Montag, 14.02.2011 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb

Staatlicher Zuschuss zum Energiesparen

Eigentümer, die ihre Immobilie energetisch modernisieren, können dafür einen staatlichen Zuschuss zum Energiesparen bekommen. Auch bei Krediten gibt es einen Tilgungszuschuss. Somit lohnt sich die Modernisierung nicht nur durch Einsparungen bei den Energiekosten, sondern der Staat legt auch noch Geld oben drauf.

Wer seine Immobilie saniert, kann von der KfW-Förderbank einen Zuschuss erhalten, den er nicht zurückzahlen muss. Auch für eine Energiesparberatung, Installationen zur Nutzung erneuerbarer Energien, die Einspeisung von Sonnenenergie sowie die Verwendung natürlicher Dämmstoffe unterstützt der Staat Immobilieneigentümer mit Geld.

Zuschuss des CO2-Gebäudesanierungsprogramms

Zuschuss im Rahmen der Kreditvariante: Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen, die einen KfW-Kredit des CO2-Gebäudesanierungsprogramms aufnehmen, können einen Tilgungszuschuss erhalten. Voraussetzungen sind:

  • Der Eigentümer muss eine Privatperson sein.
  • Mit der Sanierung erreicht das Gebäude das Neubau-Niveau der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Höhe des Zuschusses

Die Höhe des Zuschusses hängt davon ab, wie niedrig der Energieverbrauch nach der Sanierung ist:

  • 12,5 Prozent, maximal jedoch 6.250 Euro pro Wohneinheit gibt es, wenn der Energieverbrauch der Immobilie nach der Sanierung mindestens 30 Prozent unter Neubau-Niveau liegt.
  • Fünf Prozent, maximal jedoch 2.500 Euro pro Wohneinheit gibt es, wenn der Energieverbrauch der Immobilie nach der Sanierung dem Neubau-Niveau entspricht.

Der Tilgungszuschuss wird dem Antragsteller zu einem festgelegten Zeitpunkt als Sondertilgung gutgeschrieben. Den Antrag reicht der Eigentümer direkt bei der KfW ein - und zwar vor der Sanierung.

Zuschuss ohne Kredit

Eigentümer, die keinen Kredit aufnehmen, können von der Zuschussvariante des CO2-Gebäudesanierungsprogramms profitieren. Der Zuschuss beträgt:

  • 17,5 Prozent, maximal jedoch 8.750 Euro pro Wohneinheit, wenn der Energieverbrauch der Immobilie nach der Sanierung mindestens 30 Prozent unter Neubau-Niveau liegt.
  • Zehn Prozent, maximal jedoch 5.000 Euro pro Wohneinheit, wenn der Energieverbrauch der Immobilie nach der Sanierung dem Neubau-Niveau entspricht.
  • Fünf Prozent, maximal jedoch 2.500 Euro pro Wohneinheit, wenn der Energieverbrauch der Immobilie das Neubau-Niveau zwar nicht erreicht, aber dennoch ein Maßnahmepaket durchgeführt wird, das zu einer erheblichen Energieeinsparung führt.

Energiesparberatung vor Ort

Für Haus- und Wohnungseigentümer, die Energie sparen und in den Umweltschutz investieren wollen, gibt es Hilfe vom Bund. Sie können im Rahmen der "Vor-Ort-Beratung" eine Energiesparberatung durch einen Fachmann oder eine Fachfrau in Anspruch nehmen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen Zuschuss zu den Beratungskosten erhalten.

Der Zuschuss beträgt für Ein- und Zweifamilienhäuser 175 Euro und für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten 250 Euro.

Zuschuss zur Energiesparberatung

Voraussetzung für den Zuschuss ist, dass die Baugenehmigung für die Wohngebäude vor 1984 (alte Bundesländer) oder 1989 (neue Bundesländer) erteilt wurde.

Zudem darf die Gebäudehülle anschließend nicht aufgrund späterer Baugenehmigungen zu mehr als 50 Prozent durch Anbau oder Aufstockung verändert worden sein, und mehr als die Hälfte der Gebäudefläche muss zu ständigen Wohnzwecken genutzt werden.

Die Beratung darf nur von qualifizierten Beratern durchgeführt werden, die auch den Antrag stellen. Eine Liste von Beratern ist im Internet unter www.bafa.de verfügbar.

Förderung von erneuerbaren Energien

Im Rahmen des Marktanreizprogramms des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Die Basisförderung umfasst Solarkollektoranlagen bis 40 Quadratmeter installierter Bruttokollektorfläche, von automatisch beschickten Biomasseanlagen (Pelletheizungen) bis 100 kW Nennwärmeleistung und von handbeschickten Scheitholzvergaserkesseln von 15 bis 30 kW Nennwärmeleistung.

Förderfähig sind Vorhaben, die ab dem 16. Oktober 2006 begonnen wurden und zum Zeitpunkt der Antragstellung fertig gestellt sind. Wer einen Antrag stellen möchte, sollte sich also bereits bei der Auswahl der Anlage informieren, ob diese die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt. Anträge und nähere Informationen unter www.bafa.de.

Geld für erzeugten Strom

Gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Energieversorger jede ins öffentliche Netz eingespeiste kWh Solarstrom über eine Laufzeit von 20 Jahren mit einem bestimmten Betrag vergüten. Wohneigentümer, die eine Solaranlage installieren lassen, können also Geld für erzeugten Strom bekommen.

Für Strom aus Photovoltaikanlagen, die 2007 ans Netz gegangen sind, erhält der Betreiber 37,96 ct/kWh als Vergütungssatz - und zwar über den gesamten Vergütungszeitraum. Wird die Anlage später installiert, fällt die Einspeisevergütung geringer aus: Für 2008 installierte sind es 35,49 ct/kWh und 2009 33,18 ct/kWh. Befinden sich die Anlagen auf dem Gebäude oder sind sie fassadenintegriert, gibt es mehr.

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Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz

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Energie sparen in Ihren eigenen vier Wänden ist nicht nur eine Option für Umweltschützer. Durch die Einführung des Energiepasses und der Energieeinsparverordnung müssen Sie als Vermieter die gesetzlichen Neuregelungen zum Energiesparen beachten.