Dienstag, 08.11.2011 | Autor: mb

Richtige Wahl bei der Wärmepumpe

News: Bei Sanierung oder Neubau ist die Frage nach der Heizungsanlage ein wichtiges Thema. Häufig kommen Wärmepumpen zum Einsatz. Dabei sollten Vermieter und Eigentümer darauf achten, dass die Pumpe auch zum Haus passt.

Die Wahl der richtigen Heiztechnik spielt im Neubau wie auch bei der Sanierung eine wichtige Rolle. "Wärmepumpen sind heute Stand der Technik", erläutert Bausachverständiger Dipl.-Ing. Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB) in einer Pressemitteilung. "Dabei sollten sich Bauherren gut beraten lassen, denn entscheidend für die Auswahl der richtigen Wärmepumpe sind nicht nur der Anschaffungspreis, sondern auch die baulichen Gegebenheiten - die Wärmepumpe muss zum Haus und Grundstück passen."

Energieberatung vor dem Kauf einer Wärmepumpe

Der Bauherren-Verband empfiehlt, dass Hausbesitzer sich erst unabhängig und individuell beraten lassen, bevor sie sich für eine bestimmte Wärmepumpe entscheiden. Ein Energieberater prüft ausführlich die Gegebenheiten vor Ort und benennt dann Wärmepumpen-Modelle, die zum Haus passen. Bauherren und Sanierer, die sich vorher nicht beraten lassen, lägen beim Kauf einer Wärmepumpe dagegen häufig daneben, weil sie sich von Werbeversprechen beeinflussen lassen. "Sie entscheiden sich nach dem Prospekt für Anlagen, die angeblich 60 oder 70 Grad Celsius heiße Vorlauftemperaturen erzeugen", sagt Thomas Weber. "Das klingt gut, aber die Werbung verschweigt geflissentlich andere Aspekte, wie etwa die Arbeitszahl oder die Leistungszahl, die erst zusammen mit den Vorlauftemperaturen Aufschluss über die wahre Effizienz der Anlage geben." Käufer gehen dann von falschen Voraussetzungen aus und wundern sich, wenn die Wärmepumpe nicht so effizient arbeitet, wie im Prospekt beschrieben.

Vier Typen von Wärmepumpen

Wenn der Energieberater den Kauf einer Wärmepumpe empfiehlt, hat der Bauherr die Wahl zwischen vier Typen: Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser- oder Abluft-Wärmepumpen. "Alle Modelle eignen sich für Ein- und Zweifamilienhäuser - mit wenigen Einschränkungen: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe etwa sollte wegen der Geräuschentwicklung Abstand zum Nachbarn halten. Die für die Sole-Wasser-Wärmepumpe notwendigen Bohrungen müssen fünf Meter Grenzabstand einhalten. Und ein Wasser-Wasser-Modell braucht natürlich eine geeignete Wärmequelle."

Wärmepumpen eignen sich laut VPB gut für Gebäude mit einem Heizleistungsbedarf unter 8 bis 10 Kilowatt. Idealerweise sollte die gewonnene Wärme dann auch über eine Fußbodenheizung verteilt werden. Sie benötigt nur niedrige Vorlauftemperaturen. "Unter Umständen", so weiß Bausachverständiger Weber, "funktioniert das auch im sanierten Altbau. Sind die Fassaden erst einmal gedämmt, erweisen sich die alten Heizkörper in der Regel als überdimensioniert. Sie lassen sich dann aber mit geringeren Temperaturen noch gut zur Wärmeverteilung nutzen." Ineffizient werde die Wärmepumpe immer dann, wenn der Warmwasserbedarf den Heizwärmebedarf übersteigt und wenn hohe Vorlauftemperaturen im Wärmeverteilsystem benötigt werden. Je heißer das Wasser sein muss, umso schneller sinkt die Effizienz der Wärmepumpe, so der VPB.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Bei einer Sanierung sollten Sie als Eigentümer einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Denn nur so lässt sich das Optimum in ökonomischer und ökologischer Hinsicht erreichen. Dazu gehört eine aufeinander abgestimmte Wärmedämmung und Heiztechnik. Die Wärmepumpe ist dabei nicht immer die beste Wahl.