Dienstag, 17.03.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Lieber "schwarz" oder doch finanzamtstreu?

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Ehrlich währt am längsten - macht einen aber finanziell gesehen manchmal auch ärmer.

Nehmen wir mal das Angebot, das mir der Heizungsbauer für meine neue Gasheizung gemacht hat: Fast 30.000 EUR stehen dort auf der letzten Seite. Allein fast 5.000 EUR Mehrwertsteuer... da kommt man jedenfalls als Selbstnutzer schon ins Grübeln, ob man nicht einen Teil "schwarz macht" und nur den Rest steuertreu abrechnet.

Was könnte man sich für die 5.000 EUR nicht alles zusätzlich kaufen: Die teureren Badfliesen, das Eicheparkett, die Granit-Arbeitsplatte für die Küche, den Flachbildfernseher oder den Schweden-Ofen fürs Esszimmer...

... tja, wenn das liebe Finanzamt nicht wäre! Wenigstens bleibt mir für die Arbeitszeit des Heizungsbauers der Steuerabzug von 1.200 EUR - das reicht aber sehr wahrscheinlich weder für die Granit-Arbeitsplatte, noch den Fernseher oder den Ofen.

Dafür bekomme ich aber etwas anderes: Ein reines Gewissen gegenüber dem Finanzamt! Das muss einem doch der Verzicht auf Design, Entertainment und Gemütlichkeit wert sein - oder was meinen Sie?

Mit wehmütigen Grüßen

Heidi Schnurr

Kommentare (2)

18.3.2009, 10:03 Uhr von rolf600 Profil ansehen
Die kleinen Sünden bzw. die Frage an den Handwerker "Geht´s bei Ihnen auch ohne Rechnung" sind doch gang und gäbe. Ich glaube ins Grübeln kommt da in Wirklichkeit gar keiner. Das einzige was einen verunsichert, ist doch meist nur die Frage, ob man im Garantiefall dann ohne nachweisbaren Gewährleistungsanspruch (= Rechnung) da steht. Aber auch da gibts ja bewährte Löungsmöglichkeiten - fragen Sie einfach den Handwerker Ihres Vertrauens. Und wer sich wirklich schämen sollte, kann seine Sorgen ganz leicht online entsorgen:<br /> http://www.beichthaus.com<br /> Wer sich aber wirklich ernsthaft schämem sollte, sind Leute die zu überhöhten Preisen vermakeln, Mängel verschweigen, wissentlich schlechtes Material einbauen etc.
18.3.2009, 9:20 Uhr von vertrauensmann Profil ansehen
Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin. Ich gebe Ihnen Recht wegen des Gewissens. Es stellt sich mir allerdings die Frage, ob die Politiker oder ander Gesetzeshüter auch an Ihr Gewissen denken. Ich kann mit den Leuten fühlen, wenn Sie versuchen, das teuer erkaufte auch zu behalten. Schauen Sie nur heute Morgen auf den Bericht bezüglich der Rentenerhöhung. Da ist der Tag doch schon gelaufen oder. Ihnen wünsche ich einen schönen Tag. Machen Sie weiter so und denken Sie an meinen Wunsch, evtl. Ihre Berichte mit einem Datum zu versehen. Liebe Grüße Willi Gabel