Donnerstag, 08.07.2010 | Autor: mb

Solaranlage: Brandschutz beachten

Stichworte zu diesem Thema
News: Viele Hausbesitzer und Vermieter haben in den letzten Jahren staatliche Förderprogramme genutzt und Solaranlagen auf ihren Hausdächern installiert. Doch an den Brandschutz denken die meisten dabei nicht.

Solaranlagen auf privaten Hausdächern gelten als fortschrittlich und umweltfreundlich. Doch von ihnen kann auch Gefahr ausgehen: Wenn der Dachstuhl des Hauses brennt, können die Module einer Photovoltaikanlage giftige Gase freisetzen, durch ihre Stromspannung lebensbedrohlich sein und die Löscharbeiten der Feuerwehr beeinträchtigen. Darauf weist der Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung zum Thema Brandschutz bei Photovoltaikanlagen hin.

Gefahr bei Brand im Dachstuhl

Die Robustheit der Photovoltaik-Module kann der Feuerwehr bei ihren Löschversuchen zum Verhängnis werden, sagt Professor Dr. Bernd-Jürgen Vorath vom Institut Privater Bauherren. "Sie sind extrem hitzebeständig und verformen sich deshalb auch bei einem Brand im Dachstuhl nicht. Das heißt, sie stürzen nicht ab, sondern bleiben fest auf dem Dach verankert und versperren als solide Barriere Feuerwehr und Löschmittel den Weg zum Brandherd, und beschleunigen die Brandentwicklung durch den auftretenden Wärmestau unter dem Dach."

Ein weiteres Problem stellt die Stromspannung in den Modulen dar, denn laut VPB lässt sie sich nicht abstellen. "Die Feuerwehr hat keine Chance. Sie kann weder unter den Modulen löschen, noch kann sie die Module abschalten und vom Dach holen, solange sie Spannung liefern", sagt Vorath. Für die Einsatzkräfte besteht also Lebensgefahr und sie können nicht wie gewohnt löschen.

Brandschutz durch Schneisen

Um solche Komplikationen bei einem Brand zu vermeiden, könnten Hausbesitzer und Vermieter vorbeugen. "Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist die Montage der Module mit jeweils 15 Zentimetern Abstand zueinander", erklärt Bausachverständiger Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Dadurch bleibt die Dachfläche partiell offen und die Feuerwehr kann zwischen den Modulen an den Brandherd heran. Leider werden diese 'Brandschneisen' so gut wie nie gebaut, denn sie kosten Geld." Zum einen passen bei mehr Abständen weniger Module aufs Dach - das reduziert die Stromausbeute. Zum anderen müssen mehr Halterungen montiert werden - Material und Arbeitsleistung werden also teurer. "Bauherren scheuen diese Mehrausgaben und erhöhen damit unnötig ihr Brandrisiko."

Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach installieren will, könne sich von einem unabhängigen Sachverständigen zum Thema Brandschutz beraten lassen, so der VPB. Und wer auch im Schadensfall gut versichert sein will, kann für seine Solaranlage eine spezielle Police abschließen.

Kommentare (1)

16.7.2010, 16:14 Uhr von Matulla Profil ansehen
Da ist doch der Gesetzgeber gefragt, der die Vorschriften für die Montage und den Betrieb von Solaranlagen erläßt.