Montag, 29.02.2016 | Autor: Heidi Hecht , Foto: © Aleksandr Bedrin - Fotolia.com

Schäden durch Handwerker: Das sind Ihre Ansprüche

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Worum geht´s
  • Schadenersatzanspruch bei Ärger mit Handwerkern 
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Beim Tapezieren haut die Leiter des Malers die teure Glaslampe von der Decke. Der Azubi hinterlässt mit dem Lötkolben Brandflecken auf dem nagelneuen Parkett und der mit Dachdeckerarbeiten beauftragte Subunternehmer vergisst, die Regenschutzfolie auf dem Dach ordentlich zu befestigen. 

Ärger mit den Handwerkern? Das lässt sich regeln. Sie als Auftraggeber haben zwar meist zunächst den Ärger, aber zumindest auch gewisse Ansprüche gegen den Schadensverursacher.

Trotz größter Sorgfalt kann selbst dem besten Handwerker mal ein Missgeschick passieren. Zuerst stellt sich die Frage: Schaden oder Mangel? Und danach: Wer muss für den Schaden gerade stehen?

Die Antworten dazu liefert Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice) in einer aktuellen Pressemitteilung.

Handwerkerarbeiten: Das sind die Pflichten aus dem Werkvertrag

Bei der Auftragsvergabe schließen Handwerker und Auftraggeber einen sogenannten Werkvertrag ab. „Der Vertrag verpflichtet den Handwerker, die vereinbarte Leistung zu erbringen. Dazu kommen aber nach Paragraph 280 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch auch noch sogenannte Nebenpflichten“, erklärt Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH (D.A.S. Leistungsservice).

Zu diesen Pflichten gehört unter anderem, dass der Handwerker das Eigentum des Auftraggebers pfleglich behandelt.

Verletzt er diese Pflichten schuldhaft, macht sich der Handwerker schadenersatzpflichtig. So, wenn er etwa das Parkett beim Malern oder Fenstereinbau nicht vollständig abdeckt und deswegen Farbflecken und Kratzer entstehen. Dann kann der geschädigte Kunde von dem beauftragten Handwerksbetrieb Schadenersatz beanspruchen.

Handwerkerschäden: Welche Beweise Sie sichern sollten 

Der Anspruch auf Schadenersatz verjährt nach drei Jahren. Deshalb sollte der Auftraggeber sich nicht zu viel Zeit lassen, um ihn geltend zu machen, denn je länger er wartet, desto schwieriger wird es womöglich, vor Gericht etwas zu beweisen”, ergänzt die D.A.S. Juristin.

Halten Sie als Geschädigter die Schäden auf Fotos fest. Bei größeren Schäden sollten Sie einen Sachverständigen mit der Feststellung des Schadens beauftragen.

Der Unterschied zwischen Schaden und Mangel

Beim Ärger mit den Handwerkern ist es wichtig, zwischen einem Schaden und einem Mangel zu unterscheiden. „Ein Mangel ist ein Fehler in der vom Handwerker verrichteten Leistung, beispielsweise Tropfen an dem von ihm frisch lackierten Türrahmen”, erklärt die Juristin der D.A.S.

Kommt es bei den Malerarbeiten dagegen zu Flecken an Möbeln oder Böden, weil diese nicht vollständig abgedeckt waren, dann hat der Handwerker den Schaden verursacht.

Bei Mängeln hat der Mieter ein Nachbesserungsrecht

Liegt ein Mangel vor, muss der Kunde dem Auftragnehmer zunächst ein Recht auf Nachbesserung einräumen.

Dieses Nachbesserungsrecht bei einem Mangel hat der Handwerker bei einem Schaden nicht. Stattdessen können Sie als Auftraggeber vom Handwerker direkt den Betrag für das Beseitigen des Schadens verlangen.

Wer bei Schäden durch Angestellte oder Subunternehmer haftet

Wurden die Handwerksarbeiten von Mitarbeitern oder Subunternehmern des Auftragnehmers durchgeführt und haben diese den Schaden verursacht, haftet der Handwerksbetrieb.

Für Sie als betroffenen Kunden heißt das: Sie müssen Ihre Ersatzansprüche dennoch an den Handwerksbetrieb richten, dem Sie den Auftrag zur Durchführung der Arbeiten erteilt haben. 

 
 

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Handwerk hat goldenen Boden - fragt sich nur wem hier was vergoldet wird! Warum Vertrauen gut, aber Kontrolle besser ist und außerdem der Ton die Musik macht, schildert Jörg Stroisch, Chefredakteur meineimmobilie.de, in diesem Weblog.
Da tropft später der Wasserhahn oder es zieht durch die Fenster: Stress mit Handwerkern und deren Leistung hat leider jeder schon mal gehabt. Auch Sie? Ein bisschen Platz, zum Dampf ablassen...
Topstory: Wenn etwas am Haus gemacht werden soll, rücken die Handwerker an. Wo gearbeitet wird, fallen dann auch Späne, sagt ein altes Sprichwort. Aber über die Anzahl dieser Späne geraten Auftraggeber immer wieder in Rage - nicht immer zurecht.

 meineimmobilie.de-Tipp

Bei den klassischen Baugewerken vermitteln die örtlichen Handwerkskammern einen neutralen Sachverständigen zur fachlichen Begutachtung von vermeintlichen Mängeln.

 

Wer dessen Kosten übernimmt, müssen Sie mit dem Handwerker selbst klären. Geht es um kommunikative oder rechtliche Probleme, dann übernehmen die örtlichen Handwerkskammern und teilweise die Innungen auf Wunsch eine kostenlose Schlichtung.

 

Diese ist nicht rechtlich verbindlich und endet lediglich mit einer Empfehlung an die Streitenden. Während dieser Zeit läuft die Verjährungsfrist für Gewährleistungsansprüche weiter. Wollen Sie als Kunde die Schlichtungsstelle anrufen, sollten Sie vorher den Sachverhalt schriftlich beschreiben und gleich alle zur Beurteilung wichtigen Unterlagen, wie etwa Angebote oder Rechnungen, mitschicken.


 
Kontakt: Zentralverband des Deutschen Handwerks, Mohrenstraße 20/21, 10117 Berlin, Telefon: 030/206190, Fax: 030/ 20619460, www.zdh.de