Montag, 25.05.2015 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Ralf Kalytta - Fotolia.com

Rohrsanierung wegen Bleileitungen: Welche Methode die beste ist

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Worum geht´s
  • Chemikalien im Trinkwasser nach Rohrsanierung mit Epoxidharz
  • Klassische Rohrsanierung wird empfohlen 

Viele Immobilienbesitzer lassen ihre veralteten Trinkwasserleitungen instand setzen. Grund dafür sind unter anderem auch die verschärften Werte für den Bleigehalt im Trinkwasser laut Trinkwasserverordnung.

Gerade ältere Trinkwasserleitungen aus Blei weisen noch einen Bleigehalt auf, der die Gesundheit gefährden kann. Doch je nach Methode können selbst nach der Sanierung gesundheitsgefährdende Chemikalien ans Trinkwasser abgeben werden. 

Rohrsanierung: Vorsicht bei Sanierung mit Epoxidharz

Um Kosten zu sparen, wird bei der Instandhaltung von Innenrohren häufig auf das sogenannte Relining-Verfahren zurückgegriffen – eine Sanierungsmethode, bei der Epoxidharz verwendet wird.

Doch gerade da liegt das Problem: Das eingesetzte Epoxidharz kann die gesundheitsgefährdende und krebserregende Chemikalie Bisphenol A (BPA) enthalten und in das Trinkwasser abgeben, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von TÜV Nord.

Rohrsanierung mit Epoxidharz ist umstritten 

Nicht nur das beim Relining-Verfahren eingesetzte Material ist kritisch zu betrachten. Auch das Verfahren an sich ist fragwürdig, da gültige Richtlinien zur Umsetzung, Prüfung und Qualifizierung fehlen und es dadurch fraglich ist, ob es den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht“, erklärt David Dreesen, Mitarbeiter des Arbeitsgebiets gefährliche Stoffe bei TÜV NORD.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) zog seine herausgegebenen Richtlinien zurück und distanzierte sich so von dieser Methode. Auch einige Wasserversorger gingen sogar so weit, dass sie das Verfahren in ihrer Region ganz verbieten ließen.

Erschwerend kommt hinzu, dass keines der eingesetzten Harze beim Umweltbundesamt (UBA) als unbedenklich registriert ist. Dennoch wird die Methode von zahlreichen Unternehmen angeboten und eingesetzt.

Leitungsaustausch ist und bleibt die beste Methode

Besonders problematisch ist, dass es keine vorgeschriebenen, regelmäßigen und systematischen Kontrollen der Wasserqualität nach einer Innenrohrsanierung mit Epoxidharz gibt. Damit ist unklar, wie viele Schadstoffe nach einer solchen Behandlung ins Trinkwasser gelangen.

Auch die wissenschaftliche Debatte ist noch nicht beendet. „Wir empfehlen daher Immobilienbesitzern und -betreibern immer eine klassische Rohrsanierung, das heißt den Austausch der alten Leitungen, durchführen zu lassen. Sie ist zwar kostenintensiver, aber gesundheitlich ist man auf der sicheren Seite,“ rät Dreesen.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Wenn Sie sich für die Sanierung mit Epoxidharz entschieden haben, können Ihre Mieter eine regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität fordern. Dies ist natürlich erneut mit Kosten und Arbeit verbunden, deshalb überlegen Sie sich schon besser vor der Sanierung, ob Sie nicht gleich die kostenintensivere klassische Rohrsanierung wählen.