Mittwoch, 10.08.2011 | Autor: mb

Solarthermie: Sonnenstrahlen für Wärme im Haus

Worum geht´s

Die Solarthermie kann gut dazu eingesetzt werden, um Wärme für das Haus zu erzeugen. Dafür gibt es dann Fördermittel vom Staat. Gerade bei veralteten Heizungsanlagen lohnt es sich, über einen Austausch nachzudenken.

Topstory: Die aktuellen BAFA-Zuschüsse für Solarthermieanlagen werden ab kommendem Jahr reduziert. Doch trotz Förderung - ein richtiges Schnäppchen ist die Sonnenenergietechnik nicht. Es dauert oft mindestens zehn Jahre, bis sich die Investition gelohnt hat.

Der Staat hat die Vorschriften zur Energieeinsparung bei Wohngebäuden in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft. Neben der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) müssen Bauherren und Immobilieneigentümer auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) beachten. Demnach soll bei Neubauten ein Teil der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen kommen, also zum Beispiel mithilfe von Sonne, Erdwärme oder Biomasse erzeugt werden. Möglich sind auch andere Ersatzmaßnahmen, die den Energieverbrauch senken und klimaschonend wirken.

Energiekosten sparen durch Solarthermieanlage

Abgesehen von allen gesetzlichen Vorschriften möchten aber auch die Eigentümer von Neu- und Bestandsbauten - angesichts steigender Rohstoffpreise - Energiekosten sparen. In der Regel geht in einem Wohnhaus der Großteil des gesamten Energieverbrauchs zu Lasten der Heizung. Wer sein Haus gut dämmt und darüber hinaus die Heizungsanlage optimiert, wird den Verbrauch spürbar senken. Zusätzlich kann eine Solarthermieanlage die Heizung unterstützen und für warmes Wasser sorgen.

Im Gegensatz zu Rohstoffen wie Gas oder Öl ist Sonnenenergie kostenlos und unbegrenzt verfügbar. Eine Solarthermieanlage spart dem Eigentümer also langfristig gesehen Energiekosten. "Mit einer effizienten Solarheizung lassen sich die Heizkosten stark senken", sagt Andreas Lücke vom Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH). "Viele Heizkessel in deutschen Kellern sind vollkommen veraltet und verbrauchen deshalb deutlich mehr Energie als nötig. Dementsprechend mehr Heizkosten muss der Hausbesitzer bezahlen, solange er nicht in eine effiziente Heizung investiert."

Brennwerttechnik in Kombination mit Sonnenenergie

Eine effiziente Heizung kann zum Beispiel aus einem modernen Brennwertsystem für Öl oder Gas oder einer Wärmepumpe in Verbindung mit einer Solarthermieanlage bestehen. "Besonders wenn der Heizkessel sowieso erneuert wird, raten wir zum Einbau einer Solarthermieanlage. Der Austausch alter Heizungen rechnet sich übrigens oft schon, wenn sie älter als 15 Jahre sind", sagt Thomas Kwapich von der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Besonders für Modernisierungsvorhaben kann sich der Einbau einer Solarthermieanlage lohnen. Denn der Staat unterstützt Immobilieneigentümer über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit kräftigen Zuschüssen. So bekommen Modernisierer laut BDH derzeit bis zu 25 Prozent der Anschaffungskosten für eine Solarheizungsanlage erstattet.

Staatliche Förderung für Solarthermie wird gekürzt

Doch in Zukunft will der Staat kürzen: Die Fördermittel von 120 bis 180 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche stehen laut BDH nur noch für diejenigen zur Verfügung, die bis 31.12.2011 einen Antrag bei der BAFA stellen. Danach zahlt der Staat lediglich 90 Euro pro Quadratmeter.

Eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung kostet laut dena zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Je nach Art und Größe der Anlage lassen sich insgesamt rund 20 Prozent des gesamten Heizenergiebedarfs über die Sonnenenergie decken. Da die Sonne kostenlos strahlt, zahlt der Verbraucher also bis zu 20 Prozent weniger Heizkosten an die Versorger. Eigentümer von Passiv- oder Null-Energiehäusern können mit einer Solarthermieanlage sogar den gesamten Bedarf an Energie für Heizung und Warmwasser erzeugen.

Kosten und Amortisationszeit berücksichtigen

Doch trotz Zuschüssen und geringeren Energiekosten bleibt die Installation einer Solarthermieanlage ein teures Unterfangen - zumal sie ja in den meisten Fällen zusätzlich zu einer regulären Gas- oder Ölheizungsanlage installiert wird. Die Anschaffungskosten amortisieren sich meist frühestens nach zehn Jahren. Prinzipiell sollte sich eine Solaranlage aus den Brennstoffkosten finanzieren, die wegen der kostenlosen Sonnenenergie eingespart werden, rät der Verbraucherzentralen Bundesverband. Eine Förderung verkürze dann nur die Amortisationszeit.

Nicht zu verwechseln ist die Solarthermie-Technik übrigens mit der Photovoltaik. Beides funktioniert mit der Kraft der Sonne. Doch während Thermieanlagen für die Wärmegewinnung zuständig sind, erzeugen Photovoltaiksysteme Strom. Wer eine solche Anlage besitzt, kann Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen und dafür eine Vergütung verdienen. Allerdings muss diese Einnahme versteuert werden und die Verkaufspreise für den Sonnenstrom sind Schwankungen unterworfen.

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Die BAFA-Zuschüsse lassen sich auch mit bestimmten KfW-Förderprogammen zur Energetischen Sanierung kombinieren. Dies gilt allerdings nur, wenn eine umfassende Sanierung zum KfW-Energieeffizienzhaus vorgenommen wird.