Montag, 02.01.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com

Seit 1.1.2017 werden intelligente Stromzähler zur Pflicht

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Smart Meter: Was ist das? Es geht um intelligente Stromzähler. Die werden seit dem 1.1.2017 schrittweise in Deutschland eingeführt – sogar als Pflicht!  Doch viele Verbraucher wissen schon mit dem Begriff nichts anzufangen. Außerdem ist der Nutzen auch noch sehr umstritten.

Smart Meter messen nicht nur den Verbrauch

Smart Meter sind moderne Systeme zum Strommessen. Im Unterschied zu den heute in der Regel verwendeten analogen Ferraris-Zählern, erfassen intelligente Messsysteme den Verbrauch und die verwendete Leistung in Echtzeit.

Sie übertragen diese Informationen außerdem an Messstellenbetreiber und Energieversorger.

Mit Smart Meter kommen Zusatzkosten auf Verbraucher zu

Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass in den nächsten Jahren ihr Stromzähler ausgetauscht wird und damit zusätzliche Kosten auf sie zukommen“, sagt Johanna Kardel, Energieexpertin beim Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) in einer Pressemitteilung.

Es sei daher dringend erforderlich, dass Verbraucher rechtzeitig und umfassend über den bevorstehenden Zählerwechsel informiert werden.

Das ist bisher offenbar nicht ausreichend geschehen: 68 Prozent der Verbraucher haben noch nie von Smart Metern gehört, dies ergab eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen GfK im Auftrag des vzbv durchgeführt hat.

Ab 1.1.2017 gibt es eine Smart-Meter-Pflicht für Großverbraucher

Der Einbau von Smart-Metern ist ab 2017 für Haushalte und Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden Pflicht. Der Einbau startet, sobald die Technik am Markt verfügbar ist.

Auch Haushalte mit großen Photovoltaik-Anlagen müssen ab dem Jahr 2017 ein intelligentes Messsystem bekommen.

Ab 2020 sind Smart-Meter auch ab 6.000 Kilowattstunden Pflicht

Ab dem Jahr 2020 müssen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden ein intelligentes Messsystem bekommen und sollen dafür maximal 100 Euro im Jahr bezahlen. Für Haushalte mit einem geringeren Verbrauch ist der Einbau freiwillig.

Beim turnusmäßigen Zählertausch bekommen diese Haushalte eine moderne Messeinrichtung, die aber keine Daten übertragen kann. Allerdings werden auch diese Haushalte zwangsweise mit Smart Metern ausgerüstet, wenn der Vermieter oder zuständige Messstellenbetreiber darauf besteht. 

Verbraucher sollen mit Smart Meter von günstigeren Strompreisen profitieren 

Mit der neuen Messtechnik sollen Verbraucher mehr Informationen zu ihrem Stromverbrauch bekommen und von variablen Tarifen, also Zeiten günstiger Strompreise, profitieren können. Ob die so entstehenden Vorteile die Mehrkosten kompensieren, bleibe allerdings fraglich, so der vzbv.

Der Smart Meter-Einbau allein spart keine Energie. Erst eine Verhaltensänderung bewirkt eine Einsparung. Dafür muss die Information aber auch ansprechend aufbereitet sein und konkrete Handlungsempfehlungen beinhalten. Außerdem gibt es die versprochenen variablen Tarife bislang noch gar nicht – das muss sich ändern“, so Kardel.

Was Smart Meter über Ihr Leben verraten

Neben zusätzlichen Kosten bringe die neue Technik aber auch neue Herausforderungen, so der vzbv. Smart Meter erheben Daten, die Rückschlüsse auf Lebensstandard und Gewohnheiten zulassen. „Die technischen Sicherheitsvorgaben der neuen Systeme sind grundsätzlich sehr hoch. Jetzt kommt es darauf an, dass sie eingehalten werden“, so Kardel weiter.

Verbraucher könnten aber darüber hinaus ihre Daten auch freiwillig Dritten zur Verfügung stellen, beispielsweise für Werbezwecke. Sie sollten aber über die Konsequenzen und die Verwendung ihrer Daten informiert werden und einen angemessenen Gegenwert dafür bekommen, fordert der vzbv.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
News: Die Zahl der elektronischen Geräte im Haushalt nimmt zu und damit auch der Stromverbrauch. Sogenannte Smart Meters zeigen auf das Kilowatt genau an, welche Geräte wieviel Strom benötigen. In Neubauten und grundsanierten Gebäuden sind die intelligenten Stromzähler bereits Pflicht.

 meineimmobilie.de-Tipp

Als Vermieter können Sie auf einen Einbau von Smart Metern bestehen und sich dem als privater Hauseigentümer nur begrenzt entziehen.

 

Das Problem dabei ist, dass Kosten entstehen und auch Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen, die Sie vielleicht lieber nicht weitergeben wollen. In jedem Fall sollten Sie sich selbst und auch Ihre Mieter umfassend über die Veränderungen informieren.