Sanierung oder Abriss: Frage nach der Wirtschaftlichkeit

Wenn die Bausubstanz eines Hauses erst einmal Schwächen hat, kann die Sanierung teuer werden. In dem Fall sollte der Besitzer prüfen, ob es nicht wirtschaftlicher wäre, das alte Haus abzureißen und ein neues zu bauen, empfiehlt die Bausparkasse BHW in einer Pressemitteilung. Entscheidend dabei sei auch die Lage der Immobilie. Ist das Grundstück hoch bewertet, könne ein Neubau durchaus die wirtschaftlichere und nachhaltigere Lösung sein.
Keine Entscheidung ohne Gutachter
Laut einer Studie der Arbeitsgemeinschaft zeitgemäßes Bauen e.V. sind rund 1,8 Millionen Bestandsbauten in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich sanierbar. Das heißt, dass der finanzielle Aufwand einer umfassenden Sanierung deutlich die Kosten für einen Neubau übersteigt. Wenn also allein die energetische Modernisierung eines Ein- bzw. Zweifamilienhauses mehr als ein Drittel der Kosten eines vergleichbaren Neubaus verschlingt, rechnet sich das nicht mehr, so die BHW. Kommen dann noch aufwendige Grundrissänderungen und die Modernisierung von Bad oder Küche hinzu, steige der Aufwand oft unverhältnismäßig.
Ob sich eine Sanierung lohnt, sollte ein unabhängiger Sachverständiger prüfen. "Eigenheimbesitzer lassen ihre Immobilie vor einer teuren Bestandssanierung am besten von einem Experten begutachten. Er prüft, ob eine geförderte Modernisierung Sinn macht oder ob ein Neubau nach modernen Standards wirtschaftlicher ist", rät Bernd Neuborn von der BHW.
Sanierung - oder Abriss und Neubau?
"Pauschal kann eine Entscheidung für oder gegen Neubau ohnehin nicht getroffen werden", bestätigt auch Architekt Christoph Bagge die Dringlichkeit eines Gutachtens. "Das muss immer im Einzelfall entschieden werden. Da spielen viele Faktoren mit. Auch die Frage, ob und wie lange der Eigentümer sein Haus selbst bewohnen will und ob beispielsweise seine Wünsche an die Barrierefreiheit erfüllbar sind."
Eine Bauherrenberatung mit fachlicher Einschätzung kostet laut BHW um die 650 Euro. Ein Architekten-Entwurf für Umbau und Modernisierung inklusive der Klärung von baurechtlichen Möglichkeiten ist mit circa 5.000 Euro zu veranschlagen. Experten finden Eigenheimbesitzer über Bauherren- und Eigentümerverbände oder über die Bundesarchitektenkammer.
meineimmobilie-Tipp
Durch die steigenden Preise für Strom und Gas ist der Energieverbrauch eines Gebäudes mittlerweile ein starkes Kriterium für viele Mieter. Wenn Sie eine Immobilie besitzen, die energetisch auf einem modernen Stand ist, erzielen Sie damit auch eine gute Vermietbarkeit.

