anzahl der untersuchten Objekte fehlt; die Studie ist so vor allem als qualitativer Einblick interessant. Werfen Sie einen Blick in die Studie: Es lohnt sich alleine schon für die vielen geschilderten Einzelbeispiele.

Häufige Probleme nach einer Modernisierung

Sehr häufig beklagen Bauherren Schimmel unter den Fenstern oder an den Außenwänden nach einer energetischen Modernisierung. Es ist allerdings eine Mär, dass die Modernisierung selbst diese Probleme schafft. Vielmehr entstehen die Probleme hauptsächlich durch „Fehler in der Planung und Ausführung von Modernisierungsmaßnahmen“, so der Bauherrenschutzbund in seiner Pressemitteilung.

Die untersuchten Fälle reichen von der Außendämmung der Fassade über die Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke bis zum Fenstertausch oder einem Heizungstausch. Fehler und Mängel fanden sich so in allen Phasen der Vorbereitung, Planung, Vertragsgestaltung und Bauausführung. Beim Einbau von Wärmeschutzfenstern in eine zuvor mit Einscheibenverglasung ausgestattete, unbeheizte Loggia etwa wurde schon in der Bestandsaufnahme nicht beachtet, dass die Kombination von ungedämmter Außenwand und Wärmeschutzverglasung zu Feuchteproblemen führen kann, so die Beschreibung eines Falls.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

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Auch die Studienmacher raten Ihnen: Machen Sie vor der Auftragsvergabe erst mal eine umfassende Bestandsaufnahme. Denn unterschiedliche Bauteile und Anlagen wirken sich ganz unterschiedlich aus. Sie sollten natürlich auch immer mehrere Angebote einholen; fragen Sie beim Handwerker nach, was er konkret plant und warum er eine Maßnahme so durchführen will. Sollten Sie von der Materie nicht viel verstehen, ist es auch sinnvoll, die Baubetreuung in professionelle Hände zu geben.